Träume von Verfolgung und Gewalt
An einem grünen Ort mit vielen Hochhäusern. Sie erinnern an die Hochhäuser im Thälmann-Park, jedoch sind sie viel bunter. In einem dieser Hochhäuser stehe ich mit einem jungen Mann an einer Fensterwand und wir schauen hinaus. Alles in dem Ort hat besondere Namen. Das Hochhaus gegenüber zum Beispiel heißt "Avatara negri", erklärt er mir, denn ich bin fremd hier. Alle Häuser beginnen im Namen mit "Avatara", aber auch Brücken, Straßen und Plätze haben Namen, die ähnlich seltsam klingen. Dann erzählt er mir, wie er früher noch ganz unten mit seinem Großvater im gleichen Haus gewohnt und immer aus dem Fenster geschaut hätte. Inzwischen ist er viel weiter oben in einer Wohnung angekommen. Nebelfetzen legen sich um das Hochhaus, so daß die Sicht nach unten verhangen ist. Er fragt, ob ich es wagen würde, zu springen. Erschrocken weiche ich vom Fenster zurück. Sicherlich nicht! Aber er fragt es so, als wäre es nur eine Mutprobe und als könne gar nichts passieren. Wir haben jeder den Arm um den anderen gelegt und erzählen Geschichten aus unserem Leben, dabei aus dem Fenster schauend. Dann küßt er mich und wir hören nicht auf zu küssen, während wir uns zu einer langsamen Melodie drehen. Undeutlich bemerke ich, daß ein älterer, ergrauter Mann mit Halbglatze uns aus dem Nebenzimmer beobachtet. Mein junger Freund setzt sich und zieht mich auf seinen Schoß. Ich fahre ihm mit den Fingern zärtlich durch seine kurzen Haare und wir küssen uns erneut. Ich merke, daß er nun Sex will, und während des Küssens und Umarmens denke ich bei mir - wenn ich jetzt mit ihm Sex habe, ist es vielleicht so schlecht, daß ich morgen völlig frei gehen kann und nicht mehr an ihn denke. Die Aussicht erscheint mir verlockend. Und im Traum weiß ich, daß er in diesem Augenblick, während wir uns küssen, genau dasselbe denkt - wenn ich jetzt mit ihr Sex habe, ist es vielleicht so schlecht, daß sie mich morgen nicht mehr interessiert und ich aufhöre, an sie zu denken. Fast erscheint es mir wie eine dieser Komödien im Fernsehen, wo eine Stimme aus dem Off die Gedanken der handelnden Personen verrät.
Noch immer im Hochhaus, doch diesmal ist es ein Büro in den Wolken. Ich sitze am Schreibtisch und gleiche telefonisch Zahlungen mit einem Träger ab. Die Frau sagt, sie müsse sich die Buchungen noch einmal anschauen und rufe zurück. Das macht sie auch sehr schnell, es verging kaum eine Minute. Da ich abgelenkt bin, spricht sie auf den Anrufbeantworter: "Stimmt. Sie haben recht. Bitte rufen Sie mich an." Das möchte ich auch - ich wähle erst die 90 und dann ihre Nummer, 1277..... - doch so viel ich es auch versuche, immer kommt etwas dazwischen. Es will mir einfach nicht gelingen, ihre Nummer richtig einzutippen. Mal vertippe ich mich, dann ist es zu dunkel, um die Zahlen zu erkennen, ein weiteres Mal flutscht das Telefon dauernd weg. Ich versuche es so hinzustellen, daß es fest steht und nicht verrutscht, aber nun lösen sich irgendwelche Teile, das ganze Telefon fällt fast auseinander. Ein Mann ist hereingekommen, wohl ein Vorgesetzter, und mir ist das sehr peinlich. Wenn der sieht, wie dämlich ich mich dabei anstelle, eine Nummer zu einzutippen, sagt er mir doch gleich, ich bin für den Job nicht geeignet. Irgendwann gebe ich es auf, lasse Telefon Telefon sein, und verlasse genervt das Zimmer.
Noch immer im Ort mit den Hochhäusern. Ich bin jetzt ein kleiner Junge, der regelmäßig von zwei oder drei älteren Männern mißbraucht wird. Inzwischen habe ich mich daran gewöhnt. Während andere Kinder mit ihren Klassenkameraden spielen, sind die Männer meine Spielgefährten. Allerdings ist es immer wieder demütigend, wenn sie mit mir hinter ein Haus gehen und sich ein anderes Kind beim Spiel dorthin verirrt. Meistens gucken die dann ganz komisch und ich möchte doch nicht, daß es jemand mitbekommt. Außerdem glaube ich nicht, daß ich noch lange lebe. Wenn ich älter werde, werden mich die Männer sicherlich umbringen, weil ich dann zu gefährlich bin. Irgendwo wird man mich verscharrt finden, bzw. nur meinen Kopf. Ich bin mir sicher, daß man nur meinen Kopf findet. Ich überlege, wie ich wohl am liebsten gefunden werden möchte. Vielleicht darf ich mir ja etwas wünschen. Während sich die Männer an mir zu schaffen machen, werfe ich eine Eichel, die ich irgendwo gefunden und in meiner Hand gehalten hatte, weit von mir. Dabei beobachte ich ein winziges Eichhörnchen, das einen gigantischen Sprung hinterher macht und sich auf die Eichel stürzt. Für einen kleinen Moment muß ich lachen, denn es wirkt sehr witzig - ein hungriges fliegendes Eichhörnchen.
