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Mittwoch, 9. Juli 2008

Die Schwimmprüfung mit Haiwarnung

In einem Haushalt wohnt Herr Books and More zur Untermiete. Ich ebenfalls, aber als eine Art Angestelte. Vor seinem Zimmer steht ein kleiner Rollwagen, auf dem immer alles deponiert wird, was er benötigt, wie frische Handtücher, Frühstücksgedecke u.ä. So wird er nicht gestört und kann sich die Sachen selbst nehmen. Er ist ein sehr sympathischer und freundlicher Mann, der immer helle Klamotten trägt und einen athletischen Körper, sowie naturblonde Haare hat. Manchmal unterhalten wir uns, sitzen dabei aber nicht auf Sesseln und Stühlen, sondern ganz leger auf dem Tisch oder der Anrichte und lassen die Beine baumeln. Zur Zeit ist er nicht da, so wie auch sonst niemand. Ich bin allein und das ist mal ganz schön so. Auf den Rolli stelle ich ein weißes Kaffeegedeck.
Später finde ich mich über eine großen Wasserfläche wieder. Dort stehe ich nur auf dem kleinen Sims einer Mauer und halte mich mit einer Hand irgendwo fest. Der Sims ist so schmal, daß man ohne das Festhalten direkt ins Wasser fallen würde, man hängt auch mehr oder weniger mit dem Oberkörper darüber, je nachdem, ob man den Arm anwinkelt oder durchstreckt. Neben mir ein Mann in der gleichen Position. Auf einem Boot kommen meine Arbeitgeber aus der Wohnung angefahren und rufen uns zu, daß es nun Zeit für die Prüfung wäre. Die Prüfung, natürlich, das mußte ja irgendwann mal kommen. Wir sollen schwimmen und mit einem leichten Köpfer lasse ich mich vom Sims aus in das Wasser gleiten. Mit weit ausholenden Schwimmstößen fliege ich regelrecht durch das Wasser. Sogar mir kommt das verdammt schnell vor. Im Hintergrund höre ich aus dem Boot einen erstaunten Wortwechsel: "Wow! Sie wiederholt ja den Sommerrekord von (Jahr). Unglaublich, wie die schwimmen kann.!" Nanu, daß ich sooo schnell bin, hätte ich nicht geglaubt. Die anderen anscheinend auch nicht. Ich habe überhaupt den Eindruck, daß sie mir nicht viel zugetraut haben und deshalb von mir um so erstaunter sind. Ein kleines Triumpfgefühl überkommt mich. Also kann ich doch etwas richtig gut. Ich bin allein im Wasser, meinen Begleiter habe ich wahrscheinlich schon abgehängt, und schwimme jetzt auf das gegenüberliegende sumpfige Ufer zu. Da höre ich aus dem Boot den Warnruf: "Du schwimmst genau auf die Haie zu!"
Ach ja, die sollen sich ja hier am Ufer aufhalten, merkwürdig, daß es hier mehr sind als in der Mitte des Wassers. Vielleicht ist das Ufer ihr Jagdgebiet. Ich bin schon so weit am Ufer, daß ich direkt an ihm entlangschwimmen muß, um auf die andere Seite zu gelangen, da Gestrüpp und Ruinen den geraden Weg zurück versperren. Wohlbehalten komme ich am Ziel an und lasse mich feiern. Meine Arbeitgeber sind plötzlich ganz anders zu mir, viel aufmerksamer, respektvoller und freundlicher, und sie nehmen mich gleich voll in Beschlag. Ich muß sie tatsächlich stark beeindruckt haben.
Nachdenklich betrachte ich meine Zehen. Sie sind noch alle dran. Seltsam, daß sich nicht ein Hai hat blicken lassen, obwohl die hier relativ häufig angreifen. Vielleicht habe ich ja irgendeinen Geruch an mir, den die Haie nicht mögen.

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Das verborgene Buch der Träume

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Träume

~Warum willst du mit ihm hadern, weil er auf Menschenworte nicht Antwort gibt? Denn auf eine Weise redet Gott und auf eine zweite; nur beachtet man's nicht. Im Traum, im Nachtgesicht, wenn der Schlaf auf die Menschen fällt, wenn sie schlafen auf dem Bett, da öffnet er das Ohr der Menschen...~ (Hiob 33,13-16)

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~Ich träumte, ich sei ein Schmetterling, hin und her flatternd, mit allen Absichten uns Zielen eines Schmetterlings. Plötzlich erwachte ich, und lag da wieder ich selbst. Nun weiß ich nicht, war ich ein Mensch, der träumte, er sei ein Schmetterling, oder bin ich ein Schmetterling, der jetzt träumt, er sei ein Mensch?~ (Tschuangtse, chinesischer Philosoph)

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