Beziehungsträume

Montag, 30. April 2012

Vergessen

In meiner Wohnung ist ein ständiges Kommen und Gehen. Dauernd klingelt es an der Türe. Ich bitte die Leute rein, obwohl mir so viel Besuch im Moment eigentlich gar nicht paßt. Es sind hauptsächlich Männer, die mir in irgendeiner Art nahe stehen oder nahe standen. Doch während sie durch meine Wohnung trampeln, hänge ich meist allein in einer Ecke herum, weil alle furchtbar beschäftigt sind. Der eine damit, Essen in sich hineinzuschaufeln, der zweite damit, sich die ganze Zeit mit einer anderen Frau zu unterhalten, und so weiter. Jener, der sich mit der Frau unterhalten hat, ist irgendwann verschwunden, anscheinend gegangen, wie ich enttäuscht feststelle. Daß er nur mit der anderen Frau redet, stört mich ja schon gar nicht mehr, aber daß er so einfach geht, ohne sich von mir zu verabschieden und ein paar Worte für mich, macht mich traurig. Es ist als hätte man mich komplett vergessen, als hätte es mich nie gegeben.

Montag, 20. Februar 2012

Besuch vom Ex

K. sitzt neben mir in einem Viererabteil der S-Bahn. Uns gegenüber eine fremde junge Frau. Er, der hier im Traum kurzzeitig in die Gestalt einer ehemaligen Kollegin übergeht, erzählt mir, daß er meine früheren Liebesbriefe dazu benutzt, um irgendetwas zu verkaufen. Ich schaue ihn entsetzt an und er fügt schnell hinzu, daß er meinen Namen natürlich dabei nicht nennt. "Das ist auch gut so" antworte ich, "denn wenn du meinen Namen nennst, bekommst du von mir eine auf die Nase." Er lacht und die junge Frau gegenüber lächelt amüsiert in sich hinein, weil sie die Unterhaltung mitbekommen hat. In einem Cafe, das mehrere stufenweise angeordnete Podeste hat, sitze ich auf einem oberen Podest mit einer jungen Frau, vielleicht der aus der S-Bahn, während auf einem unteren Podest K. seinem Job am einem Verkaufstand nachgeht. Die junge Frau klagt mir, daß es ihr psychisch gerade nicht gut gehe. Seltsam, ich fühle mich hier im Cafe, so im Gespräch mit ihr, gerade sehr wohl, was ich ihr auch sage. Später gehe ich ein Stück mit K. während weit entfernt am Bahnhof eine Frau mit einem weißen Rollkoffer wartet. Ich weiß, daß sie auf ihn wartet, weil er ihr irgendwelche Zeichen macht, wahrscheinlich ist das seine neue Freundin. Dann legt er seinen Arm um mich, ich meinen um ihn und wir laufen nebeneinander her, bis er sich schließlich von mir mit den Worten: "Du weißt ja, ich brauche nichts, ich gebe nichts und ich nehme nichts." verabschiedet. Den letzen Teil des Satzes vervollständige ich scherzhaft mit ihm zusammen, denn ich kenne diese Worte bereits, weil er sie ständig sagt. Später liegt vor mir eine Packung Pastellkreiden und ein leeres Blatt Zeichenkarton. Mir fällt auf, daß die Farbskala der Pastellkreiden ausschließlich einen großen Umfang an Blautönen, einige Grüntöne und Gelb umfaßt. Ein bißchen wenig, damit kann man ja höchstens Schneelandschaften zeichen. Sofort habe ich das Bild einer Schneelandschaft mit einem igluähnlichen Eishaus vor Augen, aus dessen einem Fenster ein warmer gelber Lichtschein fällt. Nun betrete ich einen großen, etwas rümpeligen Seminarraum, in welchem eine wichtige Veranstaltung stattfinden soll. Es sind allerdings nur sehr wenig Leute dort, die man an einer Hand abzählen kann. Unter ihnen erkenne ich Iseman Namesi. Ich nicke ihm grüßend zu und sage "Du auch hier?", bevor ich Platz nehme. Er nickt zurückt. Draußen am Himmel ziehen wie bunte Wolken seine Bilder und Webseiten vorüber. Das ist eine gigantische Reklame, aber es paßt. Er macht seine Sache wirklich gut.