Ich lande bei einem Spaziergang in einem Haus, in dem meine unter mir wohnenden Nachbarn leben. In einem großen Zimmer sind jede Menge Leute versammelt, anscheinend Verwandschaft und Bekanntschaft. Seltsamerweise ist die Mitte des Zimmers mit alten Polsterstühlen vollgestellt, über die man drüber weg laufen muß, wenn man auf die andere Seite will. Erst finde ich das völlig normal, so wie eine Art Brücke oder Treppe. Doch dann denke ich - Hey, Moment mal! Wenn man die Stühle wegnehmen würde, würde man noch viel einfacher auf die andere Seite kommen indem man wie üblich über den Fußboden läuft. Das wäre auch viel entspannter als diese Kletterei. Merkwürdig, warum die sowas hier aufbauen, aber ok, ist ja ihre Sache. - Um die Masse von Polsterstühlen herum stehen Tische. Ich werde eingeladen, mich an einen von ihnen zu setzen. Vor mir beobachte ich einen Mann, der ein zugedecktes Tablett serviert. Er sieht aus wie ein Butler und lüftet galant den Deckel. Leckere Kuchenstückchen und Petit Fours sind auf dem Tablett arrangiert. Sind die etwa für mich? Meine Güte, die Leute sind aber sehr großzügig und gastfreundlich. Dabei kennen wir uns gar nicht. Eine schlanke, ätherische Frau mit weißer Haut und hellen halblangen Haaren tritt auf mich zu und wir wechseln einige Worte. Dabei erfahre ich, daß sie Russin ist. "Ich mag Russen!" entfährt es mir spontan, überwältigt von so viel freundlichem Willkommen, scheint aber die Frau nicht weiter zu beeindrucken. Sie lächelt nur ganz leicht. Jetzt würde ich gerne die anderen Leute kennenlernen und sie führt mich an den Nebentisch, wo sie mich vorstellt. Vor mir sehe ich aufgereiht einen Teil der russischen Sippschaft sitzen. Irgendetwas an diesem Bild stimmt nicht. Ich bin irritiert und kann den Fehler lange nicht ausmachen, spüre aber, wie mein Instinkt mich warnt. Dann erkenne ich es: Zwei der Personen haben schlumpfblaue Haut. Das sind gar keine harmlosen Russen, fährt es mir durch den Kopf. Blaue Haut haben keine Menschen. Das sind ganz andere Wesen, vielleicht einer anderen Dimension, und ob sie wirklich so freundlich sind, wie sie tun, steht noch nicht fest. Ab jetzt bin ich sehr aufmerksam und stark auf der Hut. Ich beobachte jeden Blick und jede Bewegung dieser unheimlichen Wesen. Wieder an einem Tisch sitzend, aber keinen Hunger mehr habend, sehe ich gegenüber in einer Ecke zwei dunkle Herren in altmodischen Anzügen die Köpfe zusammenstecken und zu mir herüberstarren. Es schaudert mich, denn beide haben dasselbe Gesicht als seien sie Zwillinge, und ich kenne dieses Gesicht. Es ist das Gesicht von Graf Dracula. Zu versuchen, wegzulaufen, würde wahrscheinlich nicht viel bringen, zumal ich über die Polsterstühle klettern müßte, deshalb bemühe ich mich, weiter völlig unbefangen und unwissend zu wirken. Innerlich jedoch wird mir immer schauriger zumute. Die ätherische Frau führt mich nach einer Weile durch einen Gang zu einem Zimmer. Mir wird bewußt, daß ich ein Mann bin und die Frau mit mir schlafen möchte. Ok, generell hätte ich ja nichts dagegen einzuwenden, aber ausgerechnet hier unter diesen...äh....unheimlichen Spukgestalten? Mitten in der Höhle des Löwen? Vielleicht ist sie ebenfalls kein Mensch. So recht begeistern kann ich mich für diese Vorstellung nicht und der Blick in das Zimmer macht mir auch nicht mehr Lust. Es ist zwar groß, aber völlig heruntergekommen und verdreckt, der Teppichboden fleckig und speckig, voller Ränder von Flüssigkeiten, Krümel, schmierigem Dreck und wer weiß, was sonst noch. Niemals würde ich barfuß darüber bis zum Bett laufen wollen. Das einzige, was mein Herz ein wenig höher schlagen läßt, ist ein riesiges, weißbezogenes Bett in der hinteren Ecke des Raumes. Mit riesig meine ich, in Länge und Breite mindestens zweimal so groß wie ein normales Doppelbett. Eine wirkliche Spielwiese, obwohl ich nicht unbedingt Sex darin würde haben wollen. Es würde mir schon reichen, einmal in einem so großen, weißen Bett liegen zu dürfen. Die Frage ist, nehme ich dafür den Dreck, die ominöse Partnerin und das Risiko in Kauf?
Bemerkung: Den Traum hatte ich, nachdem ich um ca. 5:30 h aufgewacht und um 6:00 h wieder eingeschlafen bin, als meine Nachbarn anscheinend endlich ebenfalls schlafen gegangen sind. Bis dahin haben sie wohl, wie schon öfter in den letzten Tagen, Disco gemacht, denn mein Schlaf wurde von wummernden, gleichförmigen Bässen begleitet.
Traumsplitter 1:
Im alten Schlafzimmer meiner Eltern (Nordseite mit Blick auf die Kirche). Wegen der Nordseite ist es hier besonders kühl. Heute sogar richtig kalt, denn mit Blick aus dem Fenster sehe ich das Fensterbrett voller Eis. Senkrecht stehende Eiszapfen, Eisklumpen und andere Formationen. Eine dieser Formationen erkenne ich als einen eingefrorenen Grünfink. Na sowas. Er muß hier auf dem Fensterbrett von der Kälte überrascht worden sein. Der Anblick hat etwas Trauriges. In einer anderen, größeren Formation erblicke ich eine Katze. Diese Figuren sind so seltsam, daß ich sie fotografieren muß. Als ich die Kamera holen will, bemerke ich, daß das gesamte Schlafzimmer voller "Eisberge" ist. Na hoffentlich taut das wieder.
