Träume von Verstorbenen
Ein Klassenzimmer, in dem der Sarg mit meinem Vater steht. Es ist nicht mehr üblich, die Särge in der Erde zu vergraben, sondern man bewahrt die Toten in einem Sarg voll Erde auf. Da die Körper dabei von Erde umgeben sind, ist man von den Auswirkungen der Verwesung ziemlich geschützt, kann den Sarg mitten irgendwo im Zimmer aufstellen und muß nicht erst auf den Friedhof gehen, um den Toten zu besuchen. Bei meinem Vater ist allerdings einer der Füße aus der Erde gerutscht und schaut ein wenig aus dem Sarg heraus, dies stört jedoch keine der zahlreichen Personen um mich herum. Verwesende Gliedmaßen sind inzwischen etwas ganz Normales. Ihnen begegnet man überall, da auch andere Särge, die in Zimmern stehen, nicht unbedingt so streng verschlossen sind. Irgendwie stört mich der Sarg, weil er den Platz für einen Schreibtisch für mich wegnimmt. Ich habe keinen Platz zum Sitzen und zum Arbeiten, und versuche das jemandem klar zu machen, damit dieser erlaubt, den Sarg hinausbringen zu lassen. Meine ehemalige Chefin schwebt herein, d. h. sie läuft trotz ihrer Körperfülle in einer seltsam affektierten Art, und bekommt den Disput mit.
Gerade sage ich, daß ich Tag für Tag am Grab meines Vaters gewesen bin - hier korrigiere ich mich, da mir einfällt, daß es so nicht stimmt -: Ich sei oft am Grab meines Vaters gewesen, aber jetzt wäre es an der Zeit, den Sarg zu entfernen, um Platz zu schaffen, damit ich an einem vernünftigen Schreibtisch sitzen kann und auch vernünftig arbeiten kann. Meine Chefin signalisiert hier mit einer Bemerkung ihre absolute Zustimmung zu meiner Meinung, hält sich aber nicht weiter auf, sondern schwebt an mir vorbei zu den anderen Leuten im Raum. Ich bin froh, daß ich wenigstens sie mit meinem Wunsch hinter mir habe, denn anscheinend ist man hier über solche Vorschläge nicht sehr erbaut. Während ich ihr nachschaue, fällt mir auf, daß sie eine unnatürlich gelbe Haut hat. Sie steht jetzt vor den anderen, öffnet ihre Bluse und präsentiert ihnen etwas, das ich selbst nicht sehen kann, aber aus den Reaktionen in hellsichtiger Weise erkenne: Ein tellergroßes Geschwür an ihrem Oberkörper.
In einem anderen Zimmer, wieder in ein Gespräch vertieft. Eine Wand des Zimmers fehlt und der Raum geht direkt in die Umgebung über. Aus dem Augenwinkel beobachte ich eine dichte schwarze Wolke, welche immer größer und größer wird, sich bis hoch in den Himmel ausdehnt. Aus dieser Wolke materialisiert sich eine Gestalt, eine Mischung aus Michael Jackson und einem Gorilla, in der Größe von King Kong. Der allererste Blick, mit gewendetem Kopf, schräg über die Schulter, mit unheimlichen, tierischen Augen, fällt genau auf mich. Nun bin ich diesem Wesen gegenüber winzig klein und überlege deshalb, ob es mich überhaupt gesehen hat. Vielleicht hat es mich ja gar nicht wahrgenommen. Andererseits weiß ich doch genau, daß es nicht so ist, sondern daß diese Mischung aus Michael Jackson und King Kong allein mich sucht, mich überall hin verfolgen wird und mich ganz sicher auch erkannt hat. Also beschließe ich sogleich zu flüchten. Während ich mich eilig vom Ort entferne, überlege ich fieberhaft, wo ich mich verstecken könnte. Am sichersten erscheint mir, mich in einem Kleiderschrank zu verstecken, da winzige Schränke dieses Geschöpf vielleicht nicht interessieren. Ich bin mir allerdings nicht klar darüber, wie