Im Traum schwebte ich wieder irgendwie oben, doch heute lag unter mir kein Dorf und keine Stadt, sondern die gesamte Weltkugel wie ein riesiger Schulglobus. Ich konnte ziemlich schnell vom Nordpol zum Südpol fliegen und jeden Ort erreichen, in dem ich hätte landen wollen.
Erneut eine große Kathedrale. Diesmal sind alle Säulen(oder stehen sie vor den Säulen?), sowohl die zwei Reihen unten, als auch die, welche sich von den Emporen bis zum Kirchendach fortsetzen, aus Stein gemeißelte Heilige. Mit einem Mal verneigen sie sich alle gleichzeitig in einer einzigen überraschenden Bewegung, die sich wie eine Welle durch das Kirchenschiff zieht.
Eine mir fremde Kollegin aus einer anderen Abteilung, erklärt, daß sie MS habe und Schmerzen in den Rippen. Warum sagt sie das? Vielleicht um zu erklären, warum sie krankgeschrieben ist. Jetzt kommt eine zweite mir unbekannte Kollegin und bittet mich um meine Maildresse. Was will sie mit meiner Mailadresse, ich hab doch gar nichts mit ihr zu tun? Das frage ich sie auch und betont scherzhaft meint sie, es sei etwas ganz schlimmes, will aber nicht mit der Sprache herausrücken.
Ich kann sie nicht einschätzen und bin mir nicht sicher, ob es nicht vielleicht wirklich etwas schlimmes ist. Eventuell hängt es mit der kranken Kollegin zusammen und ich darf in einer anderen Abteilung Vertretung machen. Fehlt nur noch, daß ich das wieder neben meiner regulären Arbeit machen muß. Ich gebe ihr die Mailadresse, aber mit ungutem Gefühl. Etwas später höre ich dann von irgendwoher aus oder durch die Mailadresse das Gespräch von zwei Kolleginnen mit. Die eine Stimme kommt mir angenehm vertraut vor. Die kenn ich doch? Klar, es ist die Stimme von M. Sch. und ich freue mich ungemein, sie zu hören. Vielleicht steckt sie hinter der ganzen Sache mit der Mailadresse.
Bemerkung: Gestern sah ich eine Doku, in der eine koptische Kirche in Ägypten vorgestellt wurde, deren Kirchenschiff auf genau zwölf Säulen ruht, von denen jede Säule einen der Apostel symbolisieren soll.
Ich stelle fest, daß ich schweben und noch etwas anderes kann, zwei physikalisch völlig unnatürliche Dinge. Das beschäftigt mich sehr, denn eigentlich dürfte das doch gar nicht möglich sein. Ich probiere es immer wieder, sobald ich mich darauf konzentriere, kann ich in der Luft herumschweben, als wäre ich schwerelos, unglaublich. Das Gefühl, aber auch die Erkenntnis, daß dies entgegen aller gültigen Gesetze geht, ist überwältigend und etwas furchterregend. Vielleicht sollte ich auf einen Schrank eine Digitalkamera stellen und mich fotografieren, wenn ich mit den Beinen oben hänge, damit mir das jemand abnimmt. Ich überlege außerdem, über einen Fluß hinüberzuschweben, allerdings ist mir das dann zu riskant, denn sobald meine Konzentration abnimmt, könnte ich ins Wasser stürzen und das muß nicht unbedingt sein. Bisher habe ich über die ungewöhnlichen Fähigkeiten geschwiegen, aber jetzt kann ich es nicht mehr. Vielleicht ist es ja ein Familienerbe und mein Bruder kennt das auch, hat sich aber bisher nicht getraut, darüber zu sprechen. So ist es eventuell ganz gut, wenn jemand das Schweigen bricht. Während wir an einem Tisch zusammensitzen, sage ich deshalb ganz unverblümt zu meinem Bruder, daß ich schweben und ..... kann. Mein Bruder schaut mich an, als wäre ich übergeschnappt. Oh! Es war wohl ein Irrtum zu glauben, daß ihm diese Fähigkeiten bekannt sind. Anscheinend bin ich alleine damit. Auf dem Klavier meiner Mutter sehe ich jetzt Noten von Rilke. Besser gesagt, es ist ein Rilke-Gedicht, das nach Noten gespielt wird, aber dies kommt mir seltsam falsch vor. Ich denke mir, daß diese Noten, bzw. dieses Gedicht nicht wirklich zum einfachen Spielen gedacht sind, sondern eine tiefere, magische Bedeutung haben, weshalb man mit ihnen etwas anderes tun muß.
