Träume vom Fotografieren
Ich gehe. Gehe durch Straßen, an Baustellen vorbei, durch eine Stadt im Dämmerschlaf. Bald erreiche ich den Stadtrand. Es ist hell geworden, ich gehe an Wiesen und Feldern vorbei, auf ihnen sehe ich Menschen. Weit entfernt auch meinen ehemaligen stellvertretenden Chef ohne Bart. Ich erkenne ihn trotzdem sofort. Ich halte nach etwas oder jemandem Ausschau und gehe weiter bis zu einem Haus. Hier steige ich eine etwas dunkle Treppe empor. Dabei bemerke ich zufällig, daß ständig neben mir auf gleicher Höhe ein kleiner Mann läuft und mich ununterbrochen von der Seite anstarrt. Er wirkt unauffällig, fast unscheinbar, und ich frage mich, warum er mich dauernd anglotzt. Doch dann sehe ich auch den ebenso unscheinbaren braunen Kasten in seinen Händen, den er immer vor sich her hält. Ah, er fotografiert oder filmt mich! Ich verstehe zwar nicht, was das soll und was er sich davon verspricht, bleibe ansonsten aber relativ gleichgültig. Allerdings muß ich jetzt wohl darauf achten, was ich ich mache und wie ich mich bewege, oder? Erstmal steige ich weiter die Treppe empor bis ich den Eingang zu einem kleinen Museum erreiche. Schon im Vorraum des Museums hängen undefinierbare Gegenstände, vielleicht irgendwelche Ritualgegenstände fremder Völker. Doch der Mann neben mir hört nicht auf zu knipsen oder zu filmen und das verwirrt mich. Statt mich auf das Museum zu konzentrieren, achte ich mehr auf ihn und lächle ihn etwas unsicher an, bzw. in die Kamera. Genau das macht ihn aber ärgerlich. Er gibt mir unmißverständlich zu verstehen, daß er mich so nicht in einem Museum fotografieren könne. Ich solle mich also ernst und gesetzt benehmen, wie es sich in einem Museum gehört, nicht lachen und nicht auf ihn achten. Na gut. Ich wende mich den Ausstellungsstücken zu und versuche mich völlig ernst darauf zu konzentrieren. Anfangs finde ich das noch irgendwie albern, so albern, daß ich mich gar nicht konzentrieren kann, sondern mir immer wieder ein Kichern entwischt. Doch je länger ich die ernste, gesetzte und interessierte Maske übe, um so mehr scheint sie mir ins Blut überzugehen, bis aus dem gespielten, ernsten Interesse wirkliches Interesse wird. Fast scheint es schon ein Teil meiner Persönlichkeit zu sein, zumindest kann ich nicht wirklich mehr unterscheiden, ob das nun Spiel oder Ernst ist.
Ein Park mitten in Berlin. Ich sitze auf einer Bank, von der aus ich einen guten Blick auf ein altes Eckhaus und eine davor verlaufende Bahnlinie habe. Am Eckhaus arbeiten Handwerker und ich überlege, ein paar Schnappschüsse von ihnen zu machen. Als ich deshalb genauer hinschaue, um Motive zu erspähen, fällt mir auf, daß das Eckhaus von einem lebendigen Gerüst aus Soldaten gehalten wird. Zu dritt stehen sie zuunterst, einer links, einer rechts und genau an der Ecke der dritte. Auf ihren Stahlhelmen wiederum stehen die nächsten drei und es gibt noch eine dritte Reihe. Es scheint, als müßten sie das Haus zusammenhalten, während die Handwerker daran arbeiten. Das ist auf jeden Fall einen Schnappschuß wert. Bevor ich diesen machen kann, rast ein seltsamer Zug davor vorbei. Seltsam deshalb, weil die Waggons wie Pferdekutschen offen sind und Leute in Kostümen aus dem 18. Jahrhundert darin sitzen. Die sind sehr lustig und laut, eine fröhliche Gesellschaft und leicht chaotisch. Wird heute irgendwas gefeiert? Ein Festumzug? Fasching? Ich sehe so viel Überraschendes, daß ich mit dem Knipsen kaum hinterher komme. Während ich noch fotografiere, spricht mich eine schwarzhaarige ältere Frau an. Sie erzählt, daß sie selbst fotografiert, möchte mir ihre Arbeiten zeigen und auch mehr über meine wissen. Sie schlägt vor, daß ich sie einmal besuchen komme. Ich nicke, weiß aber ziemlich genau, daß ich es nicht tun werde und frage deshalb nicht nach der Adresse. Sie muß mein verstecktes Nein erraten haben, denn während sie schon mehrere Meter entfernt ist, dreht sie sich noch einmal um und ruft mir ihre Adresse auffordernd herüber - irgendwas mit Buch (Bucher Str. oder Alt-Buch 9 oder 30).
