Aufwachträume
Nach dem Aufwachen an das Fenster gehend, sehe ich im Baum gegenüber einen ausgewachsenen und miauenden sibirischen Tiger in Katzengröße. Er schaut mich direkt an und ich höre durch das Fenster hindurch das leise Miauen. Über ihm im Baum sitzt das Weibchen dazu. Huch, ist das nun eine Katze oder ein Tiger? Ich bin wohl noch nicht richtig wach, vielleicht träume ich auch weiter, obwohl ich dachte, ich sei aufgewacht. Ja, das muß wohl so sein, solche Tiger, bzw. Katzen gibt es ja in Wirklichkeit gar nicht.
Etwas später im Park sehe ich die Tiger, bzw. Katzen wieder, diesmal in einem Käfig, in den ein Mann sie eingefangen hat. Das gibt mir die Gewißheit, ich muß tatsächlich wach sein und habe das alles vorhin nicht geträumt.
Bemerkung: Ha, auf das Traumglatteis geführt.
Ich erwache in meinem Bett und schaue zum Fenster, welches besonders groß ist und fast die gesamte Wand einnimmt. Es sind keine Vorhänge davor, sondern der schwache Schein einer straßenbeleuchteten Nacht fällt herein. Vor dem Fenster bemerke ich einen fremden Mann, der einige Blätter Papier in der Hand hält und interessiert darin liest. Das sind meine geschriebenen Texte. Erschreckt versuche ich mich zu bewegen, doch da ich noch in der Schlafstarre bin, gelingen mir nur ein paar ungeschickte Drehungen und Schlenker, die dem Mann jedoch anzeigen müßten, daß ich dabei bin, zu erwachen. Trotzdem kümmmert er sich gar nicht darum, sondern ist völlig in den Text vertieft. Anscheinend interessiere ich ihn nicht, sondern nur, was ich geschrieben habe, obwohl er meine hilflose Lage leicht ausnutzen könnte. Das ist beruhigend zu wissen, trotzdem mag ich es nicht, wenn fremde Leute einfach in meine Wohnung eindringen und ungefragt in meinen Sachen herumschnüffeln. Ich verhalte mich jetzt ruhig und warte, bis ich völlig wach bin, wobei ich jedoch wieder eingeschlafen sein muß. Denn als ich erneut aufwache, fällt kaltes Tageslicht durch das Fenster und der Mann ist verschwunden. Während ich wacher werde, bemerke ich schneebedeckte Dächer und dicke Schneeflocken, die in der Luft wirbeln. Oh! Es ist Weihnachtsmorgen und es schneit auch noch! Wie passend! Und ich erwache wirklich, völlig ohne Schnee.
Im ersten Teil des Traumes sehe ich alle möglichen Leute mit dicken, selbstgestrickten Strümpfen statt mit Schuhen herumlaufen. Dafür haben diese Strümpfe aber ein Muster eingestrickt, welches das Aussehen von Schuhen nachahmen soll.
Danach gelange ich irgendwie, ich glaube über einen von der Straße abgekommenen LKW, in ein riesiges, verwinkeltes Haus. Es erinnert fast an ein Labyrinth, denn überall sind Türen, kleine Kammern und seltsame Ecken. Durch manche Kammern kann man hindurchlaufen, weil sie auf allen Seiten Türen haben, manche Kammern sind auch "Sackgassen" bzw. richtige Zimmer. Während ich durch einige der Gänge laufe und Zimmer durchquere, bekomme ich mit, daß es in diesem Haus Ärzte und Patienten gibt. Die Patienten sind Leute, die ihre eigenen Eingeweide und Körperteile essen. Das ist mir ziemlich suspekt, denn ich denke mir, wenn sie ihre eigenen Körperteile essen, essen sie vielleicht auch die von anderen. Also möglichst unauffällig verhalten, damit keiner von denen auf dumme Ideen kommt. Aus diesem Grund ziehe ich mich in einen relativ abgeschnittenen Teil des Hauses zurück, den ich nun bewohne. Er ist trotzdem frei betretbar, da die Türen sich nicht abschließen lassen, aber so entlegen, daß sich scheinbar keine von den Gestalten des Hauses dorthin verirrt. Das ist mir sehr angenehm, aber leider fühle ich mich nicht hundertprozentig sicher. Die anderen Teile des Hauses meide ich. Eines Nachts spüre ich, wie meine verstorbene Katze am Kopfende auf mein Bett springt, bis zum anderen Ende hinuntertappelt und sich dort zusammenrollt. Ich schaue genauer hin und sehe, daß sie sich diesmal nicht auf dem Bett zusammengerollt hat, sondern so unter die Bettdecke gekrochen ist, daß nur noch das Schnäuzchen hervorguckt (etwas, daß sie in der Wirklichkeit nie getan hat). Versteckt sie sich vielleicht ebenfalls?