es mit seinem Geruchssinn aussieht. Eventuell kann er mich ja "erschnüffeln". Doch ein Schrank ist sowieso weit und breit nicht in Sicht. Stattdessen gehe ich die Treppen zu einem Schwimmbad hinunter. Seltsamerweise sehe ich um das erhöhte Schwimmbecken herum sich sehr lange Besen bewegen. Nanu? Was ist das? Doch mit einigen Schritten weiter lüftet sich schon das Geheimnis. Eine Putzkolonne fährt lautlos auf Weinachtschlitten um das Becken herum und auf jedem Schlitten befindet sich ein Besen, die ich in der Länge auf mindestens drei bis vier Meter schätzen würde. Nun ist die Putzkolonne aus den Schlitten gestiegen und kommt mir auf der Treppe entgegen. Die Chefin ist eine ältere, verhärmt aussehende Frau mit feuerroten kurzen Haaren. Sofort vermute ich, daß es eine Hexe ist. Das würde auch die merkwürdigen Besen erklären. Sie ruft jemandem aus der Kolonne etwas zu und nennt ihn "Stefan". Es gibt zwar jede Menge Personen, die Stefan heißen, aber etwas in der Art ihrer Aussprache, eine kleine Betonung nur, läßt mich sofort wissen, daß es ein Stefan ist, den ich kenne. Nur woher? Es will mir nicht recht einfallen. Vielleicht einer meiner Blognachbarn? Aber ich habe keine Zeit, mich mit diesem Stefan weiter zu beschäftigen, denn ich muß mich vor King Kong in Sicherheit bringen.
Bemerkung: Ein Traum wie ein Abstieg ins Totenreich. Samhain ist doch noch gar nicht...
Ich wohne wieder im Kinderzimmer meines Elternhauses und muß im Bett bleiben, da ich krank bin. Mir ist langweilig und ich überlege, mit welchem Buch ich mir die Zeit vertreibe. Sofort fällt mir "Verbotene Archäologie" ein. Das liest sich bestimmt schnell und spannend und ich habe es wahrscheinlich in ein bis zwei Tagen durch. Plötzlich dringt lautes Herumgeschreie durch die Tür. Oje, meine Eltern fetzen sich wieder, daß sich die Balken biegen und das Gebrüll meines Vaters ist wie gewohnt sehr lautstark. Eigentlich meine ich mich zu erinnern, daß er beerdigt wurde und in einem Sarg liegt, aber das wird wohl nur ein Traum gewesen sein. Das hier ist die Wirklichkeit und mein Vater nicht zu überhören. Für einen kleinen Moment tut es mir leid, daß er doch noch lebt. Irgendwie war es so ruhig und harmonisch, als er nicht da war. Ich gehe hinaus, um zu schauen, was los ist. Mein Vater steht im Nachthemd und nimmt sein ganzes Bett auseinander, weil ihn etwas an dessen Standort mißfallen hat. Er wirkt sehr munter, gesund und agil, allerdings fallen mir seine Haare auf. Sie sind ungewohnt lang, so wie er sie sonst nie getragen hat.
Zurück im Zimmer höre ich Radio. Es beginnt eine Lesung und zu meinem Erstaunen muß ich feststellen, daß die Vorlesende den Titel meines Romans ankündigt. Ohhh, na sowas, die lesen meinen Roman in Bayern 3! Die ersten Sätze klingen irgendwie anders als ich sie in Erinnerung habe. Aber vielleicht lesen sie nicht den ganzen Text, sondern nur eine Leseprobe, die irgendwo herausgenommen wurde. Zum einen freudig überrascht, ist es mir auch ein wenig peinlich und ich denke bei mir, daß sich sicher Hörer beschweren werden, wie man so eine hirnrissige Geschichte im Radio lesen kann. Und da - die Übertragung wird auch schon nach ein paar Sätzen unterbrochen. Wahrscheinlich kam der erste Anruf. Doch dann höre ich die Ankündigung der Nachrichten von SFB 3. Aha. Also lag es wohl nur daran, daß der Kanal von einem anderen Sender übernommen wurde.
