Tierträume
Vor unserem Fenster wurde ein breites Baugerüst aufgebaut. Meine verstorbene Katze, immer gern am Fenster, ist natürlich gleich hinausgelaufen und lugt nun aufgeregt an der Kante des Gerüstes hinunter. Dann ist sie weg. Gesprungen. Oh Gott, hoffentlich tut sie sich nichts! Wie hoch ist das überhaupt? Von einem anderen Blickwinkel aus erkenne ich eine Baugrube, in der sich Wasser gesammelt hat, so daß es jetzt ein kleiner See ist. Da ist sie hineingesprungen. Ob sie auch wieder hinauskommt?
Schon sehe ich eine Katzennase das Wasser teilen. Ein pudelnasses Kätzchen, dessen weiße Flecken jetzt besonders weiß leuchten, kommt aus dem Wasser hervor. Ein kleines Mädchen, das sie schon vom Gerüst holen wollte, ist ihr hinterher gelaufen, packt sie und hebt sie hoch, um sie nach Hause zu bringen. Ob das ihr neues Frauchen ist? Ich bin es wohl nicht.
Eine nächtliche Party. Erst stehe ich in der Küche rum und gehe dann mit einem Getränk in der Hand ins Wohnzimmer. Dort sitzen alle geordnet auf Sitzgelegenheiten. Ich bin die einzige, die mit dem Drink in der Hand herumhampelt, bzw. tanzt. Es ist mir selbst ein wenig unangenehm, aber ich kann irgendwie nicht aufhören, mich so zu benehmen. Das muß an der Musik liegen. Sie zwingt mich zu tanzen. Ich beobachte zwei Frauen, die am Fenster stehen. Die eine erzählt der anderen ein Geheimnis, das mit Kirschen zu tun hat. Beide Frauen haben eine helle Knupper-Kirsche in der Hand. Es geht wohl darum, sie zu entkernen. Ich verstehe nun etwas von Haaren. Ah, das Entkernen von Kirschen beseitigt also Haare. Tatsächlich? Das kann ich nicht so recht glauben. Wie soll das gehen, wenn die Kirsche im Mund ist und die Haare außerhalb des Mundes? Wahrscheinlich hab ich mich verhört.
flog letzte Nacht durch meinen Traum und nahm ihn mit sich fort...
Aus dem Traum der letzten Nacht wollte ich mir noch während des Schlafes unbedingt folgendes merken: "gelbe Gerbera" und "frisch geschlüpfte Schafe". Das habe ich getan. Beide Begriffe waren heute ständig in meinem Kopf. Nur den Traum habe ich vergessen. Der hätte mich irgendwie schon interessiert.
Ich sitze auf meinem Bett, welches mit der gelben Bettwäsche aus meiner Kindheit bezogen ist. Plötzlich bewegt sich die Bettdecke, als würde wer darunter sein, auch das Kopfkissen bewegt sich. Nanu? Schnell lüfte ich die Bettdecke und schaue hinunter, finde aber nichts. Ich schaue noch einmal genauer unter mein Kopfkissen und da finde ich schließlich meine (verstorbene) Katze. Huch! Sie hatte ich vor lauter Grünfinken ganz vergessen! Ich beginne sie zu streicheln und zu knuddeln und sie scheint sehr zufrieden, endlich wieder meine Aufmerksamkeit zu bekommen.
Ein sehr großer Star mit schwarz glänzendem Gefieder und einer untypischen prachtvollen Haube in Rot und Weiß hat sich in mein Wohnzimmer verflogen. Auffällig ist, daß in seinem Schnabel und Kropf ein ganzer Meisenknödel steckt. Ich frage mich, ob er daran nicht erstickt, vielleicht bekommt er ihn nicht mehr heraus. Sollte ich erste Hilfe leisten? Der Star allerdings wirkt gar nicht panisch, sondern spaziert ganz in Ruhe herum. Vielleicht ist das auch nur sein Vorrat, den er da eingesackt hat. In einer Ecke meines Zimmers schaut er interessiert nach oben an die Decke. Auch ich schaue nach oben und entdecke, daß direkt aus der Wand ein Zweig mit dichten grünen Blättern wächst. Nanu? Das ist ja sehr ungewöhnlich. Und jetzt weiß ich auch, was der Star will. Er sucht einen Platz zum Nestbau und diese Zimmerecke da oben gefällt ihm besonders.