Irgendwann beschließe ich, daß es nun Zeit ist, daß Haus bis in jeden Winkel zu erkunden. Es erscheint mir besser, zu wissen, wovor ich mich fürchten muß oder auch nicht, als die ganze Zeit in meinem Zimmer zu hocken und auf irgendwas zu warten, das ich nicht kenne. Ich gehe also los, wieder denselben Weg durch das Hauslabyrinth, den ich gekommen bin, nur daß ich diesmal keine einzige Tür und keinen Winkel auslasse. Viele der Zimmerchen und Ecken sind einfach nur leer. Vor einer Tür steht ein Paar Frauenschuhe. Ich denke mir, daß hier vielleicht gerade eine Patientin bei einer ärztlichen Untersuchung ist, mache die Tür aber trotzdem auf. Auch diese Kammer ist leer. In einem Teil des Hauses treffe ich auf viele junge Mädchen, die Getränke ausschenken oder nähen und ziemlich gelangweilt wirken. Ich versuche eine Unterhaltung mit ihnen zu beginnen, was sich aber als schwierig erweist. Während ich noch mit den Mädchen beschäftigt bin, strömen von allen Treppen, Gängen und Winkeln Gestalten herbei, bis ich in einer Masse davon stehe. Die Situation erinnert an eine gut besuchte Stehparty. Einige Gestalten sind völlig gesichtslos, andere wirken sehr furchteinflössend, haben deformierte (hohe) Köpfe, Blutergüsse oder sehen ein wenig aus, wie verwesende Leichen. Ich habe nicht den Eindruck, daß die wirklich gefährlich sind, aber einen Schreck einjagen wollen sie mir anscheinend schon. Vielleicht sehen sie sogar nur deshalb so aus. Auf Verstecken oder Flucht habe ich keine Lust, weshalb ich einfach stehen bleibe und jedem, der mir doof kommt ein paar auf die "Mütze" gebe. Die Gestalten scheinen diese Kabbeleien zu amüsieren. Ich selbst fühle mich eher unwohl, auch wenn ich denke, die Situation im Griff zu haben. Da kommt mir schlagartig, wie eine alte Erinnerung, eine erlösende Erkenntnis - dies alles um mich herum ist nur eine Projektion meines Geistes, es ist ein Traum. Wenn ich mich also in mich selbst zurückziehe und meinen Geist still werden lasse, dürfte auch diese Traumprojektion verschwinden. Ich schließe mitten in der Menge die Augen und versuche an nichts zu denken, sondern völlig still zu werden. Vor meinen geschlossenen Augen sehe ich einen hellgrauen Hintergrund mit einem weißen, scrollenden Kästchen, wohl ein Computerprogramm. Erst will ich neugierig mit den geschlossenen Augen hinschauen, was in diesem Programm steht, aber dann wird mir klar, daß auch dies nur eine Ablenkung des Geistes ist. Wenn ich mich jetzt auf dieses Bild konzentriere, lande ich wahrscheinlich in einem völlig anderen Traum und das will ich eigentlich nicht. Ich möchte jetzt auf jeden Fall aufwachen. Also ziehe ich meine Aufmerksamkeit noch weiter zu mir heran und beachte das Bild vor meinen geschlossenen Augen gar nicht mehr. Während ich so stehe, spüre ich ein Vibrieren und Schwingen, welches ich für Schwingungen des Hauses halte, durch die vielen Gestalten um mich herum verursacht, die umherlaufen und den Boden zum Schwanken bringen. Dies stürzt mich für einen Moment in Zweifel, denn wenn ich die Bewegungen der Gestalten um mich herum spüren kann, dann müssen sie noch da sein und das mit der Projektion stimmt vielleicht gar nicht. Kurzzeitig bin ich versucht, die Augen zu öffnen, widerstehe aber dem Drang und lasse den Gedanken vorüberziehen, während ich mich weiter auf meine innere Mitte konzentriere. Dabei habe ich nun das Gefühl, bzw. den Eindruck, durch neue Bilder verursacht, durch viele Bewußtseinsschichten meiner selbst "aufzusteigen". Es erinnert an ein langsames Auftauchen aus der Tiefe eines Wassers. Unter anderem erwache ich auch wieder in meinem Traumbett, so wie in anderen Aufwachträumen. Dies bestätigt meine Vermutung, daß das Aufwachen im Traum so etwas wie ein Tor von einer Bewußtseinsebene zur nächsten ist, so wie es das "richtige" Aufwachen ja ebenfalls ist. Und schließlich erwachte ich wirklich hellwach.
Ein Satz aus meinem Blog wird in einem anderen Blog verlinkt. Darunter folgt ein Kommentar mit folgender Frage: "Ist der Osten der Verstand der Modewestis?"
Eine fast leere Straßenbahn. Nur ich und der Fahrer. Die Straßenbahnfahrt ist extrem rasant. Es ruckelt so mächtig, daß ich ständig an dem Griff, an welchem ich mich festhalte, hin und her geworfen werde. Eigentlich weiß ich ja, daß Straßenbahnen immer stark ruckeln, aber sowas habe ich noch nicht erlebt. Wobei es mir auch ein klein wenig kindliche Freude bereitet, jedoch nur so lange, bis ich merke, mit welchem Tempo der Fahrer fährt. Er rast über die Schienen, daß ich fürchte, die Straßenbahn mit mir als einzigem Fahrgast springt entweder heraus und entgleist oder hebt gleich ab. Andererseits wird der Fahrer ja wissen, was er tut, hoffentlich. Schließlich hält er in einem Bahnhof mit wahnwitziger Bremsung.
In derselben Straßenbahn erwache ich in einem Bett liegend. Jedoch bin ich noch in der Schlafstarre und kann mich nicht bewegen oder die Augen öffnen. Trotzdem weiß ich, daß meine Mutter herankommt und sich übermich beugt. Es ist wie in diesen Träumen, in welchen man das träumt, was um einen herum geschieht. Sie gibt mir einen zärtlichen Kuß auf die Stirn und davon erwache ich wirklich, nicht nur im Traum.
