Träume von Verstorbenen
Meine verstorbene Katze und ein flaches, flauschiges Stuhlkissen auf einem Stuhl im Wohnzimmer, das verdächtig an Puschel erinnert. Sie springt hinauf und breitet sich auf dem Kissen aus, langgestreckt, die Augen geschlossen, Die Pfötchen zucken vor Behaglichkeit. Oh, denke ich, hat sie jetzt etwa einen neuen Lieblingsplatz? Sonst liegt sie doch immer an ganz anderen Orten, aber nie auf Stuhlkissen. Sie läßt sich von meinen Überlegungen nicht stören und gibt sich genußvoll der Verbesserung ihres Schlafnestes hin, indem sie da und dort mit den Pfötchen zieht oder gräbt. Ich kann nicht aufhören, ihr sinnliches Behagen zu beobachten. Da klappt auf einmal ein Stück Stoff-Rückenlehne nach vorne und begräbt sie unter sich, wie in einer Höhle. Erschrocken kriecht sie rückwärts heraus, vergißt dabei die Stuhlkante und rutscht mit dem Hintern zuerst am Stuhl hinunter auf den Boden. Ich muß laut lachen, sie dagegen hat ihren Schreck unten angekommen schon wieder vergessen und beginnt erneut die Höhle auf dem Stuhl zu erkunden. Lachend wache ich auf.
Bemerkung: Spüre ich da irgendwas von Eifersucht auf Puschel?
In einer sehr großen, unübersichtlichen Wohnung, die eher einer Landschaft ähnelt. Aus irgendeiner Ecke höre ich Gepolter und befürchte, daß ich ungebetene Gäste habe. Ich bin also auf der Hut und versuche herauszufinden, woher das Gepolter kam. Schließlich finde ich meine verstorbene Katze unter einem Tisch sitzend, ein fetter Regenwurm baumelt in ihrem Maul. Aha, da war also wieder ein Raubtier auf der Jagd!
In einem Klassenraum mit den ehemaligen Mitschülern. Es soll ein historisches Musical eingeübt werden. Dazu hören wir im Hintergrund die Musik, die vor allem aus Gesang besteht, welcher eine alte Geschichte (einer Königin?) erzählt. Wir machen dazu nur Bewegungen, indem wir tanzen oder pantomimisch darstellen. Ich trage ein fürstliches, altertümliches Kleid aus glänzendem Goldbrokat. Eine andere Mitschülerin trägt einen ultrakurzen Faltenrock und eine Haarschleife, was sie wie ein Schulmädchen aussehen läßt, obwohl wir alle in unserem heutigen Alter sind. Die Melodie im Hintergrund ist sehr einprägsam, da sie nur aus wenigen Noten besteht, die sich in Endlosschleife wiederholen. Nach dem Aufwachen habe ich sie noch laut im Kopf, ohne daß ich aber meine, sie irgendwoher zu kennen. Anfangs tanze ich nur hinten und etwas versteckt im Klassenzimmer, dann werde ich mutiger und tänzele den Gang nach vorne, wo ich zwischen den vorne am Lehrerpult herumstehenden Mitschülern hindurchtanze. Dabei mache ich weit ausholende, aber ebenso wie die Musik abgehackte Bewegungen mit den Armen, wobei ich stets mit dem Zeigefinger irgendwohin zeige. Schließlich bleibe ich stehen und jemand erklärt uns, worauf wir bei der Aufführung achten sollen.

(Der Notensatz ist nur rudimentär, da es schon Urzeiten her ist, daß ich Noten nach dem Gehör geschrieben habe.)