Nun in meinem eigenem Heim, das aber nicht meiner Wohnung entspricht, entfernt, sehr entfernt, der alten Wohnung meiner Eltern. Plötzlich taucht dieselbe Frau im Zimmer auf. Sie hat nicht gewartet, daß ich sie besuchen komme, sondern ist selbst gekommen und hält meine alten Mappen in der Hand! Mappen, in denen ich meine früheren Zeichnungen und Bilder aufbewahre. Wie ist sie denn zu denen gekommen? Interessiert blättert sie in einigen weiblichen Akten, mit schwarzer Feder auf weißem Papier gezeichnet. Grauenvoll, denke ich, und möchte am liebsten im Erdboden versinken.
Wie ist sie nur zu dem uralten Zeug gekommen? Das frage ich sie jetzt offensiv und sie erklärt mir, daß die Mappen irgendwo ganz offen gelegen hätten und sie sie mitgenommen habe. Hm, habe ich die wirklich irgendwo offen hingelegt? Das sieht mir gar nicht ähnlich, könnte aber durchaus sein, deshalb glaube ich es mal. Wir setzen uns an einen schwarzen Tisch auf schwarzen Stühlen gegenüber. Der Tisch ist leer, bis auf einen kleinen Kienapfel, mit dem ich herumspiele. Sie unterzieht mich geradezu einem Verhör, fragt mich, was ich als nächstes vorhabe, fragt mich zu meinen Fotografien und möchte wohl einige von denen irgendwo aufhängen. Ich bin geschockt, versuche aber, mir das nicht anmerken zu lassen. Die kann man doch unmöglich irgendwo aufhängen! Wie komme ich da nur wieder raus, ohne das Gesicht zu verlieren? Plötzlich fragt sie mich, wo die Toilette ist. Erst versuche ich es zu beschreiben, da es aber ein Traum ist, bin ich mir selbst nicht ganz sicher. Deshalb renne ich ihr hinterher, damit sie die wirklich findet. Sie hat auch inzwischen schon eine Toilette gefunden, die offen in einer Ecke der Küche steht. Ist das nicht die, wo die Spülung nicht funktioniert? Bevor ich etwas sagen kann, höre ich es bereits plätschern und verziehe mich deshalb diskret. Zum Tisch zurückgekommen bemerke ich, daß auf dem Boden um ihren Stuhl eine große Wasserpfütze ist. Also muß die Toilette tatsächlich defekt sein, denn das Abflußrohr ist mit diesem Stuhl verbunden und nun quillt alles, was sie auf der Toilette gelassen hat, hier hervor. Oh Gott, wie peinlich muß das für sie sein! Ich überlege, ob es besser wäre, so zu tun, als hätte ich nichts gemerkt, oder das ganze lustig herunterzuspielen. Jedenfalls muß ich besonders nett zu ihr sein, um ihr das peinliche Gefühl und die Angst, etwas falsch gemacht zu haben, zu nehmen. Vielleicht besonders viel lächeln? Oder ein paar nette Komplimente? Da kommt sie auch schon und ich bleibe so hinter dem Tisch sitzen, als hätte ich nicht gesehen, was vor dem Tisch passiert ist. Sie setzt sich ebenfalls wieder und erwähnt die Wasserpfütze mit keinem Wort. Ok, dann tun wir jetzt so, als gäbe es sie nicht.