Samstag, 28. Januar 2012

Trennung und Luftschlösser

In der alten Wohnung meines Bruders. Gras ist über den Fußboden gewachsen und ich, sowie einige andere Bekannte helfen, das Unkraut zu rupfen. Der modrige, staubige Geruch ist ganz genauso wie früher vorhanden, fällt mir auf. Dann ist es mein Kumpel, der wieder in sein altes Zuhause gezogen ist, weil seine Freundin mit ihm Schluß gemacht hat. Er hat wohl irgendetwas gesagt oder getan, was sie so aufbrachte, daß sie sich trennen wollte. Mich wundert das ein bißchen, hatte er doch beim letzten Telefonat noch erzählt, wie wenig zickig sie sei. Seltsam. Dann muß es etwas wirklich Schwerwiegendes gewesen sein, aber ich traue mich nicht, weiter nachzufragen. Seine Kumpel sind anwesend und wir bereiten uns auf einen Discobesuch vor, genauso wie früher. Ich freue mich auf diesen Abend, an dem alles genauso wird wie früher. Eine bißchen blöd finde ich es allerdings, daß es mir richtig gut geht, wenn es ihm wahrscheinlich eher schlecht geht, aber andererseits trage ich ja keine Schuld an den Umständen. Später auf einem sonnenüberfluteten Hügel schaue ich mit meinem Kumpel auf alte verfallene Backsteinhäuser hinunter und wir spinnen miteinander herum, was für tolle Traumhäuser man daraus machen könnte. Ganz so wie früher. Wir konnten schon immer herrlich zusammen architektonische Luftschlösser bauen. Ein schönes Gefühl von Verbundenheit und Freundschaft.

Sonntag, 15. Januar 2012

Rivalen

In mehreren Räumen haben sich Kollegen, Bekannte und Verwandte zusammengefunden, um zu feiern und zu tanzen. Ich tanze mit mehreren Männern. In einen von ihnen bin ich verliebt, die anderen sind seine Brüder und/oder Kumpel. Danach sitze ich in einer Runde von Kolleginnen, unter ihnen M., die ebenfalls Brustkrebs hatte. Ihre Brust wurde amputiert und sie sagt, daß sie auf der Suche nach einem Arzt für den Brustaufbau sei. Wir unterhalten uns über dieses Thema und irgendwann erzähle ich ihr auch von meiner Studienkollegin, die gleich nach der Brustkrebsdiagnose gestorben ist. Dabei ist sie kurz vorher noch im Urlaub gewesen, sehr mysteriös das Ganze. Tage später, in den selben Räumlichkeiten, sind wieder alle versammelt. In einem der Zimmer wurden Verkaufsstände aufgebaut. Diese will ich aufsuchen und setze mich zwischendurch im Menschengemenge, weil vor dem Verkaufstand eine ganze Schlange von Leuten steht. Jemand umfaßt mich von hinten und beugt sich zu mir hinunter. Es ist mein Herzensmann. Mit Tränen in den Augen fragt er mich, ob ich seine Nachricht nicht bekommen hätte. Ich verneine, bei mir ist keine Nachricht angekommen. Traurig murmelt er, daß er dann seinem Bruder/Kumpel wohl nicht trauen kann, denn dieser sollte eine Nachricht übermitteln. Zum Glück hat er mich selbst noch einmal angesprochen und mich gefragt, denke ich. Er geht wieder, doch bald darauf schlingen sich die nächsten Arme um meinen Hals. Es sind die vom Bruder oder Freund und es scheint mir, daß er ebenfalls Interesse an mir hat. Er beginnt zu erzählen, daß mich der andere täuschen will und es nicht ernst mit mir meint, deshalb habe er mich schützen wollen und mir die Nachricht nicht überbracht. Ich kann das einfach nicht glauben - sollten die Tränen gespielt gewesen sein? Mir fallen all meine vergangenen Liebesbeziehungen ein, die dadurch entzweit wurden, daß sich Kumpel als Rivalen eingemischt und Mißtrauen gesät haben. Soweit will ich es diesmal nicht kommen lassen. Ich werde es einfach nicht glauben und kann es auch gar nicht glauben, dazu fühle ich zuviel von seiner Liebe. Die Leute im Verkaufsraum haben alles mitbekommen und unsere Liebesbeziehung bereits seit dem Tanzfest aufmerksam und gönnerhaft gerührt beobachtet. Als ich mich anstelle, sagen mir viele aus der Schlange: "Der linkt dich nur!" Die Frage ist wer - mein Herzensmann oder der Bruder/Kumpel? Ich beschließe ganz einfach, es auf den letzteren zu beziehen und antworte nichts darauf. Als ich an der Reihe bin, ist die Verkäuferin äußerst liebeswürdig, redet wohlwollend über unsere Verliebtheit und macht mir nur deshalb, weil sie davon so warm ergriffen ist, einige Zugaben und Geschenke, wie eine Schüssel voller Kekse mit Zuckerstreuseln. Außerdem schlägt sie mir vor, ein neues Nachthemdchen zu kaufen und zeigt mir gleich ein weißes, welches durchgehend durchsichtig ist, nur an den Kanten dicker abgesteppt und mit kleinen weißen Streublümchen in großzügiger Verteilung dekoriert. Da kann ich auch gleich nichts anziehen. Mich interessiert deshalb mehr ein ähnliches Nachthemdchen mit gleichem Schnitt, aber mit großen aufgesetzen, orientalisch anmutenden Applikationen in Dunkelrot und Türkis, die nur einige schmale durchsichtige Streifen lassen. Ich beschließe es zu kaufen und stelle fest, daß es 32 Euro kostet. 32 Euro für ein Teil, das ich wahrscheinlich kaum tragen werde, aber egal, die großzügige Stimmung der Leute hat mich angesteckt und einen Rückzieher will ich jetzt nicht mehr machen.