Traumsplitter 2:
Ein anderes Schlafzimmer, dunkel, in welchem ich schlafe. Wach werde ich von einem Flattern, das erst nur zu hören ist. Durch die Dunkelheit ist nichts zu erkennen und ich spähe aufmerksam hinein. Nicht daß hier irgendein riesenhaftes Insekt herumfliegt. Da erkenne ich einen gelbgrünen Flügel aufblitzen. Oh, ein Grünfink! Wie ist der denn hier herein gekommen? Aufgeregt flattert er umher. Manchmal spüre ich, wie seine Flügel mich streifen, oder auch nur einen Lufthauch von ihnen. Ich stehe auf, um zu prüfen, wo er hergekommen sein könnte. Die Tür steht zwar offen, führt aber wiederum in einen dunklen Flur. In diesem Flur steht ebenfalls die Tür zu einem anderen Zimmer offen. Eventuell ist in diesem Zimmer ja ein Fenster geöffnet. Trotzdem merkwürdig, daß er sich bis zu mir in das geschlossene Schlafzimmer verflogen hat.
Traumsplitter 3:
Ein Swimmingpool mit klarem, blauen Wasser. Der Pool ist zwar ein geschlossenes Rechteck, jedoch unter Wasser unterschiedlich tief, was man an den Färbungen des Blau erkennen kann. Ich suche mir die tiefste Stelle, um darin zu schwimmen. Es ist sehr angenehm und erfrischend.
Traumsplitter 4:
Ich befinde mich in einem altertümlich anmutenden Haus und fahre dort mit dem ebenfalls sehr ungewöhnlichen Fahrstuhl. Der Fahrstuhl hat von draußen einen eingebauten Gewinnautomaten. Das ist ein Knopf, wie eine alte Klingel, auf den man drücken muß, und dann hat man evtl. etwas gewonnen, was unten raus kommt. Wenn man einsteigt, bildet sich einen Teil des Fahrstuhls automatisch eine Art Führerpult für den Fahrstuhlführer aus. Dieser wird heute aber anscheinend nicht mehr genutzt.
Ich trete in einem anderen Stockwerk heraus und an ein Fenster, das durch seine seitliche steinerne Säule ebenfalls altertümlich anmutet. Von hier habe ich einen fantastischen Blick auf eine Landschaft voller Wasser, weshalb ich sehr lange hier verweile, wobei ich den Menschen, die sich im Wasser tummeln, bei ihren Aktivitäten zuschaue. Merkwürdig finde ich, daß das große Wasser im Vordergrund sowohl eine große stille Fläche hat, als auch in Ufernähe stark bewegte Stellen, die wie Stromschnellen wirken und bei den Badenden besonders beliebt sind. Weit in der Ferne erkenne ich einen etwas abgelegenen See in einer grünen Landschaft. Dorthin könnte ich eigentlich mal einen Ausflug unternehmen. So weit kann das von hier nicht sein. Dazu muß ich mir allerdings genau merken, an welchem Fenster ich bin, um hierher zurückkehren zu können. Von einem anderen Fenster aus wäre die Entfernung viel größer. Aus diesem Grund versuche ich, als ich erneut in den Fahrstuhl steige, genau zu erspüren, in welche Richtung es geht und wieviele Stockwerke.
Ich bin ganz genau ein Stockwerk nach unten gefahren. Gut. So kann ich das Fenster wiederfinden.
Traumsplitter 5:
Eine offene Wohnung, meine eigene, mit zwei Wohnzimmern. In einem der Zimmer findet eine Party statt, auf der ein lustiges Wortfindespiel gespielt wird. Ich selbst habe mich in das zweite Zimmer zurückgezogen, warum auch immer. Ab und zu klingt Gelächter durch die Wand herüber. Ein riesenhafter Mann, dessen Gestalt bei den Schultern zu enden scheint, kommt plötzlich in das Zimmer und stellt sich genau vor mich hin. Er ist völlig in ein Gewand gehüllt, das die Farbe von getrocknetem Blut hat - dunkelrot bis schwarz changierend. Er hat keinen Kopf und es ist seltsam, auf seine Schultern zu schauen, während er mit mir spricht. Denn das kann er trotzdem.
Ab und zu scheint sich dann doch ein Kopf herauszukristallisieren, jedoch bleibt er durchscheinend und ändert stets sein Aussehen. Er droht mir und verschwindet wieder durch die Tür. Bevor ich irgendwie reagieren konnte, ist er erneut da, schließt die Tür hinter sich ab und vergewaltigt mich. Kaum ist er weg und ich noch gar nicht angezogen, trifft auch schon die Polizei ein. Keine Ahnung, wie sie davon Wind bekommen haben. Eine Beamtin befragt mich zu dem Vorfall, doch da er keinen Kopf hatte, kann ich auch nicht viele Angaben machen. Mir fällt auf, daß sie immer so komisch auf meinen Po starrt, der noch nicht bekleidet ist, da ich gerade dabei bin, mir das Höschen überzustreifen. Dann fragt sie mich, ob ich auch anal vergewaltigt wurde. Nein, antworte ich wahrheitsgemäß, aber irgendwie scheint sie unzufrieden mit meiner Antwort. Schließlich rückt sie heraus mit der Sprache: Wenn er es getan hätte, könne man ihn viel härter bestrafen und daß ich das doch einfach behaupten könnte. Oh, sie will also, daß ich lüge? Aber das kommt doch sicher heraus? Anscheinend sieht sie mir meine Zweifel an, denn sie macht mir mit subtilen Andeutungen klar, daß sie meine Aussage unterstützen würde und daß man außerdem ein wenig nachhelfen könnte, damit es glaubwürdiger ist. Dabei zückt sie eine Rasierklinge. Was? Die will mir doch nicht etwa mit der Rasierklinge ein paar Fissuren verpassen? Die tickt ja nicht ganz sauber! Ganz schnell ziehe ich mich an und lasse mich auf das Sofa fallen, um meinen Po in Sicherheit zu bringen. Zum Glück kommen im gleichen Moment zwei Partygäste herein, die sich über eine Wortfindung beim Wortfindungsspiel von Kollegin D. aufregen: "Scheidende". Was ist denn das für ein Wort?
