Alles anderen Träume
Im Big-Brother-Haus befinden sich nur noch zwei oder drei Bewohner, sowie eine Kolonne von jungen Putzfrauen, die zum einen dort saubermachen und zum anderen zur Unterhaltung der letzten Bewohner beitragen sollen. Ich gehöre weder zu den Bewohnern, noch zu den Putzfrauen, bin aber ebenfalls im Haus und besichtige alles. Auffällig ist zum einen die Leere, da nicht mehr viele Bewohner im Haus sind, aber noch viel mehr der Dreck ringsumher. Das ganze Big-Brother-Haus ist völlig versifft. In den Waschbecken und in der Badewanne klebt der Dreck zentimeterdick, der Boden ist über und über mit Staub und Krümeln bedeckt, in die Wände sind Schriftzeichen geritzt, in den Möbeln befinden sich Schrammen. Die müssen ja hier gehaust haben wie die Vandalen, denke ich entsetzt. Da reicht gar kein Saubermachen, eigentlich muß alles renoviert und neu eingerichtet werden. Bei dem Gedanken, wieviel das alles kostet, werde ich fast etwas ärgerlich, aber ok, der Sender hat wahrscheinlich genug Geld, um sich das zu leisten.
Ich befinde mich mit der Klasse, die aus Kollegen und ehemaligen Mitschülern besteht, irgendwo am Spittelmarkt, verliere die anderen aber bald aus den Augen. Es ist spätabends und ich trage die flauschige Winterjacke des letzten Winters, obwohl es nicht sehr kalt ist. Ein wenig planlos laufe ich umher, bis ich von weitem einige Bekannte sehe. Mir ist klar, daß sie in eine der zwei dort in der Nähe befindlichen Diskotheken wollen. Ich folge ihnen unauffällig und beschließe, ebenfalls in diese Disko zu gehen. So weiß ich wenigstens, daß ich da Leute treffe, die ich kenne. Beim Einlaß der ersten Diskothek stelle ich mich in eine lange Schlange. Doch genau, als ich an der Reihe wäre, geht es nicht mehr weiter. Der Einlasser ist in ein Gespräch vertieft und macht keine Anstalten, noch jemanden abzukassieren. Ich bleibe stehen und warte. Es ist ein ziemlich großer Vorraum und eine sitzende Frau ruft zu ihm hinüber, wann sie endlich hineindürfe. Sie wartet also anscheinend auch. Ich gehe nun etwas weiter in eine große Halle, die wohl zur Diskothek gehört. Hier kann man, wenn man möchte, wie ein Artist an unsichtbaren Seilen schweben, umherfliegen und schaukeln. Ich versuche, einen Blick auf die Seile zu erhaschen, aber sie sind tatsächlich völlig unsichtbar. Das macht bestimmt Spaß, aber da ich noch keinen Eintritt bezahlt habe, traue ich mich nicht tiefer hinein. Irgendwann wird mir das Warten zu bunt und ich gehe. Die anderen sind wahrscheinlich sowieso in die zweite Diskothek gegangen. Ich glaube zu wissen, daß es ihre Stammdisko ist, und ich laufe das kleine Stück hinüber. Hier wird direkt auf der Straße abkassiert. Die Einlasser sitzen zu dritt oder viert an einem kleinen Tischchen. Der erste, zu dem ich komme, ist noch ganz nett. Er verlangt 4 Euro und ich suche diese aus meinem Portmonnaie. Dann ermahnt er mich aber, mein Kennwort nicht zu vergessen oder zu verbummeln. Mein Kennwort? Sowas habe ich noch gar nicht! Auf diese meine Aussage hin, zeigt er auf den nächsten Einlasser neben sich, der wohl die Kennworte vergibt. Wie ich an den aus- und einströmenden Gästen erkennen kann, besteht das Kennwort anscheinend aus zwei Buchstaben, welche an der Spitze des Zeigefingers angebracht werden. Wenn man wieder hineinmöchte, muß man den Zeigefinger auf ein Gerät legen, welches die beiden Buchstaben scannt. Der zweite Einlasser murmelt etwas in den nicht vorhandenen Bart und ich verstehe "1 Euro". Also suche ich einen Euro und geb ihm diesen, aber da verdreht er genervt die Augen und sagt noch einmal deutlicher: "25 Euro!". Ah, da habe ich mich wohl verhört. 25 Euro für ein Kennwort ist ziemlich happig, doch glücklicherweise finden sich auch die in meinem Portmonnaie. Aber der Einlasser macht jetzt wiederum keine Anstalten mehr, mich abzukassieren. Ich warte geduldig. Da er zwischendurch immer sehr mürrische Bemerkungen macht und ein gestresstes Gesicht zieht, kann ich mir allerdings die leicht spöttische Bemerkung nicht verkneifen, daß er sich wahrscheinlich völlig überarbeitet, wenn er mir ein Kennwort vergibt. Eigentlich war das noch nicht einmal böse gemeint, aber mit dieser Bemerkung bin ich absolut bei ihm unten durch. Ab jetzt werde ich konsequent ignoriert. Ich warte noch eine Weile, merke aber, daß es keinen Sinn mehr hat und suche nun den ersten Einlasser, damit er mir die 4 Euro zurückgibt. Der ist aber verschwunden und ich hänge nun weiter wie blöd vor dem Tisch fest und werde immer ärgerlicher. Richtig geladen bin ich schließlich, als ich endlich erwache.
