Feuerträume
Ein Kaleidoskop aus bunten Traumbildern. Wie ein Mosaik liegen sie nebeneinander, um eines zu betreten muß ich nur "hineingehen". Ich lande in einem, in welchem die Initiation zu meinem Job gefeiert wird. Ich habe lange genug meinen Mann gestanden und werde nun völlig aufgenommen. Auf einem Tisch mit weißem Tischtuch, um den Kollegen und Familie sitzen, stehen eine breite Kerze und Cognacgläser mit Rotwein. Die Kerze endet oben schräg abgeschnitten, so daß das Anzünden sehr mühevoll ist. Immer wieder verglimmt die kleine Kerzenflamme, da sie im schrägen Untergrund nicht genug Nahrung findet. Immer wieder wird sie im kollektiven Bemühen von mir und anderen erneut entzündet. Seltsamerweise ist nicht nur die Kerze schräg, sondern auch der Rotwein in den Gläsern. Es sieht aus, als würde er geschwenkt werden, obwohl die Gläser gerade auf dem Tisch stehen. Dies scheint ein tieferliegendes Problem des aktuellen Traumbildes zu sein und hat seinen Grund irgendwo außerhalb des Traumes, über ihn hinausgehend. Vielleicht eine falsche Polung.
Eine Umgebung, die mit den künstlich geschaffenen Felsformationen wie der Tierpark wirkt. Wahrscheinlich ist er es auch, obwohl ich mir im Traum nicht sicher bin. Vor mir sehe ich einen Platz, den ich als ein altes verlassenes "Arbeitslager" erkenne, wo sich wohl die Arbeiter, die den Tierpark erbaut haben, aufgehalten haben. Schließlich ist der Tierpark nicht von alleine entstanden. Erstaunlich, daß dieser Platz so unberührt gelassen wurde, ich denke aus Ehrerbietung und Respekt vor den Erbauern. Um eine flache Erdgrube herum sieht man Überreste von Holzbohlen und -bänken, die zum Großteil schon verrottet sind. Eine Bank ist noch vollständig, sie erinnert mich an die Bänke, die wir draußen bei uns im Kindergarten hatten, nur nicht so bunt, sondern in der Farbe verrotteten Holzes. Neben der Erdgrube verläuft ein kurzes Plateau, welches in einer quadratischen, tiefergelegten Feuerstelle endet. Seltsamerweise brennt dort ein Feuer, anscheinend wird dort noch täglich eines angezündet, obwohl keine Arbeiter mehr da sind. In der Ferne, auf einem künstlich geschaffenem Hügel, sehe ich eckige, häßliche Schuppen herumstehen und zwischen ihnen Hitler, der einen Hitlergruß macht. Ich sehe ihn zwar nur klein, bin aber sicher, daß er es ist, beachte ihn jedoch gar nicht weiter und setze mich auf die einzige vorhandene alte Bank. Es ist irgendwie behaglich, so auf der Bank zu sitzen und in die Flammen der Feuerstelle schauen.
Ich sitze in einem Gottesdienst, jedoch ist dieser nicht in einer Kirche, sondern unter freiem Himmel, von den Bänken und dem Altar her sieht es aber aus wie in einer Kirche. Ich bin mir nicht sicher, ob mein Vater die Predigt hält, es könnte aber möglich sein, da ich mit meiner Mutter dort bin, so wie früher, wenn er mit der Sonntagspredigt an der Reihe war. Ich bin ununterbrochen leise am beten während des Gottesdienstes, weiß aber nicht mehr, ob das einen speziellen Anlaß hatte. Nun fährt ein rothaariger Mann (evtl. derselbe, den ich immer wieder in meinen Träumen treffe? Nur diesmal hatte er keine Brille) mit einem Rennauto in die "Kirche" hinein. Fast im selben Augenblick zünde ich aus einem Grund, der mir nicht bekannt ist, ein Streichholz an und erst in dem Moment, als es aufflammt, wird mir klar, dass das vielleicht keine so gute Idee war. Aber da explodiert auch schon der Wagen mitsamt dem Fahrer. Erschrocken schaue ich auf den großen Feuerball, aber meine Mutter zieht mich weg von dem Ort. Danach fehlt mir ein großer Teil vom Traum, doch er endet damit, dass meine Mutter gestorben ist. Zuerst halte ich mich für eine Waise, da irgendwie das Gefühl in mir ist, dass da kein Vater ist. Später im Traum ist jedoch mein Vater doch anwesend und beobachtet mich aus einiger Entfernung, wie ich herzzerreißend schluchze und weine. Ich merke, wie er mich beobachtet und meinen Schmerz irgendwie faszinierend findet, aber es ist mir egal und ich weine ungehemmt und mit voller Inbrunst weiter. Schließlich wache ich mit einer schmerzenden Kehle im Bett auf.