Ein Schulausflug mit der U-Bahn. Der Zug, ein älteres Modell, fliegt seinem Ziel entgegen. Durch die Fenster erkennt man die endlosen Stromkanäle der Tunnel, von der Geschwindigkeit zu einem streifenförmigen Muster verzerrt. Einige Mädchen haben im Tunnel an der Wand eine Gestalt stehen gesehen. Sie reißen deshalb während der Fahrt die vier Türen des Waggons auf und schauen neugierig hinaus. Ein Gerücht kristallisiert sich immer klarer in meinem Bewußtsein, bis es zur Gewißheit wird. Es war der Mann mit der Küchenschürze.
Der Mann mit der Küchenschürze ist ein Serienkiller, der im U-Bahn-Tunnel lauert, dort in fahrende Züge eindringt - wie er das macht, bleibt rätselhaft und hat etwas geisterhaftes - und im Waggon alle Menschen mit einem Messer niedermetzelt. Er trägt dabei nur eine Küchenschürze und manche halten ihn für einen Metzger. So langsam fühle ich mich in das Szenario eines Horrorfilms a la Scream oder Texas Chainsaw Massacre versetzt. Ich denke bei mir, dies kann wirklich nur ein Film sein, und trotzdem spüre ich Panik aufsteigen, denn ich bin hier in diesem rasenden Zug und kann nicht aus dem Film verschwinden, auch wenn ich gerne wollte. Mit der bildhaften Vorstellung, was im schlimmsten Fall passieren könnte, versuche ich mich zu beruhigen. Im schlimmsten Fall kommt er genau in diesen Waggon und tötet mich. Und? Was ist daran so schlimm? Wenn es ein Film oder ein Traum ist, ist das doch völlig egal. Ist zwar vielleicht emotional ein wenig unangenehm, doch ansonsten kein Grund zur Panik. Aber wenn es kein Film oder kein Traum ist? Woher soll ich das wissen? Vorsicht ist schließlich besser als Nachsicht. Deshalb sollte ich mich jetzt auch auf mögliche Sicherungsmaßnahmen konzentrieren. Mir fällt auf, daß zwar alle vier Wagentüren auf der einen Seite mit Mädchen "besetzt" sind, dort wird er sicherlich nicht hindurch kommen, aber den vier Türen auf der gegenüberliegenden Seite schenkt niemand Beachtung. Das sollte man schleunigst ändern. Wenigstens ich sollte diese Türen im Auge behalten...
Wir sind an unserem Ausflugsziel angekommen. Es ist ein großes Haus, über dessen Eingangstür wie eine Wildschweintrophäe der Kopf eines feisten Mannes genagelt ist. Ich erfahre durch Nachfragen, daß dies der Mann mit der Küchenschürze ist. Achso?
Ich befinde mich zufällig für einen Tag in meinem Büro, obwohl ich krank geschrieben bin. Was ich da mache, weiß ich selbst nicht genau - wahrscheinlich einfach vorbeischauen. Beide Schreibtische sind seltsamerweise absolut leer. Nicht einmal die Schreibunterlage liegt noch darauf. Wo sind die Sachen und die Akten geblieben? Nur auf dem Praktikantentisch liegen zwei bis drei Dinge, unter anderem ein Stapel Papiere, die mit Aquarellfarben bemalt sind. Mit den Aquarellfarben wurde über die Schrift drüber gemalt und das teilweise sehr kunstvoll. Den Papieren sieht man jedoch eine Steigerung an: erst wurden einfache Vierecke in Aquarell gemalt und dann steigert sich dies Blatt für Blatt in ornamentale und figürliche Darstellungen. Da war die Praktikantin aber wirklich fleißig. Jemand von der Büroleitung kommt ins Zimmer, um uns mitzuteilen, daß es im Gebäude mehrere Tote gibt, da ein Anschlag stattfand. Das ganze Haus steht unter Quarantäne und wir sollen uns alle in einem bestimmten Raum für weitere Anweisungen einfinden. In den nächsten Tagen wird kein Dienst stattfinden. Daß ich auch in diesen Raum muß und nicht einfach gehen kann, das nervt mich. Schließlich bin ich nur durch Zufall hier und die nächsten Tage eh krankgeschrieben. Ich überlege, mich zu drücken, aber gehen kann ich ja nicht, da wir unter Quarantäne stehen. Ich frage mich, ob das wohl ein Anschlag mit Krankheitserregern ist. Dann ist die Chance, sich in diesem Raum bei den anderen damit anzustecken, noch größer. Ich gehe zwar in den Raum, setze mich aber so weit wie möglich von den anderen weg. Durch das Gerede im Raum erfahre ich, daß man sich vor einem bestimmten Geruch in acht nehmen soll, weil der ein giftiges Gas anzeigt. Es ist der Geruch einer speziellen Straße. Ja, ich habe ihn gerochen und sofort diese Straße erkannt. Die Versammlung wird aufgelöst, ich gehe aber noch nicht, sondern bleibe so lange im Gebäude, bis ich die letzte bin. Es ist schon dunkel draußen und Licht brennt im Zimmer. Ein Pförtner schaut vorbei und fragt, weil ich noch da bin, wie es mir geht. Als ich gehe, verlasse ich meine frühere Fachhochschule. Ich versuche, einen Weg hinaus zu finden, wo ich nicht auf das Gas treffe. Bei der Tür treffe ich auf einen jungen Mann aus meiner Gruppe, der ziemlich ruhig ist und mit dem ich noch nicht viel gesprochen habe. Jetzt kommen wir durch das Ereignis ins Gespräch, während wir die Straße hinuntergehen. Ich müßte mich nun verabschieden, um zur U-Bahn zu gehen, möchte aber ungern allein nach Hause fahren. Deshalb frage ich, wo er hin muß. Er erklärt mir, daß er mit der Straßenbahn Nr. 13 fährt. Hm, wo fährt die denn hin, möchte ich wissen. Hält die vielleicht irgendwo, wo ich umsteigen kann. Oh ja, er nickt eifrig. Die fährt zu den Wiesen und von da könne ich mit dem Bus fahren. Zu den Wiesen? Ach herrje, das ist ja schon fast außerhalb von Berlin. Das ist mir dann doch ein zu langer Umweg.