Ich erwache aus einem Nickerchen, weil jemand Bekleidungsstücke über mich geworfen hat. Weil ich noch kaum richtig bei mir bin, kann ich weder sehen, noch mich rühren, aber ich vermute, daß es Herr N. ist. Da bin ich doch einfach auf der Couch eingeschlafen. Bestimmt ist er verärgert, weil es so unordentlich im Zimmer ist. Vermutlich sieht er es nicht gerne, daß ich hier schlafe ohne etwas Ordnung gemacht zu haben. Ich spüre, daß Herr N . weiter neben der Couch steht und mich beobachtet. Weshalb? Je länger ich seine Anwesenheit spüre, um so mehr habe ich das Gefühl, daß er etwas im Schilde führt. Er wird doch nicht etwa meine Hilflosigkeit ausnutzen wollen? Kaum habe ich den Gedanken gedacht, fühle ich, wie etwas an der Decke unter mir zerrt. Noch immer kann ich mich nicht bewegen oder sehen und werde deshalb mitgezerrt. Dann spüre ich, daß ich getragen werde. Ich weiß nicht mehr, ab wann ich begonnen habe zu kreischen, aber jetzt kreische ich wie von Sinnen. Es ist ein mir fremdes Kreischen, ich kenne es nicht von mir und es erinnert mich an das ständige hohe Kreischen von Frauen in diesen B-Horrorfilmen, bei dem man sich wünscht, irgendjemand möge die Frau doch endlich abschlachten, damit es aufhört. Für mich steht nun fest, daß Herr N. mich vergewaltigen will und als mir das klar wird, bekomme ich regelrecht Panik, da ich diese Vorstellung schrecklich finde. Mir ist es schon zuwider, daß er mich anfasst und wenn er mir das antut, wie soll ich dann hinterher noch mit ihm arbeiten? Währenddessen bin ich auf ein Bett gelegt worden und jemand hält mich fest. Ich versuche mich zu wehren, kann inzwischen auch wieder ein wenig meine Arme bewegen und ringe mit verzweifelter Kraft mit dem Überwältiger, ohne dabei aufzuhören zu kreischen. Ich bemerke, daß er mir einen Kopf auf die Schulter legt und dann passiert nichts weiter. Es scheint mehr um Zuneigung zu gehen als um Sex und daß ich diese nicht geben oder zumindest stillhalten will, macht den Angreifer wütend. Obwohl ich das spüre und mir noch jede Menge anderer Gründe durch den Kopf gehen, warum es besser wäre, nicht so zu kreischen, kann ich damit nicht aufhören. Es ist, als hätte es sich verselbständigt und ich müßte mein Lebtag so weiter kreischen. Zum Beispiel denke ich, daß dies alles nur ein Traum ist und ich im Schlaf schreie oder herumlaufe. Was muß dann Herr N. von mir denken, wenn er das mitbekommt? Das wäre ziemlich peinlich. Und auch wenn dies kein Traum ist, könnte das Kreischen den Vergewaltiger so reizen, daß er mich tötet - man hört diese Tips ja immer von der Polizei, was man machen und was man nicht machen soll. Und obwohl ich das alles weiß und die Gefahr kenne, kann ich einfach nicht aufhören zu kreischen. Und ich versuche auch weiterhin, allerdings ohne viel Chancen, mich zu wehren, denn ich will nicht, daß sein Kopf auf meiner Schulter liegt. Während das alles passiert, höre ich ihn ein Lied singen. Es klingt ein wenig wie deutscher Rap und geht in den Strophen so: "Du hast.....