Im nächsten Traum befinde ich mich in einem Gebäude, welches mich an eine frühere DDR-Gothic-Disco erinnert, die auf einem Grundstück stand und wo man nachts immer über den Zaun klettern mußte, wenn man wieder hinaus wollte. Im Traum ist es eine Pension und ich, sowie meine Mutter, ziehen bald aus, es ist schon fast alles leergeräumt. Noch lungere ich aber weiter dort herum, in einem hellblauen kurzem Unterrock mit weißem Spitzenabschluß. Ich habe die Idee zu einem Bild, das ich verwirklichen möchte, vorher bekomme ich aber irgendwelche Geschenke von meiner Mutter. Ein junger Mann in grauem Kapuzenpulli geht herum und händigt Listen mit handelbaren Drogen aus. Ich könnte mir davon bestellen, was ich will, aber will ich das? Im Traum flitze ich noch hierhin und dorthin, ohne daß es in Erinnerung geblieben wäre. Nur an die Hintergrundmusik erinnere ich mich, denn erst erkenne ich sie nicht, doch dann - natürlich! Das ist "American Pie" ohne Text! Der junge Mann ist mir anscheinend noch etwas schuldig, denn jemand überredet ihn listig, die Geschenke meiner Mutter noch einmal zu bezahlen und mir zu schenken. Das macht er sogar, wenn auch murrend. Während ich die Geschenke begutachte, stelle ich fest, daß zufällig sogar die Weihnachtssträuße und -gestecke dazwischen gerutscht sind, die ich mir selbst gekauft habe und die er nun ebenfalls bezahlt hat. Über dieses Mißgeschick des Burschen muß ich so lauthals lachen, daß ich erwache.
Bemerkung: Gestern zweimal die Post, heute zweimal das Klo und die Kunst miteinander verbunden, hm, hm.
Herr N. ist mein Wohnungsnachbar und ich kann einen Blick durch seine Tür erhaschen. Dabei sehe ich Socken auf dem Boden herumliegen. Völlig untypisch für ihn!
Ich kann mit meiner Kamera in Filme hineinsteigen und Filmsets fotografieren. Dabei lande ich im Traum in einem modernen mexikanischen Pueblo (Dorf).
Herr Schneck erzählt über einen sich unförmig ausdehnenden Saturn (oder war es Jupiter?), der dadurch ins Trudeln und Taumeln gerät.
Im Internet habe ich einen Produktbericht geschrieben und entdecke jetzt, daß mir meine Tante W. irgendwelche Sammelpunkte dafür gegeben hat. Das finde ich ja sehr nett, aber ich wußte gar nicht, daß meine Tante im Internet unterwegs ist. Mir ist, als sei der Produktbericht kein wirklicher Produktbericht, sondern der Bericht über eine Reise. Die Mitteilung, daß ich von meiner Tante dafür soundsoviel Punkte bekommen habe, entpuppt sich als ein Link, der beim Hinaufklicken zu einem Chat führt. Doch mein Chatpartner ist nicht meine Tante, sondern mein Cousin. Ich frage mich, ob er vielleicht im Namen von meiner Tante die Punkte vergeben hat. Unser Gespräch verläuft so, daß er mir erklärt, er habe das Gefühl, daß ich ihn meide, bzw. ihm aus dem Weg gehe. Ich bin überrascht darüber und erkläre, daß dies nicht der Fall ist und daß er ja wisse wie ich bin, ich sei halt einfach zu faul, Kontakt zu halten.
Einige Stücke des Traumes gingen verloren, doch dann schlage ich eine Zeitschrift auf und finde eine Doppelseite, auf welcher Blütenstaub vorgestellt wird. Die Überschrift heißt ebenfalls "Blütenstaub". Darunter ist ein großes, nettes Portraitfoto zu sehen und darauf folgen auf beiden Seiten Fotos von und mit ihr. Ich bin mir nicht sicher, ob das wirklich die Blütenstaub ist, die ich aus den Blogs kenne, doch einige Bilder und Bildausschnitte kommen mir bekannt vor, so daß meine letzten Zweifel zerstreut werden. Die Fotos selbst sind einerseits eigenartig und andererseits irgendwie witzig. Auf dem ersten sitzt sie mit übereinandergeschlagenen Beinen auf einem geblümten Ohrenbackensessel und liest eine Zeitschrift. Man sieht sie direkt frontal und ihr Kopf ist hinter der Zeitschrift verschwunden. Ich glaube, es ist eine "Revue" oder etwas in der Art. Alle anderen Fotos sind vom Thema her genau gleich, man sieht sie von vorne mit übereinandergeschlagenen Beinen sitzen, nur die Details, d.h. die Sitzgelegenheiten und Accessoires sind anders. In der oberen Hälfte strahlen alle Fotos Ruhe und Behaglichkeit aus, doch seltsam ist der untere Teil, bzw. der Fußboden. Denn auf diesem scheint Tohuwabohu zu herrschen, zumindest macht das auf den ersten Blick den Eindruck, da rings um sie her auf dem Fußboden Dinge verstreut sind. Ich erkenne auf einem Bild eine Taschenlampe und auf allen Bildern irgendwelche Schuhe. Erst auf dem zweiten Blick bemerke ich, daß die Schuhe nicht einfach so herumliegen und stehen, sondern bewußt arrangiert zu sein scheinen, indem sie einer übermütigen Ordnung folgen. Auf dem ersten Foto zum Beispiel sieht man drei verschiedene Sportschuhe, die hintereinander wie eine Karawane aufgereiht sind. Auf dem letzten dagegen sind es türkisfarbene offene und hochhackige Riemchenpumps, von denen sie aber nur einen am Fuß trägt, während der andere mit einer Schleife still in der Ecke neben dem Sessel steht. Auf diese Art und Weise sieht man auf allen Fotos Schuhe auf dem Fußboden und ich frage mich, ob Blütenstaub wohl ein etwas größeres weibliches Faible für Schuhe hat.