Bemerkung: Die Szene, in welcher der Pförtner ins Zimmer kommt, erinnert mich an die Szene im Film "Zeit des Erwachens", den ich gestern abend sah, in welcher ein Reinigungsmann den Patienten am Fenster fragt, ob es ihm gut geht.
Zu meinem Schrecken muß ich feststellen, daß ich mein Studium noch nicht abgeschlossen habe und noch einige Seminare besuchen muß, die ich seit Jahren nicht besucht habe. Irgendwie muß mir das total entfallen sein. Ich bin spät dran, vor mir ist aber eine andere junge Frau, die ebenfalls etwas später gekommen ist. Zwischen ihr und dem Dozenten beginnt ein Wortwechsel und ich husche schnell in den Raum, um noch einen leeren Stuhl zu suchen. Auf dem ersten Blick scheint alles besetzt zu sein, aber ganz hinten steht ein Bürostuhl mit Rollen, auf dem jemand seine Beine abgelegt hat. Ich mache verständlich, daß ich mich gerne auf diesen Stuhl setzen möchte, und darf es dann auch. Zu meinem weiteren Schrecken erfahre ich, daß der Dozent einer der Betreuer ist, mit dem ich auf Arbeit immer zu tun habe. Und als wenn das nicht peinlich genug wäre, ist er außerdem total unangenehm. So hätte ich mir ihn eigentlich nicht vorgestellt. Hinten auf dem Bürostuhl sitze ich etwas abseits, versuche aber immer, so nah wie möglich an die anderen heranzurollern. Nur blöderweise scheint der Boden schief zu sein und immer, wenn ich die Füße vom Boden weg nehme, rollert der Stuhl von alleine nach hinten hin weg. Herrje, das nun auch noch!
Etwas später warte ich vor einem Haus mit altem Hausflur auf irgendetwas. Ich erfahre von jemandem, daß ein entfernter Verwandter von mir, Onkel oder ähnliches, eine tödliche Krankheit, anscheinend Krebs hat. Er möchte nicht leiden und hat sich entschieden, vorher freiwillig aus dem Leben zu scheiden. Dies möchte er mit einer Familienfeier verbinden um dabei im Kreis der Familie sein. Wie in einer feierlichen Prozession zieht nun die ganze Familie mitsamt eines Hundes die Straße entlang. Auch der Todkranke ist dabei, wirkt aber mit seinem spitzbübigen Schnurrbart recht munter. Das Ziel ist ein altes, herrschaftliches Haus, wo die "Totenfeier" stattfinden soll. In einem großem düsteren Saal befinden sich schräg abfallende Sitze wie in einem Kino. Allerdings halten wir uns vorher noch eine ganze Weile im verwilderten Garten auf, bevor die Mitglieder der Familie auf diesen Sitzen Platz nehmen. Ganz oben hinter den Sitzen, also im Rücken der Sitzenden, ist eine Guillotine aufgebaut. Irgendwie ist es schon ein wenig pervers, sich für den freiwilligen Tod eine Guillotine auszusuchen, aber ok, wahrscheinlich geht es recht schnell. Ich bin nur froh, daß ich nicht am Seil ziehen muß - dies ist einer anderen Frau (seiner Frau?) aus der Familie vorbehalten. Eigentlich habe ich nicht wirklich Lust, dabei zu sein, aber wenn es sein Wunsch ist, muß man das wohl respektieren. Mir ist ziemlich mulmig zumute, andererseits staune ich darüber, daß der Totgeweihte anscheinend recht furchtlos und heiter ist. Er ist es auch, der das Zeichen zum Beginn gibt, allerdings erst, nachdem er alle Alkoholvorräte im Haus geplündert und mit uns geleert hat. Ist ja auch verständlich, daß er sich die Birne vorher zuknallen möchte und uns geht es nicht anders. Also mitten im ausufernden Saufen gibt er ein Zeichen und legt seinen Kopf in die Guillotine. Auch jetzt wirkt er erstaunlicherweise noch recht heiter, mir dagegen ist um so schlechter. Vom eigentlichen Köpfen bekomme ich nichts mit, da ich währenddessen steif auf meinem Sitz nach vorne schaue. Nachdem es geschehen ist, habe ich noch mehr Lust, mir richtig die Birne zuzuknallen und stehe auf, um nach weiteren Flaschen zu schauen. Es finden sich einige, mit denen wir noch kräftig auf den Toten anstoßen können, fein. Während ich die Flaschen hole, muß ich an dem, mit einem Tuch bedeckten Korb vorbei, in welchem der Kopf des Toten liegt. Plötzlich bewegt es sich und ich beginne vor Entsetzen zu kreischen, worauf alle anderen ebenfalls kreischend einfallen und wie hypnotisiert auf das Tuch starren. Es rutscht zur Seite und der augenrollende und sehr lebendige Kopf ist zu sehen. Alle kreischen noch mehr. Dann erhebt er sich, mitsamt seines Körpers, und mir wird klar - das alles war nur ein absolut perfider, scheußlicher Halloween-Scherz, mit dem uns der gute Onkel reingelegt hat. So eine Frechheit! Das war alles ausgedacht - von der Krankheit bis zum Tod. Wie kann man andere nur so erschrecken! In die verständliche Erleichterung mischt sich auch eine Portion Wut über diese Unverschämtheit.