Ein ausgedehnter Hügel mitten in der Stadt, auf ihm ein großes Tiergehege. Es scheint eine Art kleiner Tierpark zu sein und ich überlege, wo ich bin, denn in Berlin würde mir so ein Ort nicht einfallen. Langsam steige ich den Hügel neben dem Zaun hinauf, da entdecke ich in der Ferne, da wo der Hügel am höchsten ist, einen Affen frei neben einem Haus lehnen und auch noch ein paar andere Exemplare, die frei herumlaufen. Das ist aber ein seltsamer Tierpark, der die Tiere aus dem Gehege läßt. Soll ich jetzt weiter hinaufgehen? Lieber nicht. Sind zwar nur Affen, aber darauf, daß sie mich anspringen, habe ich trotzdem keine Lust. Noch unschlüssig, rennen die Affen plötzlich kreischend und "im Affenzahn" den Hügel hinunter an mir vorbei. Herrjemine, die sind ja richtig wild. In einiger Entfernung und möglichst unauffällig renne ich ihnen hinterher, aber nicht um sie einzuholen - ich achte immer auf gehörigen Abstand -, sondern um, unten angekommen, wieder zu verschwinden, möglichst ohne die Affen auf mich aufmerksam zu machen.
In einer großzügigen alten Wohnung, meine Wohnung. Ich meine mich zu erinnern, daß hier die verstorbene Freundin meiner Mutter gelebt hat und ich nach ihr in die Wohnung eingezogen bin. Doch irgendetwas stimmt nicht. Das kann nicht ihre Wohnung sein. In ihrer Wohnung gab es eine Treppe am Eingang innerhalb des Korridors. Diese fehlt hier. Ah, dann bin ich wahrscheinlich nicht direkt in ihre Wohnung gezogen, sondern nur in eine innerhalb des gleichen Hauses.
Ein Hausflur mit gläserner Haustür. Ich mache mich gerade an einem Briefkasten zu schaffen, vor der Tür steht mein verstorbener Opa väterlicherseits und klopft aufgeregt gegen das Glas, um mir zu bedeuten, daß ich die Tür öffnen soll. Er trägt Hut und Mantel und ähnelt im Aussehen alten Fotos. Ich lasse mir allerdings Zeit, da ich erst den Briefkasten wieder schließen möchte. Mein Großvater wird leicht ungeduldig, doch als ich die Tür öffne schlüpft erst seine Frau, meine Großmutter, hindurch und läuft die Treppen hinauf. Sie trägt einen flotten Hut und ist im Stil der 20iger Jahre gekleidet. Außerdem sieht sie auch genauso jung wie damals aus. Eigentlich erkenne ich sie nur, weil ich Fotos von ihr aus dieser Zeit gesehen habe, denn persönlich kenne ich sie nicht in diesem Alter. Deshalb rufe ich ihr einigermaßen überrascht hinterher: "Du siehst aber jung aus!"
Durch irgendeinen Spruch animiert, möchte ich gerne versuchen, ob ich meinen Fuß hinter den Kopf bekomme. Und ja, es geht ganz einfach - jetzt hängt mir sogar schon meine Kniekehle im Nacken, als würde mein Bein über dem Nacken baumeln. Aber die Kniekehle im Nacken? Das kann irgendwie nicht ganz richtig sein. Ich sollte es beim Fußgelenk belassen. Langsam ziehe ich das Bein deshalb wieder zurück, bis nur noch der Fuß den Hals berührt.
Eine riesige Eisdecke begrenzt von einer Mauer. Zwar sind viele Menschen darauf und doch traue ich ihr nicht. Gehe lieber direkt an der Mauer entlang, um sie zu überqueren. Auf der anderen Seite erwarten mich labyrinthartige Räume.
Gemeinsames Fernsehen mit einer Freundin. Anscheinend ist sie Ärztin und als sie merkt, daß ich wegen Rückenschmerzen kaum noch sitzen kann, sagt sie nur: "Zeit für das doppelte Wort." Das doppelte Wort? Ah, sie meint Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung. Doppelt wohl deshalb, weil man es zweimal schreibt.(?)