In meinem ehemaligen Kinderzimmer sind die Fenster schräg nach hinten gelegt, als wären sie Dachfenster, und unvermutet landet ein blaubunt schillernder Pfau darauf. Na sowas, wo kommt der denn her? Ist er irgendwo ausgebüxt? Auch später, als ich mich auf dem Hof befinde, ist er noch da und springt in den Bäumen umher. Ich wundere mich über die Leichtigkeit, mit der er das tut, obwohl er doch vom Körperbau ziemlich plump wirkt.

Sonntag, 14. August 2011

Ein Rollstuhl für zwei

Ausgelassen auf dem Schoß eines Mannes sitzend. Wir fahren eine Straße entlang, denn er sitzt in einem Rollstuhl, genauso wie ich. Der Rollstuhl ist sozusagen für uns beide, aber trotzdem nichts, was uns in unserer verliebten Stimmung stören würde. Eine tiefe Intimität und Nähe ist zu spüren, während wir uns gegenseitig necken und miteinander scherzen. Mittendrin kommt eine solch starke und warme Woge von Liebe in mir hoch, daß es mir die Sprache verschlägt. "Ich kann jetzt nichts sagen." hauche ich, ohne weitere Erklärungen. Doch gleichzeitig bin ich mir völlig sicher, daß er weiß, was mit mir los ist, weil er ganz genau dasselbe spürt, auch wenn ihm äußerlich nichts anzumerken ist. Es gibt absolut keinen Zweifel daran, daß alles, was ich spüre, er ebenfalls spürt und umgekehrt. Als die höheren Wogen vorüber sind, beginne ich ihn wieder zu necken. In der Hand halte ich eine Zeichnung mit einer Figur im Pyjama. Auf diesem sind Sterne oder Blümchen angedeutet. "Das bist du mit deinem Blümchenpyjama." sage ich schelmisch. Lachend erwidert er etwas. Im Hintergrund blitzt das Wissen auf, daß er sowohl eine Frau als auch eine Geliebte hat, welches beides nicht ich bin. Doch dies bleibt völlig unerheblich und nebensächlich für die Situation, auch von seiner Seite, wie ich erfreut feststelle. Schön, wenn die Liebe so frei fließen kann.