Nach der Arbeit laufe ich nach Hause. Der Weg führt seltsamerweise unter der Erde, durch viele Keller entlang. In jedem Keller gibt es andere Läden oder Einrichtungen, so wie auf einer Straße. Ganz am Ende liegt in einem großen Kellerraum die Post. Neben mir gehen zwei Frauen, die sich darüber beschweren, dass es hier so schäbig aussieht. Bestimmt kommen sie aus einem ganz anderen und vornehmeren Teil der Stadt. Um nach Hause zu gelangen muss ich weiter durch ein Durchgangszimmer. Als ich eintrete, bemerke ich, dass dort eine riesige Runde von Postangestellten zusammensitzt und irgendetwas feiert. Meine Ex-Kollegin H. ist ebenfalls dabei. Sie fühlen sich natürlich gestört und ich entschuldige mich schnell. Ich dachte, ich könne hier hindurchgehen. Sie erlauben mir, zur anderen Tür hinauszugehen und ich bin froh, dass es heute schon halb sieben am Abend ist, damit meine Ex-Kollegin nicht verbreiten kann, ich würde spät kommen und früh gehen. Schließlich betrete ich den Raum, wo ich hin wollte, doch es ist seltsamerweise wieder ein Büro. Meine verstorbene Großmutter väterlicherseits steht etwas abwesend im Raum, neben ihr einige Koffer, und bemerkt mich kaum. Anscheinend will sie verreisen und ist etwas im Stress. Erst als ich mich bemerkbar mache, lacht sie mir zu. Danach tritt Kollegin K. ein, die auch im gestrigen Traum schon dabei war, und erklärt mir, dass sie mich auf Arbeit wohl wieder einsetzen werden, um irgendwas auswendig zu lernen. Ich hasse auswendig lernen und es kann auch nicht meine Aufgabe sein, das ständig zu machen, aber sie sagt, wenn schon mal ein Praktikant da ist, kriegt er das eben immer ab, da kein anderes Personal verfügbar ist. Dann beginnt sie auf unseren obersten Chef zu schimpfen, der zwar Werbung und großes Tara um einen neuerschienenen Lyrikband(wohl der zweite eines bestimmten Verlages) macht, sich aber sonst um nichts kümmert.
Meine Schwägerin gibt mir eine Kaminuhr von sich und ich gebe ihr im Gegenzug dazu eine Kaminuhr von mir aus weißem Schiefer, die ihr gut gefällt. Wir sind beide zufrieden mit dem Tausch.
Später gebe ich den Schlüssel für eine Wohnung zurück, die nicht die meine ist. Die Schlüsselrückgabe macht mich ein wenig traurig und in einiger Entfernung schaue ich wie bei einem kleinen Puppenspiel einem Rechtsanwalt oder Mietberater zu, der in und auf allen möglichen Häusern und Ruinen herumklettert, oftmals in schwindelerregender Höhe und dabei darüber doziert, was man bei einem Auszug und der Schlüsselrückgabe beachten sollte.
Daraus merke ich, dass ich irgendwas falsch gemacht habe und das ist mir etwas peinlich, aber trotzig denke ich, dass diese Situation auch gar nicht so genau auf meine passt, sondern anders ist. Besser ist, so sagt er, erst alles fertigzumachen und dann den Schlüssel abzugeben, als umgekehrt. Meine Mutter, die neben mir steht, ist darüber begeistert, wie er so tollkühn herumklettert und gleichzeitig Vorträge hält. Ich stehe nun vor dem Fahrstuhl eines Hauses und spüre plötzlich so etwas kaltes, nasses an meinem Mittelfinger der rechten Hand. Als ich hinunterschaue, macht sich gerade ein schwarzer Hund aus dem Staub. Anscheinend habe ich ihm mit meinem Finger auf der Nase herumgestochert, kein Wunder, dass er Reißaus nimmt.
Ein weiteres Traumfragment ist hängengeblieben, in welchem ich mich in meinem alten Kinderzimmer befinde. Meine Katze liegt zusammengerollt dicht am Ofen auf meinem Bett. Ich streichel sie und merke, dass es furchtbar heiß im Zimmer ist. Es ist eine Hitze, wie in einem Backofen, der Kachelofen wurde wohl überheizt. Der Katze scheint das nichts auszumachen, aber ich öffne die Ofentür einen Spalt, weil ich meine, dass die Hitze so entweicht und der Ofen sich etwas abkühlt.