In einem zweiten Traum ist schon wieder A. zu Besuch. Diesmal sieht er sehr ausgemergelt aus und trägt einen Vollbart. Fast hätte ich ihn nicht erkannt. Ist er es überhaupt? Wenn ich genauer hinschaue, wandelt sich sein Aussehen in das eines blonden, athletischen jungen Mannes. Aber ist das A.? Ich betrachte die Details - sein Profil, seinen Mund - nein, er kann es definitiv nicht sein. Da gibt sich doch jemand bei mir für A. aus! Dies sage ich ihm geradeheraus ins Gesicht und er schaut mich durchdringend mit großen Augen an, fast ein wenig unheimlich. Sofort tut es mir leid, daß ich so offen war. Vielleicht ist er ein Verbrecher und hat nun Angst, daß seine Tarnung aufgeflogen ist? Dann bringt er mich vielleicht noch um die Ecke? Mir fällt ein, daß es auch der Kumpel von A. sein könnte. Der war blond und ebenfalls im Knast. Aber was will er jetzt bei mir? Ich entferne mich und M., mein früherer Spielfreund, kommt durch die Wohnungstür. Er will mich warnen und steckt mir deshalb unauffällig einen Zettel zu. Auf dem Zettel steht der wahre Name des Besuchers, welcher mir völlig unbekannt ist und den ich mir nicht gemerkt habe.
Bemerkung: Witzig, daß ich von den "Rilke-Gedichtnoten" geträumt habe. Ich wußte nämlich vorher nicht, daß ich auf der Ansprache heute Rilke zu hören bekommen würde. Es hat mich sogar einigermaßen überrascht.
Ich bin in meiner Wohnung, die anders aussieht als meine wirkliche. Es gibt eine Art abgetrennten großen gläsernen Erker, in welchem Couch und Fernseher stehen, und erst, wenn man durch den Erker hindurchgegangen ist, öffnet sich das Zimmer zu Terasse oder Balkon. Ich überlege, ob ich Fernseher und Couch vielleicht anders hinstellen sollte, aber zwei mögliche Richtungen habe ich schon durch und bei der dritten würde die Sonne direkt auf den Fernseher fallen, was ich auch nicht für sinnvoll halte. Zurück im Zimmer sehe ich meine verstorbene Katze. Ich streichel sie ein bißchen und dann fällt mir schreckartig ein, daß ich ihr ja schon seit Ewigkeiten nichts mehr zu Fressen hingestellt habe, zumindest kann ich mich nicht daran erinnern. Um Gotteswillen, ein Wunder, daß sie noch lebt. Sieht sie nicht tatsächlich sehr abgemagert aus? Ihr scheint es aber trotzdem noch gut zu gehen, wenn man ihr Verhalten betrachtet. Erstaunlich, wie lange Katzen überleben können. Wahrscheinlich haben sie eingebaute Fettreserven für magere Zeiten. Ich stelle ihr schnell einen Teller mit Milch hin und suche auch noch etwas Eßbares, finde aber nichts. Na ja, vielleicht reicht ja die Milch erstmal aus. Die Katze schlabbert sie und rollt sich danach zufrieden unter dem Bett zusammen. Später breitet sie sich auf einem knallroten Teppich aus, der bei mir im Zimmer liegt. Ich selbst lege mich aufs Bett und schaue Fernsehen.