Bemerkung: Am Abend zuvor sah ich einen Sketch mit Harald Juhnke und Eddie Arendt. Beide betreten den Saal zu einer Party. H. J. prahlt: "Sehen Sie die attraktive Brünette da hinten?" "Ja." "Das ist meine Frau. Und sehen Sie die sexy Blondine, mit der sie gerade redet?" "Ja." "Das ist meine Geliebte." Eddie Arendt darauf: "Interessant! Bei mir ist es genau anders herum!"

Dienstag, 15. März 2011

Einkäufe

Ein Geschäft in der Innenstadt, welches sich irgendetwas mit "Frühling" nennt. Vielleicht "Frühlingsmarkt" oder ähnlich. Es ist sehr beliebt zum Kramen, da man dort neben Kleidung vor allem Selbstgemachtes bekommt. Ich schaue ebenfalls hinein. Über Treppen geht es durch mehrere kleine Verkaufsräume. In einem liegen Lammfell-Winterjacken gestapelt, die mich aber nicht so sehr interessieren, da ich ja eine besitze. Stattdessen erregt eine kurze Jacke in samtigen strahlenden Weiß mit weißen Fellpuscheln meine Aufmerksamkeit. Bei genauerem Hinsehen erkenne ich eine hauchfeine, leicht durchsichtige goldene Zickzackborte an Ärmel- und Jackenabschluß. Ja, das würde mir gefallen. Überraschend fällt mir ein, daß Gris, aus jenem Traum: http://weltentanz.twoday.net/stories/stoerenfreunde/, gar nicht mehr angerufen hat. Allerdings habe ich ihn meinerseits ebenfalls völlig vergessen, obwohl unser Treffen gerade erst höchstens eine Woche, (oder zwei?), her ist. Mir kommt es vor wie eine Ewigkeit, die inzwischen vergangen ist, was ich seltsam finde. Auch, daß mir zwischendurch alles entfallen ist. Vielleicht hat er ja doch angerufen - ich hatte die ganze Zeit mein Handy ausgeschaltet. Das Handy mußte man irgendwo abgeben und ich bekomme mit, daß ein Kind fast darüberlatscht, weshalb ich schnell hinzuspringe und es rette. Oder nicht, denn das Handy ist bereits kaputt. Ein breiter Riß zieht sich vertikal über das Touchdisplay und es ist nichts mehr darauf zu erkennen, auch nicht, ob jemand angerufen hat. So ein Mist. Dafür ist das Handy jetzt in einen breiten Rahmen zum Aufhängen an die Wand gebettet. Dieser enthält einen Stadtplan und Pins zum Markieren. Immerhin, gar nicht so schlecht dieses Offline-Teil. Ich stecke beides ein, da ich inzwischen argwöhne, es ist nicht mein Handy, sondern wurde vertauscht. Aber meines finde ich wahrscheinlich eh nicht mehr. Irgendwo sehe ich Gris mit einer Frau sitzen, anscheinend eine Neue, die er umgarnt hat. Erwartungsgemäß läßt es mich völlig gleichgültig, da ich nicht in ihn verliebt war. Ich kann nun wohl davon ausgehen, daß er nicht angerufen hat, aber frage mich, ob er mich noch kennen will oder nicht und ich ihn ansprechen soll. Immer so tun, als ob man sich nicht kennt, ist auch doof. Doch ich störe lieber nicht und kaufe stattdessen eine rot-weiße Sommerjacke aus einem Mix von kleinen Karos und Blumenmuster. Leider habe ich sie vorher nicht anprobiert und stelle erst auf der Straße fest, daß die Ärmel viel zu klein und kurz sind. Ich kriege da nicht einmal meine Hand hinein, weshalb ich noch einmal das Geschäft betrete und reklamiere. Die Dame am Verkaufstand ist etwas verärgert, aber mein Gott, ich kann ihr auch nicht sagen, warum ich die Jacke vorher nicht anprobiert habe. Und das ist ja wohl unrelevant, denn ich möchte schon eine Jacke haben, die paßt.