Ein leeres Gebäude (Dienstgebäude?), in dem sich nur noch ich und meine Chefin befinden. Einer von uns muß die Tür abschließen und das Licht ausmachen. Meine Chefin stellt sich seltsam hilflos an, fragt nach dem Schlüssel, wo sie ihn lassen soll usw. Ich biete ihr an, das Haus zu verschließen, aber dazu müßte sie es verlassen. Dies ist ihr anscheinend nicht klar, denn sie steht völlig orientierungslos im Flur herum und macht keine Anstalten zu gehen. Dann wieder in einem Gebäude (dasselbe?), dessen Flure, dunkel und schummrig, niedrig und mit runden Wänden, denn Gängen ähneln, die ein Wurm irgendwo hineingebohrt hat. Ein Lindwurm haust in diesen Fluren. Es ist derselbe, der den Schatz bewacht und von dem die alten Sagen berichten. Diese Tatsache finde ich sehr aufregend, trotzdem habe ich keine Lust, ihm zu begegnen. Blitzschnell gleitet er durch die Gänge heran, schmutzig-gelb geschuppt und mit drachenartigen Stacheln auf dem Rücken bewehrt. Ich muß mich sputen und sprinte seitlich zu einer robusten Tür aus rohem Holz. Diese läßt sich leicht öffnen und ich schließe sie sofort hinter mir, für den Fall, daß der Lindwurm mich bemerkt hat und mir folgt. Mich gegen die Holztür lehnend, schaue ich mich flüchtig im leeren Zimmer um. Immer mehr Menschen kommen vor dem Lindwurm flüchtend herbei und klopfen an die Türe. Ich lasse jeden herein, obwohl natürlich die Gefahr besteht, daß der Lindwurm mit hereinschlüpft oder sogar selbst anklopft (Können Lindwürmer klopfen? Diese Frage beschäftigt mich über die gesamte Türsteherei hinweg.) Aber ich werde ihnen nicht die Hilfe verweigern, auch wenn es für mich sicherer wäre. Wenigstens schließe ich die Tür sekundenschnell wieder hinter den Flüchtlingen, um das Risiko zu vermindern.
Jemand anderes übernimmt nun meine Stellung an der Tür und ich schaue mich genauer um, auf der Suche nach einem Fluchtweg. Es gibt ein Fenster und zuerst bemerke ich ein niedriges Vordach, das sich gut für eine Flucht eignet. Dann sehe ich allerdings, daß das Fenster nicht nach draußen führt, sondern in ein anderes hohes Zimmer, welches tiefer nach unten in die Lindwurmburg führt, als jenes, in welchem ich mich jetzt befinde. Alle Räume scheinen irgendwie ineinander verschachtelt und von größeren Räumen umgeben zu sein. Das tiefer gelegene Zimmer ist wie eine altertümliche Bibliothek eingerichtet. Eigentlich hätte ich Lust, darin herumzustöbern, aber jetzt ist erst einmal die Frage vorrangig zu klären, ob von diesem Zimmer irgendeine Gefahr ausgeht oder es sich vielleicht als eine Falle erweist.
Meine Schwägerin will wieder umziehen, obwohl sie eine tolle Wohnung hat. Aber irgendetwas gefällt ihr nicht mehr, ich dagegen glaube, daß ihr einfach nur langweilig ist. Im Hintergrund eine Hochbahn, auf der seltsamerweise bis auf S-Bahnen, nur kurze Wägelchen oder einzelne Waggons fahren. Irgendwo neben der Hochbahn entdecke ich herrliches Geleekonfekt. Dieses ist nicht einfach nur aus einer einzelnen Geleesorte, sondern ein flaches Geleeblatt wurde um eine Geleepraline herumgewickelt, so daß es kleine Röllchen werden, welche oben sogar nach mit kleinen Geleerosen verziert sind. Herzhaft beiße ich in ein Röllchen hinein.
In einer fremden Stadt. Ich befinde mich mitten in einem Türkenviertel (im Traum war ich mir sicher, daß es Türken waren, jetzt bin ich es aber nicht mehr), bin aber nicht in der Türkei. Die Türken sitzen in Massen draußen, vor sich riesige Berge von Eis und Zuckerwatte, beides sommerlich weiß. Anscheinend feiern sie ein Fest. Eine Mutter schickt ihre Tochter zu jemandem, um etwas mitzuteilen oder zu holen. Dies ist eigentlich vollkommen untypisch, da die Töchter dort wie Augäpfel behütet werden und normalerweise nirgendwohin allein geschickt werden. Ich frage mich, ob die türkische Mutter wegen ihrer Lässigkeit eventuell Ärger bekommen wird, denn sicherlich wird das von anderen Türken nicht gern gesehen.
Jetzt stehe ich in einiger Entfernung von einem Ding, das wie ein leerer Denkmalsockel aussieht. Das Denkmal fehlt und der Sockel soll für irgendwas bestimmtes verwendet werden. Es gibt Proteste dagegen, denn man sagt, daß das Ding zwar geeignet ist, um ein Denkmal oder auch einen Sarkophag darauf zu stellen, aber nicht für das andere. Hm.
Nun, im Eingang eines U-Bahnhofes, steht ein Typ neben mir, der aussieht wie Che Guevara, sagt laut einige Sachen, die politisch unkorrekt sind und nach Revolution klingen. Allerdings weiß ich genau, daß er dies nur aus Scherz tut, sozusagen um zu testen, was passiert, und mir ist gar nicht wohl dabei. Es passiert auch tatsächlich etwas, denn eine Schießerei beginnt und Menschen laufen panisch aus dem U-Bahnhof hinaus. Ich schließe mich ihnen an und renne eine lange Treppe hinunter, hoffend, nicht von einer umherirrenden Kugel getroffen zu werden. Am Ende der Treppe führt ein langer offener Gang nach links und ein kurzer Gang nach rechts zu einer Tür. Die Menschen laufen alle nach links, ich zögere einen kleinen Moment und will dann auch nach links hinunter, aber ein Mann stellt sich mir in den Weg, zeigt nach rechts zu der Tür und sagt: "Dort lang mußt du gehen!". Seltsam, daß er das nur mir sagt, wenn es da ein Versteck gibt, trotzdem traue ich ihm sofort.
Bemerkung: Das Geleekonfekt war wohl eine träumerische Weiterentwicklung des russischen Geleekonfekts, welches ich gestern aß. Dieses schmeckt zwar wunderbar, sieht aber nicht so aus. Eines Zaren wären deshalb meine Traumröllchen würdiger gewesen. *gg*
Außerdem dachte ich gestern darüber nach (Anlaß war die Köpfung von Hitlers Wachspuppe), warum Menschen, die wahnsinnig politisch korrekt sind, ihren Mitmenschen und Nächsten gegenüber oft so wahnsinnig unkorrekt sind. Ich finde, Politik hat darin auch etwas von Religion.