Im Fernsehen laufen Bilder, als würde eine Kamera durch eine Art Gang oder Tunnel fahren, in welchem sich verschiedene Türen (Flügeltüren) befinden, die von allein aufschwingen, sobald die Kamera hindurchfährt. Jetzt nehme ich selbst die Stelle der Kamera ein und fahre oder fliege in hoher Geschwindigkeit durch den Gang. Ich kann mich nicht erinnern, in einem Gefährt gesessen zu haben, weshalb fliegen der Sache näher kommt, es erinnert aber auch ein bißchen an Geisterbahn. Anfangs bin ich bei dieser Fahrt etwas ängstlich, weil ich ständig sehr schnell auf irgendwelche Hindernisse, wie Türen, Fenster und auch anderes undefinierbares zurase, aber immer schwingt alles, wenn ich nur millimetergenau davor bin, rechtzeitig auf. Eine Tür öffnet sich nach der anderen, so daß ich ungehindert passieren kann. Es scheint sehr genau abgestimmt und funktioniert auch gut, weshalb ich mich nach dem ersten Stückchen Fahrt etwas mehr entspanne. Wahrscheinlich ist das so ein 3D-Erlebnisfilm, wo halt ein bißchen Nervenkitzel dabei sein soll. Die werden schon geprüft haben, daß es nicht zu einem Crash kommen kann. Manchmal durchquere ich Hindernisse aber auch einfach so, als wären sie gar nicht da, wie zum Beispiel mitten im Raum angeordnete Quadrate, die wiederum aus vielen einzelnen farbigen Würfeln bestehen und auf denen jeweils eine Zahl erscheint. Irgendwoher durch eine Stimme erfahre ich, daß dies alles die Matrix ist. Aha.
Schließlich lande ich in der Bekleidungsabteilung eines Kaufhauses. Ich schlendere ein bißchen umher und schaue mir die Sachen an. Die Umgebung verändert sich und auf einmal bin ich im Tierpark. Dort steht eine Mauer, in der zu Besichtigungszwecken sehr viele verschiedene Steine eingelassen sind, jeder Farbe und Form. Ich polke eine Handvoll Steine heraus, gerade habe ich einen durchsichtigen in der Hand, der zwei weiße "Polkappen" oben und unten besitzt, als ich sehe, wie sich der Sonnenblumenhausmeister hinter einem Vorsprung versteckt und mich beobachtet. Vielleicht will er mich erschrecken, aber da ich ihn längst gesehen habe, rufe ich ihn und er kommt auf mich zu. Schnell versuche ich den Stein wieder in die hinterlassene Lücke zu fummeln, da es nicht gelingt, stecke ich ihn mitsamt der anderen Steine unauffällig in die Hosentasche. Ich hoffe, der Hausmeister hat nicht gesehen, daß ich die Steine hab mitgehen lassen, denn das ist verboten. Wir laufen durch den Tierpark und statt des Hausmeisters ist es nun mein Kumpel, mit dem ich unterwegs bin. Dabei habe ich das Gefühl, daß ich sehr froh bin, daß er an meiner Seite ist, obwohl es dafür keinen konkreten Anlaß gibt. Wir kommen zu einem Teich oder Wasserlauf, an welchem zwei schneeweiße Enten sitzen. Ich sage irgendwas, daß ich sie gefüttert hätte, wobei ich aber hoffe, daß dies in dem offenen und mit rosa Kunstblumen geschmücktem Haus gegenüber niemand hört, da ich vermute, daß dessen Bewohner die Enten ebenfalls füttern. Wir befinden uns nun direkt am Rand des Tierparks, welcher mit Häusern und Gärten abschließt, ohne daß eine Mauer dazwischen wäre. Ein Stück des Weges wird sehr beengt, da jetzt auch von links eine Begrenzung da ist und der Weg selbst hügelig ist und nur aus festgetretenem Sand besteht. Vor einem Haus wurden drei quadratische Körbe mit Sand aufgestellt und der Weg führt direkt dort hindurch. Ich vermute, daß dies der Vorgarten des Hauses ist, weshalb ich zu meinem Kumpel die Bemerkung mache, daß wir wohl gerade durch einen Vorgarten latschen. Doch der Hauseigentümer steht daneben und ihn scheint das nicht zu stören, denn er sagt, als wolle er uns extra darauf aufmerksam machen und auch, daß wir hindurchlaufen, wie tief man doch in den Sand einsinke.
Ich nenne es bewußt Schweben, da ich nicht wie sonst in Träumen senkrecht in der Luft bin oder mit dem Gesicht nach unten fliege. Diesmal bin ich in meinem Zimmer und als ich mit meinem Körper ein bißchen nach hinten kippe, merke ich, dass sich dieser in der Luft so leicht anfühlt wie in Wasser. Auch der Auftrieb ist derselbe und während ich langsam nach hinten sinke, gehen meine Füße sofort hoch, so dass ich mich in der Luft in der Waagerechte befinde, mit dem Gesicht nach oben. So wie im Wasser kann ich mich mit leichten Körperbewegungen in der Luft steuern und es macht mir großen Spaß, so in meinem Zimmer hin und her durch die Luft zu schweben. Ab und zu stoße ich mich mit den Füßen wieder an der Wand ab, worauf ich dann sofort wieder schneller zurückgleite.