Mit Fr. Sch. irgendwo unterwegs, vielleicht ein Schiff. Der Begriff "blutige Enten jagen" ist im Gedächtnis geblieben. Danach ist der verstorbene Freund meines Vater mit seiner Frau zu Besuch bei mir. Sie sitzen bei mir im Wohnzimmer, während meine Mutter draußen im Flur wartet. Ich verstehe nicht, warum sie nicht mit hinein kommt. Das sieht aus, als hätte ich sie draußen abgestellt und ihr verboten hereinzukommen. Ich gehe hinaus, umarme sie und frage sie, warum sie sich nicht zu uns anderen gesellt. Doch sie will anscheinend nicht, erzählt irgendwelche Ausreden und bleibt weiter wie bestellt und nicht abgeholt im Flur stehen. Ich gehe darauf wieder zu meinem Besuch und Hr. M diskutiert wie in seinen besten Zeiten. Es geht um ein Buch, dass ich gelesen habe. Er kennt es natürlich ebenfalls, äußert weit ausholend seine Meinung, doch zum Schluß erfahre ich, dass ich damit irgendwas bestanden hätte und es wird mir gesagt, dass ich bewiesen hätte, weder aufgeblasen (wobei ich aufgeblasen im Traum wörtlich verstanden habe, also volumenmäßig), noch klein zu sein. Leider waren die Termini des Traumes so abstrakt, ähnlich wie "blutige Enten jagen", dass ich nach dem Aufwachen das meiste nicht mehr nachvollziehen und mir merken konnte.
Zitat: macht dynamisch und geistig rege
Die Tapete löst sich von den Wänden des elterlichen Wohnzimmers. Prüfend fühle ich vor, wie weit die Tapete locker ist. Zum Glück ist sie nicht kaputt, stelle ich fest. Das läßt sich reparieren. Ich tunke den Pinsel in einen Eimer aufgeweichter Hefe, um damit die Tapete einzustreichen.
Später komme ich wieder in das Zimmer und sehe meine Katze in einem großen Eimer Rote Grütze, nur der Kopf guckt oben noch raus. Meine Mutter steht daneben, ist aber mit irgendwas beschäftigt. Ich lache, weil die Mieze in der roten Grütze so lustig aussieht, doch meine Mutter sagt strafend, ohne aber hochzuschauen: "Sie ertrinkt doch!" Erschrocken ziehe ich die Katze aus dem Eimer, doch als ich sie auf dem Arm habe, frage ich mich halb ärgerlich und halb verwundert, warum meine Mutter das nicht getan hat und nur so uninteressiert daneben stand.
Ein Spatz fliegt in mein Zimmer (Kinderzimmer?) und sitzt auf dem Tisch. Als ich herankomme, fliegt er wieder weg, aber gleichzeitig entdecke ich einen winzigen anderen Vogel, der anscheinend gerade erst aus dem Ei geschlüpft ist, aber trotzdem schon herumfliegt. Er ist gerademal so groß wie ein Schmetterling und sieht aus wie eine Miniaturtaube. Irgendwoher erfahre ich, dass es aber keine Taube ist, sondern eine ganz bestimmte Kuckuckart, ein ........kuckuck. Den gesamten, sehr langen Namen habe ich mir nicht gemerkt. Mit einem Mal bin ich nicht mehr im Kinderzimmer, sondern in einem anderen, ziemlich spärlich eingerichteten und kahlen Zimmer. Ich sehe meine verstorbene Katze. Diese ist sehr zutraulich, kommt gleich auf mich zu und stößt ihr Köpfchen gegen mein Gesicht. Ich streichel sie und sie beginnt zu schnurren. Dann sind auch noch die Freundin meines Bruders und Ch., die verstorbene Freundin meiner Mutter im Zimmer. Wir wollen mit noch einigen anderen Personen zusammen irgendwohin verreisen. Es soll wohl eine weite Reise werden, weshalb die Wohnung halb aufgelöst wurde. Nun weiß ich auch, dass ich mich in der geräumigen Altbauwohung von Ch. befinde, die noch mit Kachelofen beheizt wird. Im Traum ist sie aber größer, als sie es in Wirklichkeit war und Ch. geht in die Küche, um ein benutztes Sektglas wegzustellen.