"Rechts" in der Traumdeutung:
Allgemein:
Rechts ist im Traum niemals als politische Einstellung aufzufassen. Wie in der Regel mit der rechten Hand geschrieben und gehandelt wird, so bedeutet rechts im Traum die Seite des Bewußtseins, der geistigen Interessen und Aktivität. Rechts kann im Traum auch ein Hinweis auf einen männlichen Gesichtspunkt sein. Die individuelle Bedeutung ergibt sich aus der Beziehung zu anderen Symbolen im Traum und aus den individuellen Lebensumständen.
Psychologisch:
Wenn in einem Traum stark die "rechte Seite" (Hand, Körperhälfte, Sitzordnung an einem Tisch, Wegwahl an einer Kreuzung usw.) betont wird, ist es als Hinweis auf Eigenschaften zu verstehen, die man der rechten Gehirnhälfte zuschreibt: z.B.: Aktivität. Durchsetzungsvermögen, logisches Denken, Sachlichkeit usw. Selten, aber wenn es der Zusammenhang der Traumhandlung ergibt, kann "die Rechte" auch einen politischen Inhalt symbolisieren.
"Links" in der Traumdeutung:
Allgemein:
Links kann immer nur im Zusammenhang mit den weiteren Symbolen individuell verstanden werden. Allgemein symbolisiert es das Unbewußte, Weibliche, Irrationale und Destruktive, die Mutter und Natur. Lähmungen der linken Körperhälfte warnen vor Überbetonung von Verstand und Logik.
Psychologisch:
Orientierungsbegriff; links sitzt das Herz, übersetzt: das Gefühl, die psychische Energie, allgemein auch Sitz des Unbewußten. In früheren Zeiten saß die Frau bei der Trauung links vom Mann. Links ist die Seite des Herzens, mit der rechten Hand wird meist geschrieben, d. h., die rechte Seite ist die Seite des Denkens und Handelns. Links kann im Traum ein Hinweis auf die weibliche Seite des Träumenden sein, auf sein Gefühlsleben und auf sein Unterbewußtes. Links ist im Traum nicht politisch zu verstehen.
Elsa gibt mir einen Auftrag, nicht irgendeine Aufgabe, sondern eine sehr verantwortungsvolle und wichtige. Eventuell hat diese etwas mit ihrem Tod oder mit ihrem Verschwinden/Auswandern zu tun. Ich habe versprochen, sie zu erfüllen, obwohl ich nicht weiß, warum sie gerade mich darum gebeten hat, da ich überhaupt nicht kochen kann. Und diese Aufgabe sieht vor, dass ich etwas koche. Aber gut, ich werde das schon irgendwie hinkriegen. Ich stopfe also einige panierte Fischfilets und ein tiefgekühltes Spanferkel in die kleine Backröhre und lasse sie dort braten. Als ich zwischendurch mal hineinschaue fällt mir ein, dass ich die Fischfilets ja noch gar nicht gesalzen oder gewürzt habe. Um Gottes Willen, das bei Elsa! Die merkt das doch sofort. Wie peinlich. Glücklicherweise ist es nicht zu spät. Ich kann noch ein wenig salzen und vielleicht sollte ich nicht nur Salz nehmen, sondern auch ein paar Kräuter dazutun. Ich gehe also auf die Suche nach Gewürzen und als ich sie habe, öffne ich abermals die Backröhre. Da bemerke ich, dass sich das Spanferkel bewegt. Es ist jetzt aufgetaut und angebraten, aber es lebt noch! Jetzt plumpst es aus dem Ofen und torkelt, bzw. kriecht im Schneckentempo über den Fußboden. Eine mittlere Panik erfasst mich. Oh Gott, oh Gott, oh Gott, was mache ich denn nun? Es lebt noch, obwohl es schon halb durchgebraten ist. Es muß doch höllische Schmerzen haben. Bei der Vorstellung wird mir fast schlecht und meine Gedanken überschlagen sich. Mir ist klar, dass ich es schnell töten muß, aber ich weiß auch, daß ich das nicht kann. Ich denke daran, es einfach lebend zurück in die Backröhre zu stopfen, aber dieser Gedanke entsetzt mich so, dass mir bewußt ist, dass mich diese Tat mein Leben lang verfolgen würde. Die Situation überfordert mich derart, dass ich flüchte und das Ferkel sich selbst überlasse, wobei ich hoffe, dass es schnell stirbt. In meinem Fluchtwinkel, meinem inneren Dunkel, dem Schlafbewußtsein spüre ich noch das schlechte Gewissen, zum einen, weil ich das Ferkel habe leiden lassen und zum anderen, weil ich meinen Auftrag, mein Versprechen nicht erfüllt habe.
In meinem Bewußtsein wandelt sich nun das Geschehene langsam in eine andere Geschichte. Es war kein Ferkel, das ich in der Backröhre gebraten habe, sondern mein Vater. Den Auftrag dazu gab meine Mutter. Er war tiefgefroren und halb durchgebraten, trotzdem lebte er noch. Und statt ihn zu töten, bin ich weggelaufen. Jetzt kehre ich zurück, und zwar in das Seniorenheim. Ich rechne ganz fest damit, dass man mir sagt, dass er tot ist, denn das Braten kann er einfach nicht überlebt haben, aber als ich durch die Gänge gehe, sagt niemand etwas und alles ist ganz normal. Ich komme in sein Zimmer. Eine Menschenmenge, darunter auch meine Mutter, betrachtet meinen Vater durch eine Glasscheibe. Er schläft friedlich und trägt meine rote Kuscheljacke, die ich im realen Leben immer im Büro trage. Es ist tatsächlich alles in bester Ordnung. Unglaublich! Ich bin nun froh, dass ich ihn nicht getötet habe. Nicht auszudenken, wenn ich ihn nochmal in die Backröhre gestopft hätte. Besonders auch für meine Mutter. Diese hatte mir zwar den Auftrag gegeben, aber ist dabei wohl von anderen Vorausetzungen ausgegangen. Im übrigen dürfte das wohl eine erstmalige medizinische Sensation sein, dass ein Mensch tiefgekühlt und halb durchgebraten war, aber trotzdem noch lebt und sich wieder erholt. Dass es sich dabei um meinen Vater handelt, wundert mich gar nicht so sehr. Er scheint wirklich unverwüstlich zu sein. Mit diesen Überlegungen erwache ich endlich aus dem Alptraum.