Ich wache in meinem Bett liegend auf und bemerke, allerdings erst nach einiger Zeit, daß mein Zimmer etwas anders aussieht als sonst. Das verwirrt mich, denn ich frage mich, ob ich tatsächlich in meinem Zimmer bin oder woanders und überlege, ob ich wirklich wach bin. Dennoch bin ich im Traum überzeugt davon, wach zu sein und komme schließlich auf die Idee, daß man mich während des Schlafes wegen der Bauarbeiten in einen anderen Raum umgesetzt hat. Das macht mich ziemlich ärgerlich. Ich gehe zum Fenster, sehe seltsame Pflanzen mit großen, in der Mitte etwas verfaulten Blüten davor wachsen. Dann laufe ich hinaus und komme über einen Flur in eine Küche, wo mehrere sehr alte Frauen beim Abwaschen und Kochen sind. Ich frage sie wegen des Zimmers, aber sie schauen mich ungläubig an und schütteln den Kopf. Da wird mir klar, daß ich doch träume und sofort befinde ich mich auf einer nächtlichen Straße. Ich beginne zu fliegen und dabei laut das Lied "Engel der Muse" aus "Das Phantom der Oper" zu singen. Ich fliege mit rasender Geschwindigkeit dunkle Straßen entlang und singe mit voller Inbrunst und hoher Kopfstimme dieses Lied, so laut es mir möglich ist, während jemand (wer?) zu mir sagt, daß ich meine Stimme üben soll, damit ich lauter bin als die anderen.
Ich liege in meinem Bett und schlafe, wache jedoch im Traum auf, weil draußen ein fürchterlicher Orkan tobt. Um das Haus ringsumher ist alles überschwemmt. Das Wasser klatscht schon gegen meine Fensterscheiben im 4. Stockwerk. Ich fürchte, daß die Fenster den Wassermassen nicht standhalten werden und gehe immer wieder hin, um nachzuschauen. Im Zimmer ist das Licht an, doch wie ich so vorm Fenster stehe, kann ich auf einmal nichts mehr sehen, weil alles dunkel um mich herum ist. Außerdem bin ich wie erstarrt und nicht in der Lage mich zu bewegen. Ich spüre, wie ich nach oben gehoben werde und beginne, ohne mich selbst dabei bewegen zu können, auf dem Rücken durch das Zimmer zu fliegen, während vor meinen Augen alles schwarz ist. Es macht mir Angst, aber mein Körper ist vollkommen starr, so daß ich nichts dagegen tun kann und nur darauf warte, daß es wieder aufhört.
Ich laufe eine lange Treppe hinunter und weiß plötzlich, daß ich träume. Deshalb frage ich mich, warum ich mir eigentlich die Mühe mache, zu laufen, wenn ich auch fliegen könnte. Und im gleichen Moment beginne ich die Treppe hinunterzufliegen.
Ich bin in einem Schulgebäude und wußte auf einmal, daß dies ein Traum ist und daß ich fliegen könnte, wenn ich nur wollte. Ich nahm mir vor, hoch an die Decke zu schweben und es geschah auch. Das machte so viel Spaß, daß ich begann durch sämtliche Schulflure oben an der Decke entlangzufliegen.
~Warum willst du mit ihm hadern, weil er auf Menschenworte nicht Antwort gibt? Denn auf eine Weise redet Gott und auf eine zweite; nur beachtet man's nicht. Im Traum, im Nachtgesicht, wenn der Schlaf auf die Menschen fällt, wenn sie schlafen auf dem Bett, da öffnet er das Ohr der Menschen...~
(Hiob 33,13-16)
Löwin und Tempel
Eine Löwin belauert mich. Die Raubtieraugen starr...
zuckerwattewolkenmond - 21. Nov, 10:21
Dimensionen
~Ich träumte, ich sei ein Schmetterling, hin und her flatternd, mit allen Absichten uns Zielen eines Schmetterlings. Plötzlich erwachte ich, und lag da wieder ich selbst. Nun weiß ich nicht, war ich ein Mensch, der träumte, er sei ein Schmetterling, oder bin ich ein Schmetterling, der jetzt träumt, er sei ein Mensch?~
(Tschuangtse, chinesischer Philosoph)
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Zuletzt aktualisiert: 15. Okt, 14:16