Gartenträume (Erde)

Freitag, 25. April 2008

Audriis Rasterzöpfe

Ein neues verstecktes Heim mit kleinem Vorgarten auf einem Hinterhof. Es ist alles ein wenig heruntergekommen und verdreckt. Der kleine Vorgarten ist überdacht und es stehen Müllcontainer darin. Auf einer Bank sehe ich eine riesige geöffnete Tüte mit Back-Pommes frites. Ein Blick durch die Öffnung zeigt mir, daß da nicht nur Pommes frites, sondern verschiedene andere Teigstückchen, Waffeln und ähnliches darin sind, teilweise in sehr blumigen Formen und seltsamerweise alle mit Zahlen und Buchstaben beschriftet. Könnte es sein, daß dieser Vorgarten der Müllplatz für ein Restaurant ist? Da muß ich nochmal mit dem Vermieter sprechen, denn zum einen möchte ich nicht einen Müllplatz in meinem Vorgarten und auch nicht, daß fremde Leute hier hereintrampeln. Der kleine Vorgarten ist relativ schmal und in wenigen Schritten folgt sogleich eine sehr schöne, in eine hohe Mauer eingelassene, schmiedeeiserne Tür, die zu einem zweiten Hof führt. Sonne fällt durch sie hindurch in den relativ dunklen Hofgarten und ich vermute, daß mein richtiges Heim, in dem ich wohnen werde, irgendwo dahinter liegt. Ich vermute es, da der kleine Garten links und rechts von unbewohnten Baracken begrenzt ist, die nicht nach Wohnungen aussehen. Ein kurzer Blick über die schmiedeeiserne Tür zeigt mir dagegen hohe, sonnenbeschienene Holzhäuser. Ich wußte gar nicht, daß mit Holz auch mehrstockige Wohnhäuser bauen kann! Das ist doch relativ ungewöhnlich. Zunächst einmal begnüge ich mich aber mit dem bißchen Sonne, was durch das Tor in der Mauer fällt und versuche schon einmal ein wenig aufzuräumen. Ich beginne mit dem Maschendrahtzaun, dessen Pfähle sich vom Wind gebeugt, tief zu einer Seite gesenkt haben. Ich richte sie auf und versuche sie so zu befestigen, daß der Zaun wieder gerade steht. Danach mache ich einen Ausflug in die Umgebung, wobei mir seltsam bewußt wird, daß mir ist, als wäre ich hier einmal vor langer Zeit gewesen, aber trotzdem irgendwie alles neu und unbekannt ist. Einen kleinen Berg, besser gesagt Hügel, in der Nähe passiere ich auf der sonnenbeschienenen Straße, - an die Umgebung kann man sich gewöhnen, es gibt sicher noch einiges Schönes zu entdecken -, da spricht mich eine junge Frau an, die mir eine Zeitung entgegenstreckt. "Schau nur, da ist ein Bild von mir drin!" Jetzt weiß ich, daß es Frau Audrii ist, aber noch etwas ratlos suche ich sie auf dem Bild. Das Bild ist linksseitig in sehr kräftigen, dunklen Farben, ohne daß etwas nennenswertes darauf zu entdecken wäre. Allerdings ziehen die kräftigen Farben meinen Blick auf sich, erst danach wandert er auf die rechte Seite, die in zarten, kaum wahrnehmbaren pastelligen Tönen und feinen Strukturen gestaltet ist. Nach längerem Hinschauen erkenne ich in diesen Strukturen ein Doppelbildnis von Audrey Hepburn mit einem prachtvollen Diadem, an "Frühstück bei Tiffany" erinnernd. Aber das ist doch nicht Audrii! Natürlich nicht, sie zeigt jetzt auf eine viel kleinere versteckte Person im Hintergrund. Ihr Gesicht ist nicht zu sehen, dafür aber eine sehr ausgefallene Frisur - kleine dicke Rasterzöpfe rings um den Kopf herum, welche in großen roten Perlen enden. "Coole Haare hast du!" sage ich, sie nickt, scheint allerdings nicht sehr begeistert.

Bemerkung: Das Doppelbildnis von Audrey Hepburn erinnert mich ein wenig an ein Doppelbildnis von zwei balinesischen Tänzerinnen, das ich vor langer Zeit einmal gemalt und längst weggeworfen habe, da die Haltung, die Blickrichtung und die Perspektive sehr ähnlich war.