Wieder eingeschlafen, schließt der nächste Traum damit an, dass ich meinen Vater im Seniorenheim besuche. Er schläft fest und wacht trotz meiner Weckversuche nicht auf. Also lasse ich ihn in Ruhe und komme in ein anderes Zimmer, wo ein junger Mann seine alte Mutter pflegt. Allerdings wundert es mich, dass er diese von den Füßen bis zum Scheitel mit einem hellblauen Handtuch bedeckt hat, so dass nichts von ihr zu sehen ist. Sie liegt ganz ruhig da und scheint sich nicht daran zu stören. Erst als ich gehe, beginnt sie unter dem Handtuch wegen irgendetwas zu wimmern. In meinem Bewußtsein wandelt sich nun das große Haus, in welchem ich mich befinde, sowie die Gegend ringsherum, zu einem Computerspiel, bei welchem ich mittendrin mitspiele. Das Haus ist eine riesige Villa und nun so etwas wie ein Internat, wo Unterricht stattfindet, aber auch gewohnt wird. Außerdem wird erzählt, dass in diesem Haus ein roter Geist umgeht. Er wird der Weihnachtsgeist genannt und taucht besonders an bestimmten Orten auf, wie zum Beispiel der Bibliothek. Er hat eine rote Erscheinung, weshalb er wohl auch der Weihnachtsgeist genannt wird. In meiner Phantasie habe ich zwei verschiedene Vorstellungen von diesem Geist. Nämlich zum einen, ein rotes menschliches Gerippe, aber zum anderen frage ich mich, ob es nicht vielleicht nur ein roter Weihnachtsmann ist, der umgeht. So genau möchte ich das aber gar nicht wissen, weshalb ich in Situationen, in denen der Geist eventuell auftauchen könnte, meine Auge in Richtungen fixiere, in denen ich davon nichts wahrnehme. Das Computerspiel an sich funktioniert so, dass ich mich in der unmittelbaren Umgebung frei bewege und ganz normal lebe, aber immer mal wieder bestimmte Aufgaben gestellt werden. Dazu müssen die Mitspieler des Spieles, also alle, die in der Villa wohnen, sich zum Beispiel in einem Saal einfinden und dort bestimmte Fragen beantworten oder Klausuren schreiben. An der Villa fließt auf einer Seite hinter dem Garten ein Fluß vorbei und hinter dem Fluß befindet sich eine Baumallee. Als ich einmal im Garten um die Villa herum spazierengehe, sehe ich flüchtig eine rote Gestalt die Baumallee entlanggehen und in der Ferne verschwinden, wobei ich allerdings durch die Bäume hindurch außer das Rot nicht viel wahrgenommen habe. Ich denke mir, dass dies wohl der Geist gewesen ist und dass es sehr raffiniert von den Spielentwicklern war, diesen wiederholt und auch nur als kleines Detail, in verschiedene Situationen einzubauen. Schließlich befinde ich mich am Fluß, wo ich eine Plattform betrete, die wie ein längsgeteilter Schleppkahn aussieht. Dieser längsgeteilte Schleppkahn wurde am Ufer befestigt und hat auch noch eine geteilte Schiffsführerkabine hinter Glas. Sogar ein Schiffsführer macht sich in der Kabine zu schaffen. Auf einer höhergelegenen Bohle des Kahns sehe ich von weitem ein rotes Männchen liegen. Aus der Perspektive, sehe ich nur die Beine, die herunterbaumeln und den Körper, der sich flach nach hinten gelegt hat. Es erscheint mir merkwürdig klein. Ob das vielleicht der Geist ist? Zumindest ist die Kleidung, bzw. das Hemd rot. Jetzt bewegt sich das Männchen und richtet sich auf. Ich erkenne es sofort. Es ist der kleine Mann aus der schwarzen Hütte, bzw. dem roten Raum, aus "Twin Peaks".
Bemerkung: Das Bild des halb gebratenen, über den Fußboden taumelnden Ferkels erinnert mich sehr stark an den Anblick diesen fetten Hundes, der sich kaum fortbewegen konnte.
Ich bin mit meiner Mutter, meinem Bruder und seiner Freundin K. zusammen. Auch in diesem Traum geht es wieder ziemlich stürmisch zu, wie man durch die Fenster beobachten kann. K. ist plötzlich, keine Ahnung warum oder wieso, zwischen zwei Stacheln oder Drahtteilen eingeschlossen, die sich von vorne und hinten in ihren Körper bohren. Wir können sie dort nicht rausholen, da, wenn die Verletzungen zu tief sind, dies gefährlich sein könnte, sie muss deshalb mit dem Stacheln im Körper so bleiben, bis der Notarzt kommt. Man hört sie aber die ganze Zeit mit klagender und sich fast überschlagender Stimme schreien: "Holt mich hier raus, holt mich hier raus!". Zum Glück braucht der Notarzt nicht sehr lange und die Verletzungen scheinen auch nicht sehr schlimm zu sein, denn als man sie mit dem Notarztwagen sitzend abtransportiert, winkt sie uns schon wieder fröhlich zu.
Später ist sie bei mir zu Hause und bäckt Plinsen. Sie benutzt sehr viel Fett und Butter dafür, womit sie Bratpfanne einreibt. Ich entdecke währenddessen einen Korb voll Socken wieder, in welchen sich kleine Küchlein befinden.