Dienstag, 1. März 2011

Störenfreunde

Ein Abend, den ich irgendwo in der Natur, an einem schimmernden See ausklingen lasse. Ich liege etwas erhöht auf einem Hügel, eine Decke zwischen mir und der Erde. Dies scheint ein beliebter Platz zu sein, in der Nähe von Oranienburg, denn auch andere Leute lassen sich hier nieder. Es kommen mehrere Asiatinnen, eine davon greift nach meiner Decke, als ich kurz aufgestanden bin. Dafür gebe ich ihr eine schallende Ohrfeige. Ich bin selbst über mich erstaunt und sie geht empört zu den anderen. Aufgeregt schnattern sie in ihrer Sprache durcheinander und werfen mir böse Blicke zu. Doch nach der Ohrfeige bin ich besänftigt und reagiere auf Bemerkungen von ihnen nur noch mit nett lächelnden Antworten, was auch sie besänftigt. Fast scheinen sie mich inzwischen zu mögen. Neben mir liegt nun eine Sportkollegin aus dem Gesundheitsverein. Wir reden nicht, ich habe sie noch nicht einmal gegrüßt, und ich hoffe, sie nimmt mir das nicht übel. Doch unser Schweigen ist einträchtig und vertraut. Irgendwann mache ich mich auf den Weg nach Hause und lande in einem fremden Schlafzimmer, wo ich den Weg durch einen der Kleiderschränke suche. Der Weg zurück nach Hause geht nämlich durch eine kleine versteckte Öffnung. Jemand macht mich darauf aufmerksam, daß ich im falschen Schlafzimmer bin und zeigt mir das richtige. Hier muß also irgendwo in den Kleiderschränken der Durchgang sein. Ich erwache in meinem Bett, neben mir ebendieselbe Sportkollegin, die gerade noch auf dem Hügel neben mir lag. Am Nachmittag klingelt das Telefon, ein Mann ist am Apparat. Sofort fällt mir alles wieder ein. Ich hatte gestern Abend einen Mann auf dem Hügel kennengelernt. Er heißt Gris und wir haben uns unterhalten. Er hat mir von seinem Lieblingsbuch erzählt und ich finde es auf meiner Anrichte. Hat er es mir geschenkt? Ich hoffe es, nicht daß ich es einfach eingesteckt habe. Es ist ein Kinderbuch über die Familie Eberlein und sieht aus wie die Ausgabe meines Struwelpeters, die ich als Kind hatte. Danach haben wir Fesselspiele gemacht, indem er mich mit dem Faden einer Garnrolle so sacht und fein einwickelte, daß ich mich jederzeit selbst daraus befreien hätte können. Ein wenig wundert es mich, daß er so schnell bei mir anruft. Am Telefon erzählt er mir, daß er mit mir sogar zur Oscarverleihung fahren würde. Hm, warum erzählt er mir das? Ich schweige und irgendwann schweigt er auch, was mir gar nicht gleich auffällt. Als ich das Gefühl habe, daß die Verbindung abgerissen ist, frage ich schnell: "Was hast du gesagt?" Ich lasse mich auf eine Verabredung bei ihm zu Hause ein. Es sind vier Freunde und Freundinnen von ihm dort, die in einer Couchecke sitzen und lebhaft diskutieren. Inzwischen würden wir gern alleine sein. Ich liege schon nackt und bäuchlings auf seinem Bett in der anderen Ecke des Raumes. Er betrachtet mich und macht begeisterte Bemerkungen über meinen angeblich kleinen, süßen Hintern. Zwischendurch sehe ich in einem Baum vor dem Fenster einen Affen, wie mir scheint, was mich sehr erstaunt. Ein Eichhörnchen ist es jedenfalls nicht, obwohl das Tier ein rotes Fell hat. Als ich Gris darauf aufmerksam mache, ist es ein kleinrassiger Bär, der aus dem Geäst springt. Auch Gris ist jetzt nackt und ölt meinen Rücken ein. Außerdem hat er ein schwarzes Kondom bereit gelegt. Doch seine Freunde scheinen unsere Aktivitäten gar nicht zu bemerken, bzw. sie stören sich nicht daran und machen keine Anstalten zu gehen. Deshalb zieht er sich wieder einen Bademantel über und wirft einen zweiten über mich drüber. Dann legt er sich halb auf mich drauf und beginnt mir aus seinem Kinderbuch über die Familie Eberlein vorzulesen. Dabei hält er eine andere Ausgabe in der Hand, die Ausgabe, die ich zu Hause habe, hat er mir tatsächlich geschenkt, wie ich erleichtert feststelle. Durch den Stoff der Bademäntel hindurch spüre ich seine Erektion, was mich so ablenkt, daß ich nichts von dem mitbekomme, was er mir vorliest. Stattdessen frage ich mich, wie lange er wohl an sich halten kann, ohne in den Bademantel zu ejakulieren.