Dienstag, 12. Februar 2008

Mein wunderbarer Wäschegarten und das Wunder des Ostens

Der Wäschegarten meiner Kindheit. Sonnenbeschienener Rasen, umrandet von grünen Sträuchern. Leider sind der Hausmeister und seine Familie inzwischen so gebrechlich, daß sie das Stückchen Grün nicht mehr so pflegen können wie früher. Aus diesem Grund wird es mir zur Benutzung und Pflege übertragen, allerdings ohne daß es in meinen Besitz übergeht. Ok, ich habe zwar schon einmal schlechte Erfahrungen mit so einer Einigung gemacht (in real), aber egal, es ist trotzdem nicht schlecht, mit so einem Stückchen Garten machen zu können, was ich will. Ich benutze ihn zum Beispiel als Zeltplatz, wobei ich mein Zelt lieber auf der Seite zur Straße hin aufschlage, da dort die Sonne heller und wärmer scheint, wie ich meine. Außerdem will ich es mir in dem Garten richtig gemütlich machen, wobei der Garten in meinem Bewußtsein fast so einen Stellenwert wie ein Haus oder eine Wohnung hat. Zum einen möchte ich möglichst wenig Einblicke und Schutz vor den Menschen außerhalb meines Gartens, da nicht alle gut gesonnen sind, und zum anderen soll er auch einfach schön sein. Er soll nur für mich, geheim und unangreifbar sein. Ich nehme mir vor, auf der Südseite, wo die Sträucher etwas gelichtet sind und einige Beete angelegt wurden, neue Pflanzen zu setzen. Dann gehe ich weiter alle vier Seiten an den Sträuchern entlang und überlege, was ich da und dort verbessern oder verschönern könnte. Eine Seite des Sträuchergürtels ist nun wie eine lange Anrichte, auf welcher Blumentöpfe und Kerzen wahllos herumstehen. Ich verschiebe die Blumentöpfe und Kerzen hierhin und dorthin, bis die Zusammenstellung meinem ästhetischem Empfinden schmeichelt. Jetzt ist der gesamte Zaun auch noch mit Reben von saftigen, süßen grünen Trauben bedeckt. Ich zügele mein Verlangen, die süßen Trauben zu essen, um sie lieber dekorativ anzuordnen. Eine Bewohnerin meines jetzigen Mietshauses betritt den Garten und übt ruhige und sachliche Kritik an mir, indem sie auf eine Art Wappenschild zeigt, welches dick mit fettiger Dreckkruste überzogen ist, so wie sie leicht auf Backblechen entsteht. Ich nehme die Kritik erstaunlich souverän und wohlwollend auf, denn ich finde, sie hat recht - mich nervt dieses krustige Fett ebenfalls schon lange, aber leider habe ich es trotz allen Schrubbens und mit den besten Reinigern nicht abbekommen. Das sage ich ihr auch, worauf sie mir ein Geheimnis verrät. Sie benutzt dazu nämlich immer einen ehemaligen DDR-Reiniger, der heute unter dem Namen "Das Wunder des Ostens" erhältlich ist, und sie schwört, daß man damit garantiert jedes Fett weg bekommt. Schon reicht sie mir ihre Flasche und gemeinsam schrubben wir nun an dem Schild. Tatsächlich - dieser Reiniger ist wirklich erstaunlich. Das muß ich mir merken.
Einige Traumfragmente fehlen, doch ist ein anschließendes in Erinnerung geblieben, in welchem ich an einem Fenster stehe und auf die nächtliche Straße schaue, welche ziemlich weit unter mir liegt. Vor dem Fenster fliegt ein seltsames metallisches Ding vorbei. Es hat einen nicht ganz runden, sondern leicht ovalen Kopf und drei, wie Strahlen abstehende, metallische dünne Beine. Es scheint in der Luft zu schweben und erinnert mich an einen Sputnik oder ein Ufo. Interessiert beobachte ich das Ding und sehe, wie es auf einmal nach unten auf die Straße fällt. Eine Kollegin geht unten vorbei, es fällt ihr sozusagen genau vor die Füße, und sie sammelt es auf und nimmt es mit. Ich frage mich, wozu sie wohl einen Sputnik oder ein Ufo braucht, doch dann ist mir mit einem Mal klar, daß es in Wirklichkeit ein stinknormaler Gartengrill ist. Unbegreiflich bleibt allerdings, seit wann ein Gartengrill fliegen kann.