Während eines kurzen Einnickens:
Vögel mit schillernd bunten Kopfhauben. Das Besondere: Je härter und schlimmer das Schicksal einen Vogel trifft, um so schöner, größer und leuchtender ist seine Haube.
Parallel dazu heute morgen beim Betrachten der Grünfinken der Gedanke, daß ihre Kopfpuschel von oben wie eine Dornenkrone aussehen.
Ich liege auf meinem Balkon, als Puschel, ein Kuscheltier, plötzlich lebendig wird. Gebannt starrt es wie eine wirkliche Katze auf die Balustrade, vielleicht, um dort hinaufzuspringen. Und da - ein plötzlicher Satz und Puschel ist über die Balkonbalustrade hinausgesprungen. Das hat sie mit Absicht gemacht! Sie wollte Selbstmord begehen! Warum nur? Ist es so schlimm bei mir? Vorsichtig beuge ich mich über den Rand, denn ich bin nicht schwindelfrei, und spähe nach unten. Dort liegt sie auf dem Weg. Jetzt muß ich mich ganz schnell beeilen, daß ich mich anziehe und nach unten komme, bevor sie jemand anderes findet und mitnimmt. Zum Glück sterben Puscheltiere ja nicht. Während ich hektisch meine Sachen suche, entdecke ich einen wizigen Hamster, der seltsamerweißer von der Fellfarbe her aussieht wie ein Grünfink. Merkwürdig.
Ein Blick durch die Scheiben der Balkontür raus auf den Balkon. Irgendetwas Schwarz-Weißes rennt und schnüffelt da herum, vielleicht ein Hund? Wie hat der sich auf meinen Balkon verlaufen? Ich ziehe mich zurück und hoffe, daß das Tier von allein verschwindet. Doch nach einer Weile höre ich hinter der Balkontür ein klägliches Miauen. Oh je, es ist kein Hund, sondern ein Kater und dieser macht keine Anstalten vom Balkon zu verschwinden, sondern will anscheinend in die Wohnung gelassen werden. Das Betteln wird immer lauter und ich werfe erneut einen Blick durch die Balkontür. Der Kater hat sich vor die Tür gepflanzt und schaut mich erwartungsvoll mit geheimnisvoll leuchtenden Augen an. Sein Fell ist schwarz mit weißen kleinen Sprenkeln am Rücken, die ihm ein silbriges Aussehen verleihen. Er trägt ein schwarz-weiß getupftes Halsband und zieht eine Leine hinter sich her. Wahrscheinlich ist er irgendwo entlaufen, aber was will er jetzt von mir? Ausdauernd sitzt er vor meiner Tür und miaut, es sieht nicht so aus, als wenn er den Balkon wieder verlassen wird, da bleibt mir wohl keine Wahl, ich muß ihn hereinlassen. Wenn ich ihn hereinlasse, kann er wenigstens nicht das Vogelnest entdecken und plündern. Die Vögel schweben gerade in höchster Gefahr. Dabei wollte ich doch eigentlich gar kein neues Haustier, seufz.
Bemerkung:
Witzig, im Tageshorroskop steht: "Vormittag: Was haben Sie geträumt? Heute Nacht war der Hexenvollmond. Da verraten Träume mehr, als sie üblicherweise tun." und ich träume von einem schwarzen Kater, der unbedingt bei mir einziehen will. Das erinnert mich auch an das Hexenseminar. So langsam komme ich mir vor wie bei Harry Potter.
In einem Park. Eine ganze Armada von Grünfinken fliegt in strenger Formation und mit schwindelerregender Geschwindigkeit immer wieder im Kreis, ohne sich dabei von irgendjemandem in ihrer Flugroute beeinflussen zu lassen. Ich befürchte deshalb, mir könnte einer von den Finken ins Auge fliegen, weshalb ich diese mit den Händen bedecke.