Nun ist schon die beste Freundin von meiner Mutter tot und der beste Freund von meinem Vater. Letzte Nacht träumte ich das erste Mal nach seinem Tod von letzterem. Das ist nichts besonderes, denn ich träume häufig von Verstorbenen und regelmäßig kurz nachdem sie verschieden sind. In meinen Träumen sind sie immer sehr lebendig. Doch das seltsame bei diesem Traum war, dass die Tatsachen verdreht waren. Der Freund war lebendig, während seine Frau, die eigentlich noch lebt, verstorben ist. Wir machten uns deshalb Sorgen um ihn, weil wir befürchteten, dass er alleine nicht klar kommt, denn war es doch immer seine Frau, die auf ihn geachtet hat, da er sonst ziemlich sorglos mit sich umging. Deshalb besuchten wir ihn in seiner Wohnung, mußten aber feststellen, dass er bestens zurecht kam, die Wohnung tiptop war und er sehr heiter wirkte. Außerdem erfuhren wir, dass er in seiner Traumwohnung eine Haushälterin hat, die ab und zu vorbeikommt.
Dieser Traum brachte mich auf den Gedanken, ob es nicht vielleicht auch so sein könnte, dass der Tod eigentlich das "richtige" Leben ist und das Leben der "richtige" Tod. Vielleicht ist das Leben nichts anderes als so eine Art Zwischenzeit bis zum wirklichen Leben. Und diejenigen, die tot sind, sind eigentlich lebendig, während die Lebendigen sich eigentlich in einem Zustand des Todes befinden. Vielleicht in einem Bewußtseinszustand in welchem ihnen Leben vorgegaukelt wird, während das wirkliche Leben noch auf sie wartet. Auf merkwürdige Ideen bringen einen manche Träume.
Nun ist schon die beste Freundin von meiner Mutter tot und der beste Freund von meinem Vater. Letzte Nacht träumte ich das erste Mal nach seinem Tod von ihm. Das ist nichts besonderes, denn ich träume häufig von Verstorbenen und regelmäßig kurz nachdem sie verschieden sind. In meinen Träumen sind sie immer sehr lebendig. Doch das seltsame bei diesem Traum war, dass die Tatsachen verdreht waren. Der Freund war lebendig, während seine Frau, die eigentlich noch lebt, verstorben ist. Wir, meine Mutter und noch jemand, machten uns deshalb Sorgen um ihn, weil wir befürchteten, dass er alleine nicht klar kommt, denn war es doch immer seine Frau, die auf ihn geachtet hat, da er sonst ziemlich sorglos mit sich umging. Deshalb besuchten wir ihn in seiner Wohnung, mußten aber feststellen, dass er bestens zurecht kam, die Wohnung tiptop war und er sehr heiter wirkte. Er erzählte uns, dass er in seiner Wohnung eine Haushälterin hat, die ab und zu vorbeikommt.
Während draußen im Hausflur meine Eltern und alle Nachbarn laut Silvester feiern, habe ich mich in ein Zimmer zum Fernsehen zurückgezogen, welches Ähnlichkeit mit dem Schlafzimmer meiner Eltern hat. Da die Türen alle einen Glaseinsatz haben, bin ich besorgt, dass man vielleicht das Licht im Zimmer sieht und bemerkt, dass ich mich hier "versteckt" habe. Meine verstorbene Katze scheint auch keine Lust auf Silvester zu haben, denn sie hat sich neben mir auf dem Bett zusammengerollt und blinzelt mich nur schläfrig an.