(das und das gemacht).", wobei bestimmte Zeilen immer wiederholt werden. Daß er dieses Lied singt, macht alles noch unheimlicher, denn es wirkt ziemlich psychopathisch. Je widerborstiger ich bin, um so größer scheint seine Entschlossenheit, mir mit Gewalt abzutrotzen, was er möchte und mich notfalls auch zu zerstören, wenn er es nicht bekommen kann. Entsprechend brutaler geht er vor, um mich zum Stillhalten zu zwingen, doch umso mehr Kraft setze ich ihm meinerseits entgegen, was in ihm wiederum den Hass schürt. Es artet in einen regelrechten Ringkampf aus, während welchem ich versuche, seine Hände von meinem Hals fernzuhalten, es schaffe mich aufzurichten und schließlich sogar stehe. Im gleichen Moment endet der Ringkampf, ich höre auf zu Kreischen und kann auch wieder etwas erkennen, obwohl das Zimmer in völliger Dunkelheit liegt, aber es gibt ein Fenster, durch welches Mondlicht hereinfällt. Ich stehe Aug in Aug mit einer bleichen Gestalt, nur eine Handbreit trennt uns. Es ist eine Frau mit zotteligem Haar und auf dem gespenstig weißem Gesicht scheint eine alte Wunde zu sein, welche jedoch nicht blutet, sondern wie ein verkrustetet Geschwür wirkt. Ihre Augen sind schwarz, groß und unheimlich. Die Tatsache, einer Frau gegenüber zu stehen, verwirrt mich etwas. Bin ich vielleicht diese Frau und stecke jetzt aber mit dem inneren Auge im Körper von Herrn N.? Egal, ich gebe mir nicht viel Zeit, darüber nachzudenken. Stattdessen schleudere ich ihr so laut es geht das Wort "F....!" entgegen, in welches ich all meine Wut, meine Angst, meine Kraft und meinen Überlebenswillen lege. Der Schrei wirkt wie eine Waffe auf die Gestalt. Als hätte der Ton sie davongetragen, steht sie jetzt viel weiter entfernt von mir, direkt mit dem Rücken vor einem von Mondlicht erleuchtetem Fenster. Ich starre sie an, sammle meine Kraft und benutze noch einmal meine Stimme als Waffe, indem ich mit aller Macht hinterher schleudere: "Laß dich hier nie wieder blicken!". In selbigem Augenblick löst sich die Gestalt in Luft auf. Nur das erleuchtete Fenster liegt noch vor mir und ich erwache wirklich. Nachdem ich erneut eingeschlafen war, träumte ich von einem Gespensterhaus. Der Traum war aber nicht sehr spektakulär, weshalb ich bis auf einige Bilder von Treppen nichts erinnere.