Ein Blick durch die Balkontür auf den Balkon. Ein riesiger Grünfink, so groß wie eine Taube, sitzt auf dem Gitter und trällert sein Lied. Hm, das muß wohl das Männchen vom Nest sein. Aber wie sieht eigentlich mein Balkon aus? Zuerst ist er voller rosa geschmücktem Tannengrün und verändert sich noch einmal zu einem Vogelparadies mit kleinen Bäumchen. Völlig anders, als er in Wirklichkeit aussieht. Wie wundersam!
In Burg, dem Heimatort meiner Großeltern. Wohin ich auch blicke, ob nach Norden, Süden, Osten oder Westen, überall sehe ich aus Häusern, bzw. vereinzelten Fenstern Flammen schlagen. Was ist denn hier los? Ich versuche meine Verwandten, die um mich herumstehen, darauf aufmerksam zu machen, aber sie zucken nur mit den Achseln und scheinen das nicht besonders wichtig zu finden.
Bemerkung: Nachdem ich mir auf www.vogelstimme.de den Gesang der Grünfinken angehört habe, bin ich mir sicher, daß es doch ein Grünfinknest auf dem Balkon sein muß, denn ich höre ständig haargenau dieses erste Trillern (und das teilweise in ohrenbetäubender Lautstärke), aber ohne das Pfeifen hinterher. Wahrscheinlich sehen auch bei den Grünfinken nur die Männchen farbenfroh aus.
Ein winziger kleiner Vogel verirrt sich durch die Balkontür in mein Zimmer. Er scheint hungrig und verwirrt zu sein, vielleicht gerade frisch geschlüpft. Während er herumtaumelt wird er immer kleiner, bis er eine Baby-Mücke ist, die zwischen meine Finger fliegt. Wahrscheinlich sucht sie Nahrung und will mich stechen. Tiefes Mitleid überkommt mich mit dieser kleinen, hungrigen und verirrten Kreatur. Für einen Moment überlege ich sogar, mich stechen zu lassen. So ein Mückenstich ist ja kein Hit und ein bißchen Blut kann man jederzeit abgeben. Doch nein, ich entscheide anders. Selbst aus Mitleid werde ich mich nicht von ihr stechen lassen, deshalb verscheuche ich sie aus meiner Hand. Sie fliegt an die Zimmerwand und es ist deutlich zu erkennen, wie sie mit ihrem Stechrüssel versucht, in den Putz zu stechen. Die Arme! Jetzt versucht sie schon in der Wand Nahrung zu finden, so verwirrt und hungrig ist sie. Das wird sicher nicht gelingen. Doch plötzlich quillt rotes Blut aus der Wand. Ist es wirklich aus der Wand oder von der Baby-Mücke? Nein, von der Mücke kann es nicht sein, sie ist ja nur groß wie ein Strich und hat noch gar nichts gefressen. Es muß tatsächlich aus der Wand kommen. Doch es hilft ihr nicht, denn die Baby-Mücke läßt sich nach hinten fallen und hängt jetzt kopfüber an der Wand. Es sieht aus, als ob sie tot ist.
Es ist mein Geburtstag und ich bekomme von den Gästen Geschenke. Von jedem eines. Schön. Noch ist alles normal. Eines gefällt mir überhaupt nicht und blöderweise rutscht mir das in einer Bemerkung heraus. Doch da legt die entsprechende Person mit einem Mal immer mehr Geschenke auf den Tisch bis der Tisch mit einem Berg Geschenke bedeckt ist. Das ist mir sehr peinlich, das kann ich doch alles gar nicht annehmen. Doch sie besteht darauf. Meine Mutter tritt an den Tisch heran, um den schon andere herumstehen, und fragt, da sie ja ebenfalls Geburtstag hat, ob die Geschenke für sie sind. Doch sofort erhält sie ein lautes 'Nein' von den Umstehenden. Das ist alles für mich. Herrje, dann werde ich mich mal ans Auspacken machen.
Bemerkung: "Geburtstagsgeschenke
Volkstümlich:
(europ.) : - schöne Überraschungen verheißen große Erfolge und der arbeitenden Bevölkerung gute Geschäfte"
Nun ja, ich zähle mich zur arbeitenden Bevölkerung.