Wohne wieder in meinem alten Zimmer, wo ich vor Jahren zur Untermiete wohnte. In meinem Bewußtsein denke ich zuerst, dass ich keine andere Wohnung mehr habe, weder die jetzige, noch ein Zimmer bei meinen Eltern. Doch dann meine ich mich dunkel zu erinnern, dass ich doch noch eine Wohnung habe (die jetzige). Das verwirrt mich. Wieso bin ich dann nicht in der Wohnung sondern hier? Ich verlasse das Haus und bin nun in einer völlig fremden Umgebung. Ich überquere einen großen Platz und gehe auf ein altes Gebäude zu. Was ich dort wollte, habe ich vergessen, allerdings habe ich nicht damit gerechnet, was mich dort erwartet. Schon als ich einen Eingang des Gebäudes betrete, sehe ich mich neugierig um, da der Raum, in dem ich mich jetzt befinde, so ungewöhnlich aussieht. Es ist ein eher kleiner Raum, aber auch nicht kleiner als ein gewöhnliches Zimmer, rechteckig langgestreckt und mit einer gewölbten halbrunden Decke. Keine Fenster, die Wände sind aus Stein und ringsherum ab mittlerer Höhe mit bunten, aber schon etwas verblassten Mosaiken verziert. Sofort wird mir klar, dass der Raum sehr byzantinisch wirkt, wie eine byzantinische Kapelle. Das verwundert mich. Da merke ich auf einmal, wie der Raum sich hebt und nach oben fährt. Oh, ein Fahrstuhl! Ist der nicht etwas zu groß und schwer? Ich frage mich, ob der Fahrstuhl wegen seines Gewichts und seiner Größe sicher ist, weshalb ich auch ganz erleichtert bin, als er in irgendeinem Stockwerk anhält. Neugierig warte ich, wo sich den nun ein Durchgang öffnet. Hoffentlich ist es nicht so ein kleines Loch im Mauersims, wo ich durchkrabbeln muss. Aber nein, auf der gegenüberliegenden schmalen Seite öffnet sich ein normale Tür. Ich trete hindurch, doch was ich jetzt sehe, beeindruckt mich noch mehr. Ich befinde mich in einem riesigem, aber total verlassenem und verwüstetem Bürogebäude. Der Anblick ist wirklich unbeschreiblich. Eine Seite des Hauses fehlt ganz, so dass ich vom Gang aus hinunter in die Bäume schauen kann. Auf der anderen Seite des endlosen Ganges stehen unzählige weiße Türen halb offen, teilweise wehen Papierfetzen im Wind, Schutt liegt auf dem Fußboden, Gerümpel und kaputte Möbel sind überall verstreut. Es ist menschenleer und sehr still. Was ist hier denn geschehen? Wurde das Haus ausgebombt? Der Anblick ist unheimlich und trostlos zugleich.
Erst zögere ich, weiter in den Gang hineinzugehen, weil es dort so gruselig ist, tue es aber doch und will jetzt fotografieren. DAS muss ich unbedingt mit meinem Fotoapparat festhalten. Hab ich ihn überhaupt mit? Ja, er müßte in meiner Tasche sein. Doch bevor ich ihn herausholen kann, höre ich von irgendwoher aus den schweigend daliegenden Räumen Schritte. Ich bekomme es mit der Angst zu tun, das kann nichts gutes bedeuten. Schnell husche ich durch eine der offen stehenden Türen in einen der verwüsteten Büroräume, in der Absicht, mich dort zu verstecken. Hier möchte ich niemandem begegnen. Doch sobald ich hineinkomme, sehe ich aus einer zweiten Tür zum gleichen Gang hin, einen Schatten hinaushuschen. Anscheinend sind die Schritte genau aus diesem Zimmer gekommen. Nochmal Glück gehabt, dass ich nicht gesehen wurde. Aber ich hab mich zu früh gefreut, denn dieselbe Gestalt kommt noch einmal zurück. Es ist eine schwarzhaarige junge Frau. Das erleichtert mich jetzt und ich frage sie, was sie hier macht. Sie erzählt es mir und wir kommen ins Gespräch. Der Inhalt desselben liegt völlig im Vergessen.