Bemerkung: Da hat mich doch jemand offensichtlich umgarnt...

Sonntag, 20. Februar 2011

Kliniksex

In diesem großen Klinikbetrieb mit ineinander übergehenden mehrfach belegten Krankenzimmern gibt es mehr als genug Patienten. Und trotzdem fühle ich mich hier ziemlich verloren und allein. Die Zeit zieht sich träge zwischen Aufstehen und Hinlegen, endlos. Ab und an sitzt man am Tisch und unterhält sich. Männer und Frauen sind zusammen und bunt gemixt untergebracht. Dadurch freunde ich mich mit einem blonden, etwas kleineren Mann im gleichen Zimmer an. Er ist verheiratet und hat eine Familie zu Hause. Wir sitzen öfter auf seinem Bett und führen lange Gespräche. Während ich mal wieder ziellos und etwas gelangweilt durch das Zimmer geistere, kommt die Oberschwester und erzählt mit kopfschüttelnd, Rudi Völler wäre in der Klinik und hätte von ihr gewollt, daß sie noch um 16 Uhr jemanden anruft. Als ob man um 16 Uhr noch jemanden erreichen würde, wenn alle längst Feierabend machen. Aber er tat so, als sei es früh am Morgen. Nun ja, antworte ich, vielleicht ist er einer der Menschen, die lange schlafen. Sie nickt und geht. Erneut laufe ich ziellos zwischen Tisch und Tür umher, mal ein Wort da und dort anbringend. Verloren in einer Zeitschleife des Klinikbetriebs wie alle anderen Patienten in Nachthemden um mich herum. Sex hatte ich auch lange nicht mehr. Wenn man so viel Zeit in einer Klinik verbringt, gibt es kaum bis gar nicht Gelegenheit dazu. Ok, Sex ist keine Lösung, täte aber mal wieder gut. Doch der einzige Mann, der dafür in Frage käme, von denen, die mir hier zur Verfügung stehen, wäre mein neuer Bekannter, und der könnte es vielleicht falsch auffassen, wenn ich ihn frage. Schließlich will ich nur ein wenig körperliche Zuwendung, und er ist ja ebenfalls lange genug hier begraben. Irgendwann frage ich ihn, so wie man jemanden darum bitten würde, eine Zeitung mitzubringen: Schläfst du mit mir? Und er läßt sich nicht zweimal bitten. Es ist ein Akt der Nächstenliebe, eine Hilfsaktion zwischen Freunden, aber es ist warm und gut, wenn er seine Arme um mich legt und in mich eindringt.

Sonntag, 23. Januar 2011

Fehlende Escape-Taste

J. ist zwar etwas mürrisch und störrisch, aber bestimmt kein schlechter Kerl. Bei einer Fortbildungsveranstaltung in einem großen Saal, bei der jeder in einem Bett unter seiner eigenen Steppdecke liegt, sind wir uns näher gekommen. Ich liege nun sogar schon unter seiner Decke und er verwöhnt mich hingebungsvoll mit Oralsex. Er kann das gut, weshalb ich ihn gewähren lasse, es bleibt allerdings nicht aus, daß andere etwas mitbekommen. Noch immer seine Decke umgelegt schleiche ich mich in mein Bett zurück. Mein Spielpatzfreund, der ebenfalls etwas gemerkt hat und anscheinend eifersüchtig ist, macht hämische Bemerkungen über die Indizien, wie zum Beispiel das Mitbringsel. Zufrieden wie ein schnurrendes Kätzchen prallen die Sticheleien an mir ab und ich antworte frei heraus etwas provozierend: "Ja, ich habe J.s Kuscheldecke bekommen."