Montag, 28. Januar 2008

Die Idee

Im Traum schießt mir blitzartig die Idee durch den Kopf, daß gleich in der Nähe von mir, in einer Gartenkolonie, noch jede Menge Land frei ist und ich einfach hingehen und mir ein Fleckchen aussuchen könnte. Das dürfte überhaupt kein Problem sein. Diesen Einfall finde ich grandios. Warum bin ich nicht eher darauf gekommen? Das ist ja, als sei ich bisher blind durchs Leben gegangen. Und was man mit einem Stückchen Land alles anfangen kann! Man könnte zum Beispiel darauf zelten. Nach meiner ersten Begeisterung fallen mir llerdings wieder die Gründe ein, warum ich das bisher nicht gemacht habe - zuviel Arbeit, spießige Gartennachbarn und kleinliche Streitereien mit spießigen Gartennachbarn über unkrautfeindliche preußische Gartenordnungen.Doch nun haben diese Dinge kaum noch Relevanz, scheinen leicht händelbar. Ich schnappe mir meinen Kumpel, um mit ihm ein Stückchen Land auszusuchen und das gleich mit einem Spaziergang zu verbinden. Dabei erscheinen vor meinem inneren Auge zwei Grundstücke, die meinem Kumpel gehören sollen. Auf dem einen hat er seltsamerweise nur einen Hügel mit einem romantischen Pavillion gebaut, auf dem anderen gibt es auch ein Haus.
Der Spaziergang verändert sich zum Aufenthalt in einem Gebäude, welches wohl eine Mischung aus Diskothek und Hotel darstellt. Es wird Musik gespielt, hauptsächlich alternativ und 80iger, man kann tanzen, die Menschen drängen sich, aber gleichzeitig gibt es auch einzelne Zimmer, in denen man schlafen und wohnen kann und eine Abteilung, eine Art Buffet, wo es etwas zu essen gibt. Mein Kumpel hat natürlich wieder einmal Hunger und wirft sich in die Menschenmenge, um daraus mit einer halb verkohlten Scheibe Toast aufzutauchen.
Es scheint, daß ich geschlafen habe, ich erwache, stehe auf und öffne eine Tür. Hinter der Tür sehe ich meinen Kumpel und V., die unter zwei verschiedenen Bettdecken liegen, aber eng aneinandergekuschelt. Ich sage kurz "Hallo" und schließe die Tür wieder, da fällt mir ein, daß V. ja sehr krank ist und Krebs hat (in Wirklichkeit ist sie längst schon tot). Jetzt frage ich mich, ob ich nicht etwas mehr, als nur "Hallo" hätte sagen sollen und mache mir irgendwie Vorwürfe, aber die Tür ist zu und ich wüßte auch nicht, was es sonst zu sagen gäbe. Vielleicht wäre es ihr sogar unangenehm. Stattdessen mache ich mich auf die Suche nach Bettwäsche, weil ich meine, die für mich und meinen Kumpel zu brauchen, da wir wohl noch länger in diesem Hotel bleiben.

Bemerkung: Am Abend fragte ich, was die Karte "Das Haus" bedeutet, die ich gestern erneut gezogen habe.

Samstag, 7. Februar 1998

Särge

Ich bin im kleinen Garten meiner Kindheit, den ich gepflegt hatte. Der Garten ist ziemlich verwildert und der Winter ist gerade vorbei. Einige Pflanzen haben überlebt und kommen jetzt wieder aus der Erde. In einer Ecke des Gartens stehen ca. 6-7 Särge mit Kreuzen darauf. Ich überlege bei mir, daß ich meine versteckten Leichen endlich loswerden sollte, bevor sie jemand findet. Dann denke ich mir, daß in den Särgen ja sowieso Leichen liegen und keiner deshalb die Särge aufmachen würde. Ich frage meinen Vater, wer da in den Särgen liegt, kann mich an eine Antwort jedoch nicht mehr erinnern.

Das verborgene Buch der Träume

...und andere gesammelte Schätze aus den Tiefen des Seelenmeeres

Träume

~Warum willst du mit ihm hadern, weil er auf Menschenworte nicht Antwort gibt? Denn auf eine Weise redet Gott und auf eine zweite; nur beachtet man's nicht. Im Traum, im Nachtgesicht, wenn der Schlaf auf die Menschen fällt, wenn sie schlafen auf dem Bett, da öffnet er das Ohr der Menschen...~ (Hiob 33,13-16)

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Friedrich Weinreb, Christian Schneider
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Dimensionen

~Ich träumte, ich sei ein Schmetterling, hin und her flatternd, mit allen Absichten uns Zielen eines Schmetterlings. Plötzlich erwachte ich, und lag da wieder ich selbst. Nun weiß ich nicht, war ich ein Mensch, der träumte, er sei ein Schmetterling, oder bin ich ein Schmetterling, der jetzt träumt, er sei ein Mensch?~ (Tschuangtse, chinesischer Philosoph)

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Zuletzt aktualisiert: 6. Jul, 21:24

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