Mit meinem Bruder, meiner Mutter und meiner Schwägerin auf einem Ausflug in das Ausland (Polen?). Wir parken auf einer Insel mitten in einer sehr breiten Autobahn und wollen von dort aus ein altes Schloss besichtigen. Es liegt auf der linken Seite hinter einen Zaun und der Eintritt, zumindest in den Schlosspark ist frei. Das Wetter ist sonnig und schön und es gibt so viel zu sehen, dass ich einfach nicht fertig werde mit fotografieren. Inzwischen habe ich die anderen aus den Augen verloren, sie sind anscheinend schon wieder zurück zum Auto, doch ich kann mich von den vielen tollen Motiven nicht losreißen, bin sehr zufrieden mit der Ausbeute an Fotos, es sind wirklich tolle Bilder dabei, auch einige schöne Schnappschüsse von kletternden Kindern und das Maul aufreißende Katzen, und endlich gehe ich auch zurück zur Autobahn, finde aber das Auto nicht mehr. So stehe ich wie blöd auf der Parkinsel herum und überlege, ob die wohl schon ohne mich los sind und mich vergessen haben, und ob ich hier vielleicht irgendwo einen Bahnhof finde, von wo aus ich wieder nach Berlin komme. Schließlich sehe ich den Wagen doch, er stand etwas abseits und ein Bekannter meines Bruders ist eingestiegen, den sie zufällig dort getroffen haben. Er macht Platz, damit ich einsteigen kann.
Später im Traum weiß ich, dass ein Traum von mir wie ein Film, bzw. ein Rollenspiel nachgestellt wird, wobei ich mich aber nicht mehr erinnern kann, ob ich diesen tatsächlich geträumt habe. Mir fällt jedoch auf, dass der Protagonist im Spiel eine Brille trägt, was eigentlich falsch ist, da er im Traum keine hatte, und dass die grünen Gurken fehlen. Ich bin mir nicht sicher, ob ich das mit den Gurken sagen soll, denn ich denke mir, dass das allgemein als Freudsches Symbol aufgefasst wird, was allerdings bei mir völliger Blödsinn ist, da sich meine Träume in dieser Hinsicht immer sehr deutlich und direkt ausdrücken ohne Umwege gehen zu müssen. Aber das kann natürlich keiner wissen, doch schließlich sage ich das mit den grünen Gurken und werde daraufhin gefragt, warum ich ausgerechnet von grünen Gurken träume, worauf ich nur mit den Schultern zucken kann.
Der Rest meiner Träume ist nur noch ein einziges Kuddelmuddel, in welchem ich von den Nubas, einem afrikanischen, hochgewachsenen und unbekleideten Volksstamm, von Nazis, kriegerischen Auseinandersetzungen, dem Ephraim-Palais und davon träumte, wie ich mit den Händen und vielen anderen Leuten zusammen das Fundament aus Sand für ein Gebäude lege.
In der U-oder S-Bahn fahrend, beschließe ich spontan, am Hauptbahnhof auszusteigen, weil mich die Neugier treibt. Es scheint allerdings der alte zu sein. Ich gehe unter der riesigen hohen Kuppel den Bahnsteig entlang, bekomme Lust zu fotografieren, wie so oft in meinen Träumen, doch beschließe es später nachzuholen. Die Konstruktion der Kuppel und das Flair des Bahnhofs wecken in mir Gefühle von Abenteuerlust und Fernweh. Dann schreite ich Treppen hinunter bis in eine Vorhalle, die extrem klein ist, eigentlich nur so groß wie ein Zimmer, und zu einem Informations- und Verkaufsstand. Habe ich Tickets gekauft? Nun verlasse ich den Bahnhof und lande auf einer großen grünen Koppel, auf welcher Tiere gehalten werden. Ich kann mich jedoch nicht erinnern, was für Tiere es waren. Vielleicht Affen?
