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Tierträume

Samstag, 21. November 2009

Löwin und Tempel

Eine Löwin belauert mich. Die Raubtieraugen starr auf mich gerichtet, geduckt, die Ohren angelegt. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann sie in ein paar Sätzen auf mich zuspringt und nach mir schnappt. Warum gerade mich? Ich befinde mich auf einem Hof in einer Art Gatter und um mich herum überall Tiere. Warum sucht sie sich nicht eine andere Beute aus? Ich starre zurück - bloß nicht den Rücken zukehren - und überlege, was zu tun ist. Das Gatter könnte einen Schutz bieten, wenn sie es nicht überwinden kann. Ich befürchte jedoch, daß sie es schafft. Dann ist das Gatter wie eine Falle, aus der ich nicht mehr entkommen kann. Mir ist bewußt, daß ich mich mitten in einem Traum befinde. Trotzdem möchte ich mich nicht darauf verlassen, daß ich in einem Traum nicht wirklich gefressen werden kann. Ich möchte nicht einmal träumen, daß ich gefressen werde. Und vielleicht irre ich mich ja auch und es ist doch kein Traum. Also sollte ich mit der Lösungssuche nicht nachlassen, auch wenn ich kurzzeitig den Impuls verspüre, die Dinge einfach laufen zu lassen, denn Vorsorge ist besser als Nachsorge. Dann eine Idee. Ich greife einen langen, spitzen Pfahl und halte ihn der Spitze nach außen als Abwehr vor mich hin. Wenn sie mich anspringt, muß sie erst einmal durch diesen Speer.

Meine Gruppenleiterin erteilt mir eine streng geheime Aufgabe. Niemand darf davon erfahren. Dazu überreicht sie mir einen Kettenanhänger aus hellgrauem Stein. Er fühlt sich kühl und glatt in meiner Hand an. Diesen Anhänger soll ich im Garten, bzw. Hof eines Tempels vergraben. Ein Mönch wird nach einer Katze schauen und genau dies ist der Moment. Die Aufgabe ist zwar etwas riskant, aber ich bin sehr zuversichtlich. Heimliche Dinge tun, darin bin ich sehr gut. Niemand wird etwas merken. Ich betrete den Garten des Tempels und beginne ganz unauffällig darin zu buddeln. Es sieht so aus, als würde ich etwas pflanzen wollen oder den Boden umgraben. Dabei beobachte ich meine Umgebung genau. Da, eine schwarze Katze streift am Zaun entlang. Und da, ein Mönch in roter Kutte lehnt sich aus einem Zaunfenster und beobachtet sie. Jetzt oder nie! Rasch lasse ich den Anhänger in das kleine Erdloch fallen und drücke die Erde fest. Niemand wird wissen, daß er hier im Garten vergraben liegt.

Sonntag, 15. November 2009

Rabe

Schlafen im alten Klappbett. Noch bin ich wach, in der Nähe ein schwarzer Rabe, der wie versteinert sitzt und mich beobachtet. Auf der Stuhllehne. Ich schließe die Augen, bis obenhin zugedeckt in frischgewaschener Baumwolle, doch dann fällt mir plötzlich die Geschichte ein, die Geschichte von der Frau, die schlief, und deren Augen dabei von einem Raben angeknabbert wurden. Ui! Sofort tue ich wieder so, als ob ich wach wäre und überlege, wie ich mich schützen kann. Ich möchte nämlich nicht, daß des nachts an meinen Augen genascht wird! Doch mir will nichts so recht einfallen. Probeweise lege ich beide Hände weit über das Gesicht und frage mich, ob ich so schlafen könnte, ohne die Hände wieder wegzunehmen. Schwierig.