Eine Gefängnisfestung ähnlich Alcatraz. Ich habe jemanden hineingeschmuggelt, der kein Gefangener ist, den ich aber in einem extra abgeschlossenem Zimmer verstecke (A.). Anscheinend betritt nie jemand dieses Zimmer. In der Festung läuft außerdem noch eine fanatische Gruppe von christlichen Frauen herum, welche hellblaue Gewänder und seltsam geformte hellblaue Hauben tragen. Sie führen ständig irgendwelche Reden über Gott, Sünden und so weiter. Ich habe mich allerdings so gut getarnt, daß sie mich in Ruhe lassen. Im versteckten Zimmer halte ich nun eine Schachtel mit eingeschäumten Schmuckstücken in der Hand. Und ich esse diese Schmuckstücke, dazu ist wohl der Schaum ringsherum, damit sie besser rutschen. Unter ihnen auch ein silbernes Kruzifix an silberner Kette. Gerade will ich es ebenfalls essen, da fällt mir ein, daß es ein Geschenk und Erinnerungsstück ist, welches ich wahrscheinlich nie wieder sehe, wenn ich es esse. Deshalb lasse ich es. Mir gegenüber am Tisch sitzt jetzt mein Vater und schaut neugierig auf die Sachen in der Schachtel. Er fragt irgendwas, kann aber wohl nicht richtig reden, da er einen Schlaganfall hatte. Vor uns läuft ein Film. Obwohl er mich nicht interessiert, bleibe ich sitzen und schaue ihn an, weil ich spüre, daß es mein Vater genießt bei mir zu sitzen, auch wenn wir nicht miteinander reden können. Also sitzen wir uns nur gegenüber und schauen den Film.
Gestern abend wollte ich noch ein wenig lesen, schlief aber schon nach zwei Sätzen tief ein, um erst nach anderthalb Stunden vom Licht wieder wach zu werden (ca. 2:15 h). In dieser Zeit träumte ich das erste Mal nach seinem Tod von meinem Vater:
Ich befinde mich an einem Ort, der an meinen früheren Hof und Kinderspielplatz erinnert, aber doch irgendwie anders ist. Ich bin darauf mit allen möglichen Dingen beschäftigt, insbesondere auch mit seltsamen, schwarz-braunen Tieren, die mit ihren zwei langen Zähnen vorne Biber ähneln. Sie sind mir unheimlich und unangenehm, was mich aber nicht davon abhält, sie zu dressieren und im Befehlston wie Hunde hin und her laufen zu lassen. Im Prinzip mache ich das, um sie gar nicht erst auf dumme Ideen kommen zu lassen und sie zu beschäftigen. Das lenkt von mir selbst ab. Während ich also alles mögliche treibe, fühle ich mich plötzlich beobachtet und wende meinen Blick zu einem kleinen Haus hinter dem Zaun des Kinderspielplatzes. Es erinnert von der Lage und Größe her an das Küsteramt, hat aber eine schwarze Fassade und auch hinter der großen Fensterscheibe ist es schwarz und kein einziges Licht zu sehen. Nur ein kaum wahrnehmbares Gesicht ist hinter dem Fenster als hellerer Fleck zu erkennen. Es schaut zu mir herüber und beobachtet mich. Sofort weiß ich, daß es mein Vater ist. Er ist auf irgendeine Art in dieses Haus eingeschlossen, nicht so, daß die Tür verschlossen wäre, aber so, daß er es trotzdem nicht verlassen kann. Es ist mehr wie eine Art Bann oder etwas, was in ihm selbst liegt. Deshalb steigt er jeden Tag traurig auf dünnen Beinen eine kleine Stiege hinauf und setzt sich an das Fenster, weil von dort das einzige bißchen Licht hereinfällt. Allerdings muß er sich sehr nah an das Fenster setzen, denn das Licht reicht nicht weit in die Dunkelheit des Hauses hinein. Von dort beobachtet er den Hof und anscheinend auch mich. Mein Gewissen sagt mir, daß ich eigentlich in das Haus hineingehen und mich um ihn kümmern müßte. Andererseits möchte ich nicht in dieses Haus. Es ist so dunkel und trostlos. Selbst hineinzugehen wäre aber die einzige Möglichkeit, wenn er nicht hinauskann. Immer noch mit meinem Gewissen kämpfend, fällt mir plötzlich siedend heiß ein, daß ich geweint habe und er es wahrscheinlich gesehen hat. Das finde ich deshalb so erschreckend, weil ich denke, daß es seine Situation noch verschlimmert, egal ob es um ihn ist oder wegen etwas anderem, denn das weiß er ja nicht, wenn er mich nur aus der Ferne beobachten kann - und das möchte ich auf keinen Fall. Ich darf künftig keinesfalls mehr weinen.