In einem gewöhnlichen Traum verändert sich auf einmal blitzschnell die Szenerie, so als würde sich ein neues Computerbild aufbauen. Die neue Szenerie ist irgendwie unheimlich mit seltsamen Gestalten, die abgetrennte, blutige Köpfe bei sich herumzuliegen haben. Mir wird klar, daß ich hier zufällig mitten in einem Computerspiel gelandet bin, aber in einem, das mir nicht gefällt. Eigentlich hat jedes Spiel einen Ausgang, die Escape-Taste oder ähnliches, aber so mitten drin, weiß ich nicht, wo ich suchen soll. Wo finde ich den Ausgang, bzw. die Escape-Taste? Hier gibt es nirgendwo eine Tastatur, also muß die Escape-Taste irgendwo anders versteckt und eingebaut sein. Vielleicht eine Tür oder ähnliches. Ratlos bleibt mir nichts weiter übrig, als weiterhin in der Szenerie suchend herumzuschlendern, wobei ich an einigen der seltsamen Leute und abgetrennten Köpfe vorbei muß. Ich versuche mich dabei so unsichtbar wie möglich zu machen, aber sie rufen mir etwas zu. Gespielt unbefangen antworte ich und tue so, als würden mir die blutigen Köpfe nicht auffallen.

Bemerkung: Für mein Leben hätte ich manchmal auch gerne eine Escape-Taste.

Montag, 29. November 2010

Die Tomatenwanderung

Da ist ein vertrauter Mann. Wir befinden uns in einiger Distanz zueinander und auch gefühlsmäßig herrscht zwischen uns Distanz. Es scheint, daß er die Lust an mir verloren hat. Es läuft wohl auf eine Trennung hinaus. Während wir uns unterhalten, schmilzt die Distanz zusehends und schließlich kehrt mit behutsamen Zärtlichkeiten und Umarmungen auch das Gefühl zurück. Er sagt, daß er mich nicht verlässt. Gemeinsam gehen wir eine Straße entlang, die voller wandernder, dunkelroter Tomaten ist. Diese rollen selbständig wie ein lebendes Tomatenmeer voran, jede Größe ist vertreten. Einige sind klein wie Beeren, andere groß wie Pezzibälle. Wir versuchen immer in der Nähe der schönsten Tomaten zu bleiben, um uns diese zu sichern, und auf denen, die groß wie Pezzibälle sind, ruhen wir uns zwischendurch aus.

Das verborgene Buch der Träume

...und andere gesammelte Schätze aus den Tiefen des Seelenmeeres

Träume

~Warum willst du mit ihm hadern, weil er auf Menschenworte nicht Antwort gibt? Denn auf eine Weise redet Gott und auf eine zweite; nur beachtet man's nicht. Im Traum, im Nachtgesicht, wenn der Schlaf auf die Menschen fällt, wenn sie schlafen auf dem Bett, da öffnet er das Ohr der Menschen...~ (Hiob 33,13-16)

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Nachtexpress - 23. Mai, 11:49
Klasse Text! LG
Klasse Text! LG
ulla (Gast) - 16. Mai, 15:56

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~Ich träumte, ich sei ein Schmetterling, hin und her flatternd, mit allen Absichten uns Zielen eines Schmetterlings. Plötzlich erwachte ich, und lag da wieder ich selbst. Nun weiß ich nicht, war ich ein Mensch, der träumte, er sei ein Schmetterling, oder bin ich ein Schmetterling, der jetzt träumt, er sei ein Mensch?~ (Tschuangtse, chinesischer Philosoph)

Status

Online seit 2340 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 17. Mai, 16:48

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