Die Rache der Tiere

Den gesamten Traum hindurch halte ich mich für wach, was die Sache noch sonderbarer erscheinen läßt. Während ich im Bett auf dem Rücken liege, fällt mein Blick auf eine sich neben mir erhebende Ecke eines Hauses. Eigentlich ist es keine Ecke, sondern mehr ein angebauter runder Turm, der oben flach abgeschlossen ist. So ensteht eine kleine Plattform, während dahinter spitze Ziegeldächer zu sehen sind. Auf dieser Plattform entdecke ich drei schillernde Enten. Wahrscheinlich machen die eine kurze Flugpause, und im gleichen Moment, als ich das denke, fliegen sie auch schon weiter. Doch die Plattform ist jetzt nicht leer. Je länger ich hinschaue, um so mehr Tiere entdecke ich darauf. Erst ist eine bunte Taube, dann andere Vögel, sogar zwei sehr große graue Geier. Ein Koalabär ist zu erkennen, ein Äffchen und inzwischen ist es so voll, daß sich die Tiere drängen und die einzelnen nicht mehr so exakt auszumachen sind. Was wollen die alle da oben? Während ich mich das noch frage, bemerke ich, daß sie inzwischen sehr gebannt zu mir hinunterstarren. Ich starre zurück und beginne mich zu fragen, ob ich träume. Aber nein, ich bin mir hundertprozentig sicher, daß ich völlig wach bin. Um so schockierter bin ich deshalb, als ich plötzlich die Tiere Kameras zücken sehe, mit denen sie mich fotografieren. Wie eine Schar Touristen stehen sie da oben. Ich glaube, ich spinne! Das gibt es doch gar nicht! Was soll das werden? Ist das vielleicht die Rache dafür, daß ich meinerseits Tiere fotografiert habe? Noch immer etwas geschockt, stehe ich auf und verlasse das Bett, gehe in meine Zimmer hinein. Und noch immer überlege ich, ob ich das alles nur träume, aber komme zu der festen Überzeugung, daß dies ausgeschlossen ist. Ich bin schließlich hellwach! Mir fällt auf, daß das Fenster offen steht und die Zweige eines Baumes bis in mein Zimmer hineingewachsen sind. Sehr merkwürdig! Wie konnte der Baum so schnell wachsen? Das Fenster stand doch nur ein paar Stunden offen? Aber statt mir weiter darüber Gedanken zu machen, bewundere ich die Schönheit der glutroten Blätter. Sie sind oval mit lanzettenförmiger Spitze und haben um das atemberaubende Rot herum einen weißen Rand, der wie Raureif wirkt. Außerdem sind sie sehr vereinzelt angeordnet, so daß die Zartheit und Feingliedrigkeit der Zweige und die Blätter selbst sehr dekorativ zur Geltung kommen. Zu meiner Überraschung muß ich feststellen, daß sie nicht nur durch das Fenster hereinwachsen, sondern auch aus dem Spiegel an der Wand daneben hinaus, so als wäre dieser Spiegel ebenfalls ein Fenster. Dabei ist dahinter nur Wand. Unglaublich!

Sonntag, 18. Oktober 2009

Fremde Planeten und Rosa Luxemburgs Todestag

Eine Forschungsstation in Afrika. Ein Elefant möchte durch die Tür hinein und stemmt sich so dagegen, daß eine Ecke schon aufsperrt, das Schloß hält jedoch noch. Ich stemme mich jetzt kurzer Hand auf der anderen Seite gegen die Tür, denn der Elefant soll draußen bleiben!

Für einen Zwischenstopp auf einem anderen Planeten. Der Name des Planeten beginnt mit Sa...(aber nicht Saturn, sondern eher Saturnisse o.ä.). Auf diesem Planeten ist alles in Blau und glitzerndem Weiß. Weite Ebenen sehen aus, als seien sie mit Styroporkümeln übersät. Die Wesen diesen Planeten sind unsichtbar, aber einen sehe ich trotzdem. Er hat sich nur im Oberkörper materialisiert. Wenn sie sich materialisieren sehen sie genauso aus wie Menschen, sind allerdings ohne Kleidung.

Ein Spaziergang durch meinen Bezirk. Die Sonne scheint und es ist für den späten Oktober erstaunlich warm. Ich sehe sogar Kinder in Badeanzügen spielen und überlege selbst, einen anzuziehen. Unterwegs treffe ich meine Mutter, die mir begeistert von ihrem Urlaub in einer Berghütte erzählt. M. und K. wurden, als sie krank waren, dort sogar von einem Mädchen gepflegt und im Bett aufgerichtet. So etwas findet man woanders gar nicht mehr. Ich knabbere an meiner wahrscheinlich letzten Eistüte für dieses Jahr und höre mir ihren Bericht an. Da wird sie von einer Frau (hochgesteckte, braune Haare) auf einer Bank angesprochen. Die beginnt: "Letzte Woche, wo doch Rosa Luxemburg gestorben ist...." Sie meint wahrscheinlich den Todestag, aber in meiner trockenen Art und Weise unterbreche ich und sage, mehr als Scherz: "Ich glaube, das ist schon ein bißchen länger her." Sie nimmt es völlig ernst, überlegt und erklärt bestimmt, daß es letzte Woche gewesen sei, allerdings mit einem Blick und einem Tonfall, als würde sie mir nicht zutrauen, überhaupt etwas über Rosa Luxemburg zu wissen. Also verstumme ich, lasse sie reden und gehe weiter.