In einer dunkel stürmischen und verregneten Nacht erwache ich. Ein Blick auf den Wecker zeigt mir, daß es erst Punkt fünf Uhr ist. Dies gibt mir ein Gefühl, als hätte ich noch die halbe Nacht vor mir und jede Menge Zeit, da ich erst um acht Uhr oder noch später aufstehen muß. Im Moment habe ich keine Lust, sofort wieder zu schlafen, sondern würde lieber lesen oder am Computer sitzen. Ich rechne mir aus, daß die Zeit trotzdem ausreichen müßte, um nochmals zwei Stunden vor dem Aufstehen zu schlafen. Und müde bin ich sowieso überhaupt nicht. Es gibt mir ein befriedigendes Gefühl, so viel Zeit zu meiner freien Verfügung und Einteilung zu haben. Ich bleibe bei einem nagelneuen Computerspiel hängen, welches es in zwei Varianten gibt. Die zweite Variante nennt sich "Traum", was sofort meine Aufmerksamkeit auf sich zieht. Das Spiel wird mit memoryartigen, quadratischen Karten gespielt, die am Computer virtuell dargestellt sind. Auf ihnen befinden sich symbolartige, Gebilde, welche aus einer durchgehenden Linie gezeichnet sind, die ganz verschiedenartige verschlungene Formen annimmt. Mal mit mehr, mal mit weniger Kringeln, und mal endet die Linie mitten in der Karte, während sie bei anderen Karten durchgehend ist. Aufgabe ist es anscheinend, die richtigen Anknüpfungspunkte zwischen den Karten zu finden. Irgendetwas im Zimmer lenkt mich ab und ich stehe auf, um mich umzusehen. Plötzlich habe ich das starke Gefühl, beobachtet zu werden. Vor einem wandhohen Fenster hängt zwar ein indigoblauer Vorhang, der etwas vom Wind bewegt wird, und trotzdem werde ich den Eindruck nicht los, daß dahinter jemand steht, den ich nicht sehen kann, aber er mich. Während ich mich mehr in eine Ecke drücke, in der ich meine, nicht erkennbar zu sein, beobachte ich weiter den blauen Vorhang, versuche ihn regelrecht mit meinen Blicken zu durchdringen. Sollte dies vielleicht ein Vorhang sein, der von der einen Seite undurchsichtig wirkt, aber von der anderen transparent ist? Durch mein fortwährendes Starren auf den Vorhang entsteht jetzt tatsächlich ein Bild vor meinen Augen, nämlich das eines kleinen und völlig weißen Männchens, eine Art schnoddrig-lustiges Strichmännchen. Irgendwas stimmt aber mit der Perspektive nicht, denn wenn es direkt hinter dem Fenster ist, müßte es mit dem Boden abschließen und größer sein. Deshalb bin ich mir nicht mehr sicher, ob ich das Männchen tatsächlich sehe, oder ob es nicht vielmehr eine Art inneres Bild, bzw. eine Ahnung ist, in welcher ich das Männchen auf dem Weg zu mir sehe, also noch in einiger Entfernung. Das Bild ändert sich nun, das Männchen wird größer und trägt jetzt einen ebenso weißen Regenschirm über dem Kopf. Der Größe nach zu urteilen ist es also meinem Fenster näher gekommen. Vielleicht steht es jetzt wirklich schon genau hinter dem indigofarbenen Vorhang?