Nach dem erneuten Einschlafen träumte ich von einem Glockenturm und großen gußeisernen Glocken, welche eine Art Griff oder Halterung in Form eines Schriftzuges hatten. Ich entzifferte den Namen seiner früheren Gemeinde und Kirche.
Bemerkung: Nicht gerade ein Traum, der beruhigt.
Vor einem offenen Fenster stehend und hinausschauend: grüne Wiesen, blauer Himmel und einige Wolkenformationen, welche bei genauerem Hinschauen immer mehr an Form und Dichte zunehmen, bis sie einem Ufo ähneln. Huch, das wirkt, als würden sich Ufos aus den Wolken materialisieren. Schnell schließe ich die Fenster und schaue mich um. Mitten im Raum steht auf einmal eine kleine zierliche Person und sieht zu mir herüber. Am Gesicht und an der Frisur erkenne ich meine Großmutter mütterlicherseits, allerdings sieht sie hier aus wie eine junge Frau, so wie ich sie eigentlich nicht kenne. Wie ein Geist und völlig bewegungslos steht sie im Zimmer und blickt mich unentwegt forschend an. Sie muß ein Geist sein, sonst wäre sie nicht so jung. "Guck mal, da ist Oma!" rufe ich meiner Mutter zu, die sich irgendwo in der Nähe aufhält.
Als einziges Traumbild in Erinnerung geblieben: Ein breites Doppelbett, in welchem alles vier Großeltern dicht nebeneinander unter weißen Federbetten liegen. In einem Bett die mütterlicherseits, im anderen die väterlicherseits. Sie verbleiben dort in diesem Bett und werden von der Familie gepflegt. Zu Familienzusammenkünften wird das Bett mit in die Runde geschoben, um dann zur Abschirmung, falls die Großeltern schlafen möchten, hinter einem Vorhang zu verschwinden.
Bemerkung: Hat es etwas zu bedeuten, wenn man gleich von vier Verstorbenen träumt?
Mein Vater hat seinen Freund geheiratet, der bereits verstorben ist. Im Traum formuliere ich es so, daß er zwar schon blind und taub war, aber trotzdem seinen besten Freund geheiratet hat. Gleich in der Hochzeitsnacht gibt es allerdings einen Krach zwischen den beiden, höre ich. Als ich sie jedoch beide zusammen in Bademänteln im Ehebett liegen sehe, wirkt es eher wie eine kleine Kabbelei, denn beide scheinen recht amüsiert und gut gelaunt. Sein Kumpel grinst breit und mir fällt der Ring auf, den er am Finger trägt. Er hat zwar früher immer so einen eckigen Siegelring mit schwarzer Einlage getragen, jetzt aber ist der Ring rund und hat die Form eines Rades mit Speichen. Mein Vater hat es sich quer auf dem Bett bequem gemacht, so als sei er kurz vorher gelaufen. Erstaunt rufe ich deshalb auch aus: "Aber er kann ja laufen!" und gehe sofort hinaus, um diese Neuigkeit meiner Mutter mitzuteilen. "Du, Papa kann ja laufen." sage ich etwas unsicher und sie geht zum Schlafzimmer, um nachzusehen, öffnet die Tür mit den Worten: "Was ist denn hier los?", als hätte sie zwei Buben erwischt, die Unfug treiben. Ein bißchen vorwurfsvoll auch, denn anscheinend hat sich mein Vater immer einen Scherz mit uns erlaubt, als er so tat, als könne er nicht laufen.