Trächtige Elefantenkuh und mein Vater

Eine Nacht mit einer trächtigen Elefantenkuh an meinem Bett. Ich erwache, weil sie unruhig wird. Wahrscheinlich steht die Geburt kurz bevor, denke ich, und suche im Dunkeln ihren Bauch, um ihn zu massieren und sie damit zu unterstützen. Sie ist nicht sehr groß, kaum zu glauben, daß sie ein Elefant ist, aber sie hält nicht still und den Bauch finde ich nicht. Irgendwann finde ich nicht einmal mehr einen Elefanten, weder einen großen, noch einen kleinen, und schlafe wieder ein. Als ich erwache, ist es hell und von Elefanten weit und breit keine Spur. Kein Baby-Elefant und auch keine Mutter. Na sowas! Vielleicht hat sie sich irgendwohin zurückgezogen, um ihre Ruhe zu haben. Es wird ja hoffentlich nichts schlimmeres passiert sein.

In der Wohnung meiner Eltern. Mein Vater läuft gesund und munter darin herum, als wäre nie etwas gewesen. Ich bin ziemlich erstaunt - da war er schon ein Pflegefall und hat es doch wieder auf die Füße geschafft. Wirklich überraschend wie zäh er ist. Man könnte fast meinen, er sei unsterblich. Der Abend verläuft mit Fernsehen bei meinen Eltern und mein Vater möchte uns Getränke mixen. Es ist allerdings bereits halb Zwölf, ziemlich spät, als er sich endlich daran macht. Er fragt mich, ob ich lieber ein Mixgetränk mit Eierlikör, mit Himbeere oder einer dritten Zutat möchte und ich wähle Eierlikör. Hinter mir höre ich die scharfe Stimme meiner Mutter, die hereingekommen ist. "Du bist ja noch nicht im Bett!" Ja, hallo? Ich bin erwachsen. Was will sie? Doch als ich mich umschaue, bemerke ich, daß sie gar nicht mich meint, sondern einen kleinen Jungen, der in einer Ecke sitzt. Er ist mir bisher gar nicht aufgefallen. Haben meine Eltern ein neues Kind? Sieht so aus und er sollte tatsächlich noch nicht so lange wach bleiben in seinem Alter.

Bemerkung: Bekommen vielleicht die zwölf Elefanten in meiner Wohnung bald Zuwachs?

Donnerstag, 16. Juli 2009

Katzensprung vom Baugerüst

Vor unserem Fenster wurde ein breites Baugerüst aufgebaut. Meine verstorbene Katze, immer gern am Fenster, ist natürlich gleich hinausgelaufen und lugt nun aufgeregt an der Kante des Gerüstes hinunter. Dann ist sie weg. Gesprungen. Oh Gott, hoffentlich tut sie sich nichts! Wie hoch ist das überhaupt? Von einem anderen Blickwinkel aus erkenne ich eine Baugrube, in der sich Wasser gesammelt hat, so daß es jetzt ein kleiner See ist. Da ist sie hineingesprungen. Ob sie auch wieder hinauskommt?
Schon sehe ich eine Katzennase das Wasser teilen. Ein pudelnasses Kätzchen, dessen weiße Flecken jetzt besonders weiß leuchten, kommt aus dem Wasser hervor. Ein kleines Mädchen, das sie schon vom Gerüst holen wollte, ist ihr hinterher gelaufen, packt sie und hebt sie hoch, um sie nach Hause zu bringen. Ob das ihr neues Frauchen ist? Ich bin es wohl nicht.