In Prag gehe ich allein eine kurze, dunkle Straße entlang. Auf die Straße wurden in regelmäßigen Abständen schwere hohe Betonblöcke aufgestellt, welche den Stelen im Holocaust-Mahnmal ähneln. Irgendwoher weiß ich, dass hier ein Tunnel gebaut wird, allerdings ist mir unbekannt zu welchem Zweck. Vielleicht eine U-Bahn? Die Straße endet in einem großen alten Bahnhofsgebäude. Eigentlich würde ich gerne fotografieren, aber ich traue mich nicht, meine teure Fotoausrüstung hervorzuholen, weil ich fürchte, dass ich vielleicht überfallen werde.
Später bin ich mit meinem Ex K. unterwegs, aber nicht mehr in Prag, sondern irgendwo anders. Vielleicht Leipzig bei seiner Großmutter? Und wiederum biegen wir in eine kurze, dunkle Straße ein, in die von beiden Seiten romantische Balkone ragen. Auf einem der Balkons ranken Blumen in wahrem Überfluss heraus und herunter, es ist eine herrliche Blumenpracht, deshalb bitte ich K. zu warten, da ich gerne fotografieren möchte. Als ich die Kamera in der Hand halte, bemerke ich, dass das Objektiv fehlt. Ich fürchte deshalb, dass das Foto wohl nichts werden wird, probiere es aber trotzdem. Leider bekomme ich ohne das Objektiv immer nur einen kleinen Teil des Balkons ins Bild. Nicht wirklich das,was ich wollte, aber besser als gar nichts.
Bemerkung: Mir fällt gerade die Doppeldeutigkeit von "Objektiv" auf. Zum einen kann es ein Kameraobjektiv sein, zum anderen aber auch eine distanzierte Betrachtungsweise. Ohne "Objektiv" scheint man weniger auf ein "Bild" zu bekommen als mit, eine subjektive Betrachtungsweise würde also den Blick verengen. Fragt sich bloß, was dieser blumenübersäte Balkon bedeutet, den ich so subjektiv aufnehme.
Ich bin mit einer Klasse oder Gruppe draußen unterwegs und unsere Lehrerin oder Leiterin fordert uns auf, die bunten herbstlichen Blätter nicht zu vergessen und zu fotografieren. Darauf stürzen die anderen aus der Gruppe in den Park neben meiner alten Kirche, wo zentimeterhohes Herbstlaub einen gelben Teppich gebildet hat. Ich höre ihr Rufen und Umherlaufen, sehe sie zwischen den hohen dunklen Bäumen aber nur als schwarze Schemen, während ich auf der anderen Straßenseite stehengeblieben bin und den Park von dort aus fotografiere.
In einem späteren Traumbild stehe ich vor einer sehr schmalen Gasse zwischen zwei hohen Häusern, eigentlich ist es nur ein Durchgang, in welchem sich an der Wand des rechten Hauses eine altertümliche Laterne befindet, welche jedoch nicht erleuchtet ist. Die Szenerie wirkt mittelalterlich. Ich höre jemanden etwas über Zeichen sagen, so etwa "Die Zeichen sind nicht das was sie sind.", anscheinend in der Gasse selbst, und wohl woanders zu suchen.
Ich fahre auf einem Boot die Spree hinunter. Die Häuser am Ufer gleiten an mir vorüber und während mein Blick sie streift, switche ich im "Bildanzeigemodus" hin- und her. Seit ich angefangen habe, mich mit digitaler Bildbearbeitung zu beschäftigen, sehe ich die Bilder in meinen Träumen manchmal wie in einem Bildbearbeitungsprogramm und kann zwischen verschiedenen Anzeigemöglichkeiten zappen. Diesmal sehe ich die Häuser mal in Farbe und mal in Schwarz-Weiß, kann mich aber nicht entscheiden, was mir besser gefällt, weshalb ich weiter hin-und herschalte. Ein mutiger Kopfsprung in das kalte Spreewasser, doch wunderlicherweise ist das Wasser nicht kalt, sondern sehr angenehm.
Auf einem Balkon sitzend und M., mein Kumpel balanciert auf der Balustrade und an den Fenstern entlang, um irgendwas zu machen. Ich sage zu ihm, dass er vorsichtig sein soll, doch habe eigentlich nicht wirklich Angst, dass ihm was passiert, sondern vertraue seinen Fähigkeiten.
Vor einem großen Fenster stehend schaue ich auf eine grüne Wiesen- und Heidelandschaft, die sich still im sommerlichen Mittagsblau erstreckt. Ich zoome wie durch eine Kamera Einzelheiten heran, Gräserdolden, die sich im Wind wiegen, frühlingsweiße Baumblüten, wellige Hügelketten und genieße den herrlichen Ausblick.