Bemerkung: Ich habe den Eindruck, daß im Traum viele verschiedene Gedanken, die mich zur Zeit beschäftigen, zusammengekommen sind. Da ist zum einen das herrliche Gefühl, Zeit und Muße zu haben (obwohl die relative Zeitspanne nicht wirklich groß war), was ich im Moment sehr vermisse, gleichzeitig das Gefühl, ausgeschlafen und munter zu sein, das ich ebenfalls vermisse, denn gerade bin ich in einer Phase, in der ich nicht mehr weiß, was ich zuerst machen soll und mich ständig müde fühle, egal wie viel oder wenig ich schlafe. Dann ist da das Traumspiel, welches mich daran erinnert, daß ich, seit ich in dieser Phase bin, kaum noch erinnerbar träume. Das Spiel selbst ähnelt im übrigen einem westlichen Gesellschaftsspiel, welches ich in meiner Kindheit zwei oder drei Mal mit meinen Eltern spielte. Es hatte quadratische Kärtchen mit Linien darauf, die man passend zu den Anknüpfungspunkten der Linien aneinander reihte. Allerdings waren die Linien nicht verknäult und verkringelt. Gleichzeitig denke ich zur Zeit oft über irgendeine Macht nach, welche meine Gedanken liest, zumindest kommt es mir so vor - das ist das Gefühl beobachtet zu werden, ohne zu wissen von wem. Und das Strichmännchen selbst erinnert mich an das Regenmännlein aus dem Kinderbuch "Das Haus unter den Kastanien", auch dadurch wie es erst winzig immer größer wird. Vielleicht wollte es mich ja in das Traumland bringen.
Quadrate in der Matrix
Ich habe ein abgebrochenes Glasröhrchen bei mir, halte es für eine zerbrochene Spritze, in dem irgenwelche Drogen sind. Einen Teil davon schlucke ich, den Rest führe ich mit dem Glasröhrchen in meiner Jackentasche weiter bei mir.
Ein großes Familientreffen, ich etwas desorientiert. Schließlich liege ich in einem Zimmer und schlafe, als ich merke, dass jemand neben meinem Bett steht. Ich glaube, es ist meine Mutter. Ich greife noch im Schlaf nach ihrem Finger und drücke mit aller Kraft zu, um die Person festzuhalten. Ich möchte wissen, ob wirklich jemand neben meinem Bett steht und wer das ist. Gleichzeitig versuche ich wach zu werden. Doch obwohl ich den Finger der Person festhalte, ist sie plötzlich verschwunden. Ich glaube deshalb erst, dass ich nun wach bin und dass es nur ein Traum war. Doch nach einer Weile bin ich mir nicht sicher und habe immer noch das Gefühl zu träumen. Deshalb versuche ich weiter, aufzuwachen. Irgendwann denke ich, ich bin wirklich wach, stehe auf und will laufen, doch mir dreht sich alles vor Augen, ich falle hin und zapple wie ein Käfer auf dem Rücken mit Händen und Füßen, weil ich aus irgendeinem Grund nicht aufstehen kann. Schließlich versuche ich auf dem Boden weiter herauszufinden, ob ich noch träume oder schon wach bin. Denn ich bin mir nicht sicher, alles scheint reell zu sein, aber trotzdem auch wieder nicht. Ich kneife mich in den Arm, aber ich merke nichts, es tut nicht weh. Trotzdem kann ich nicht glauben, dass ich wirklich noch träume und versuche nun etwas zu lesen. Dabei wache ich dann endlich tatsächlich auf.