Eine nächtliche Party. Erst stehe ich in der Küche rum und gehe dann mit einem Getränk in der Hand ins Wohnzimmer. Dort sitzen alle geordnet auf Sitzgelegenheiten. Ich bin die einzige, die mit dem Drink in der Hand herumhampelt, bzw. tanzt. Es ist mir selbst ein wenig unangenehm, aber ich kann irgendwie nicht aufhören, mich so zu benehmen. Das muß an der Musik liegen. Sie zwingt mich zu tanzen. Ich beobachte zwei Frauen, die am Fenster stehen. Die eine erzählt der anderen ein Geheimnis, das mit Kirschen zu tun hat. Beide Frauen haben eine helle Knupper-Kirsche in der Hand. Es geht wohl darum, sie zu entkernen. Ich verstehe nun etwas von Haaren. Ah, das Entkernen von Kirschen beseitigt also Haare. Tatsächlich? Das kann ich nicht so recht glauben. Wie soll das gehen, wenn die Kirsche im Mund ist und die Haare außerhalb des Mundes? Wahrscheinlich hab ich mich verhört.

Ein Mariechenkäfer

flog letzte Nacht durch meinen Traum und nahm ihn mit sich fort...

Junge Schafe

Aus dem Traum der letzten Nacht wollte ich mir noch während des Schlafes unbedingt folgendes merken: "gelbe Gerbera" und "frisch geschlüpfte Schafe". Das habe ich getan. Beide Begriffe waren heute ständig in meinem Kopf. Nur den Traum habe ich vergessen. Der hätte mich irgendwie schon interessiert.

Vergessene Katze (Rosenquarz)

Ich sitze auf meinem Bett, welches mit der gelben Bettwäsche aus meiner Kindheit bezogen ist. Plötzlich bewegt sich die Bettdecke, als würde wer darunter sein, auch das Kopfkissen bewegt sich. Nanu? Schnell lüfte ich die Bettdecke und schaue hinunter, finde aber nichts. Ich schaue noch einmal genauer unter mein Kopfkissen und da finde ich schließlich meine (verstorbene) Katze. Huch! Sie hatte ich vor lauter Grünfinken ganz vergessen! Ich beginne sie zu streicheln und zu knuddeln und sie scheint sehr zufrieden, endlich wieder meine Aufmerksamkeit zu bekommen.

Der Star

Ein sehr großer Star mit schwarz glänzendem Gefieder und einer untypischen prachtvollen Haube in Rot und Weiß hat sich in mein Wohnzimmer verflogen. Auffällig ist, daß in seinem Schnabel und Kropf ein ganzer Meisenknödel steckt. Ich frage mich, ob er daran nicht erstickt, vielleicht bekommt er ihn nicht mehr heraus. Sollte ich erste Hilfe leisten? Der Star allerdings wirkt gar nicht panisch, sondern spaziert ganz in Ruhe herum. Vielleicht ist das auch nur sein Vorrat, den er da eingesackt hat. In einer Ecke meines Zimmers schaut er interessiert nach oben an die Decke. Auch ich schaue nach oben und entdecke, daß direkt aus der Wand ein Zweig mit dichten grünen Blättern wächst. Nanu? Das ist ja sehr ungewöhnlich. Und jetzt weiß ich auch, was der Star will. Er sucht einen Platz zum Nestbau und diese Zimmerecke da oben gefällt ihm besonders.

Das verborgene Buch der Träume

...und andere gesammelte Schätze aus den Tiefen des Seelenmeeres

Träume

~Warum willst du mit ihm hadern, weil er auf Menschenworte nicht Antwort gibt? Denn auf eine Weise redet Gott und auf eine zweite; nur beachtet man's nicht. Im Traum, im Nachtgesicht, wenn der Schlaf auf die Menschen fällt, wenn sie schlafen auf dem Bett, da öffnet er das Ohr der Menschen...~ (Hiob 33,13-16)

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Dimensionen

~Ich träumte, ich sei ein Schmetterling, hin und her flatternd, mit allen Absichten uns Zielen eines Schmetterlings. Plötzlich erwachte ich, und lag da wieder ich selbst. Nun weiß ich nicht, war ich ein Mensch, der träumte, er sei ein Schmetterling, oder bin ich ein Schmetterling, der jetzt träumt, er sei ein Mensch?~ (Tschuangtse, chinesischer Philosoph)

Status

Online seit 1458 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 12. Dez, 21:06

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