Bemerkung: Nach dem Traum habe ich den Eindruck, mein Vater ist schon mehr drüben als hier.
Meine verstorbene Katze und ein flaches, flauschiges Stuhlkissen auf einem Stuhl im Wohnzimmer, das verdächtig an Puschel erinnert. Sie springt hinauf und breitet sich auf dem Kissen aus, langgestreckt, die Augen geschlossen, Die Pfötchen zucken vor Behaglichkeit. Oh, denke ich, hat sie jetzt etwa einen neuen Lieblingsplatz? Sonst liegt sie doch immer an ganz anderen Orten, aber nie auf Stuhlkissen. Sie läßt sich von meinen Überlegungen nicht stören und gibt sich genußvoll der Verbesserung ihres Schlafnestes hin, indem sie da und dort mit den Pfötchen zieht oder gräbt. Ich kann nicht aufhören, ihr sinnliches Behagen zu beobachten. Da klappt auf einmal ein Stück Stoff-Rückenlehne nach vorne und begräbt sie unter sich, wie in einer Höhle. Erschrocken kriecht sie rückwärts heraus, vergißt dabei die Stuhlkante und rutscht mit dem Hintern zuerst am Stuhl hinunter auf den Boden. Ich muß laut lachen, sie dagegen hat ihren Schreck unten angekommen schon wieder vergessen und beginnt erneut die Höhle auf dem Stuhl zu erkunden. Lachend wache ich auf.
Bemerkung: Spüre ich da irgendwas von Eifersucht auf Puschel?
In einer sehr großen, unübersichtlichen Wohnung, die eher einer Landschaft ähnelt. Aus irgendeiner Ecke höre ich Gepolter und befürchte, daß ich ungebetene Gäste habe. Ich bin also auf der Hut und versuche herauszufinden, woher das Gepolter kam. Schließlich finde ich meine verstorbene Katze unter einem Tisch sitzend, ein fetter Regenwurm baumelt in ihrem Maul. Aha, da war also wieder ein Raubtier auf der Jagd!
In einem Klassenraum mit den ehemaligen Mitschülern. Es soll ein historisches Musical eingeübt werden. Dazu hören wir im Hintergrund die Musik, die vor allem aus Gesang besteht, welcher eine alte Geschichte (einer Königin?) erzählt. Wir machen dazu nur Bewegungen, indem wir tanzen oder pantomimisch darstellen. Ich trage ein fürstliches, altertümliches Kleid aus glänzendem Goldbrokat. Eine andere Mitschülerin trägt einen ultrakurzen Faltenrock und eine Haarschleife, was sie wie ein Schulmädchen aussehen läßt, obwohl wir alle in unserem heutigen Alter sind. Die Melodie im Hintergrund ist sehr einprägsam, da sie nur aus wenigen Noten besteht, die sich in Endlosschleife wiederholen. Nach dem Aufwachen habe ich sie noch laut im Kopf, ohne daß ich aber meine, sie irgendwoher zu kennen. Anfangs tanze ich nur hinten und etwas versteckt im Klassenzimmer, dann werde ich mutiger und tänzele den Gang nach vorne, wo ich zwischen den vorne am Lehrerpult herumstehenden Mitschülern hindurchtanze. Dabei mache ich weit ausholende, aber ebenso wie die Musik abgehackte Bewegungen mit den Armen, wobei ich stets mit dem Zeigefinger irgendwohin zeige. Schließlich bleibe ich stehen und jemand erklärt uns, worauf wir bei der Aufführung achten sollen.

(Der Notensatz ist nur rudimentär, da es schon Urzeiten her ist, daß ich Noten nach dem Gehör geschrieben habe.)