Bemerkung: Was für bescheuerte Türsteher hab ich eigentlich in meinen Träumen? So ähnlich stelle ich mir das übrigens vor der Himmelspforte vor. Wahrscheinlich mache ich da auch einen blöden Spruch und bleibe außen vor.
Ich bewohne ein neues Haus in einer Art Vergnügungs- und Tierpark. Neben Gehegen mit Tieren, die vom Eigentümer des Parkes gerettet werden, wie er stolz in einer Ansprache verkündet, bewohnen hier auch Blogger kleine Anwesen mit Gärten. Allerdings gehören diese Anwesen mit zum Park und sind somit ebenfalls mehr oder weniger öffentlich. Der Park selbst wurde auf einem alten Eisenbahngelände errichtet und durch die Bahndämme ist er leicht hügelig. Es ist eine große Auszeichnung, ein Anwesen zu erhalten. Nicht jeder darf hier ein Haus beziehen und ich freue mich darüber, dennoch merke ich schnell, daß es auch einige Nachteile hat, als ich einen Mann sehe, der von einem Baum aus durch meine großzügige Fensterfront mit einem Fernglas ins Haus späht. Ein wenig fühlt man sich wie ein Ausstellungsstück. Erst stelle ich mich eine Weile tot, doch dann gehe ich aus dem Haus, um mich selbst unter das Volk im Park zu mischen. Dort falle ich weniger auf, als würde ich in meinem öffentlichen Heim sitzen. Eigentlich habe ich noch Glück, überlege ich mir, denn in der Ecke des Parks, wo ich wohne, befinden sich eher langweilige Tiere, wie Rehe usw., so daß sich dorthin nicht ganz so viele Besucher verirren. Während des Gangs durch den Park entdecke ich, daß es außerdem noch einen unterirdischen Teil gibt, für den man Karten lösen muß. Ich spiele mit dem Gedanken, eine Karte zu kaufen, lasse es aber doch. Ein anderes Mal... Während meines Rundgangs fällt mir eine Frau auf, die rittlings, aber verkehrt herum, auf einem großen Vogel sitzt. Ist das wirklich ein Vogel? Nein, es ist wohl nur ein Rucksack in Vogelform. Und schließlich bin ich wieder am Eingang meines Anwesens. Hier bemerke ich ein Begrüßungsportal, wie ich es von Ranchs kenne, und versuche die Schrift darauf zu entziffern. "Tänzerin...." Der Rest ist im ersten Moment unverständlich. Jedenfalls heißt es nicht "Tänzerin zwischen den Welten". Ob die meinen Blognamen falsch geschrieben haben? Fast will ich etwas ärgerlich werden, aber dann entziffere ich "Tänzerin sound comes soon". Aha. Also wohl eine Ankündigung. Aber worauf? Auf eine Klingel? Oder wird hier bald wie im Museum eine Stimme vom Band etwas über mich und das Blog erzählen? Bin gespannt, was die Betreiber sich haben einfallen lassen.
Handlungsort ist das alte Elternhaus. Wie jeden Sonntag schaue ich mir spät am Abend die Sendung "Zimmer frei" im Fernsehen an. Doch auf einmal fällt mir auf, daß draußen strahlend heller Tag ist. Ich würde sogar sagen, ein unnatürlich heller Tag, denn das Licht, welches durch das Fenster fällt, ist so weiß, daß es blendet. Nanu, das kann doch gar nicht sein! Um diese Zeit ist es draußen normalerweise dunkel. Zuerst denke ich an eine Katastrophe, eine Atomexplosion oder ähnliches, aber dann hätte ich sicher ein wenig mehr davon mitbekommen. Wahrscheinlicher ist wohl, daß es gar nicht Sonntagabend ist und im Fernsehen nur eine Wiederholung läuft. Ich schaue jetzt auf jede Uhr, die ich finden kann. Eine, auf die ich immer schaue, zeigt gegen 22 Uhr an, aber alle anderen gegen 17 Uhr. Aha, dann geht diese Uhr also falsch und ich dachte, es wäre bereits so spät. Die Wiederholungen der Sendung laufen ja im TV zu jeder Tageszeit, so daß es mir nicht aufgefallen ist. Merkwürdig ist es aber trotzdem, denn wo ist die Zeit zwischen 17 und 22 Uhr abgeblieben? Die muß dagewesen sein, sonst hätte ich mich in meinem Zeitgefühl nicht so geirrt. Und nun ist sie spurlos verschwunden. Dunkel entsinne ich mich an einen Moment in der Vergangenheit (oder in der Zukunft?), in dem ich das Empfinden hatte, einen Zeitsprung gemacht zu haben und jede Erinnerung an die Zukunft verlor. Ob das damit zusammenhängt? Vermutlich. Im vergangenen, bzw. zukünftigen Zeitraum muß etwas geschehen sein, das aus dem Filmstreifen der Zeit wieder herausgeschnitten wurde. Und die Erinnerungen daran, an das Zukünftige oder Vergangene, sind scheinbar unwiederbringlich verloren. Es ist, als hätte jemand genau von Minute zu Minute, Stunde zu Stunde, mein Gedächtnis ausgelöscht. Und jetzt ist es erneut 17 Uhr.
Im nächsten Traumfragment sehe ich meine Mutter im Treppenflur vor den Gemeindesälen die Wände schrubben. Sie ist total fertig, geschafft, erschöpft und genervt, deshalb ist es mir unverständlich, warum sie sich diese Arbeit aufhalst. Erstens hat sie mit den Treppenfluren nicht wirklich was zu schaffen. Es ist nicht ihre Aufgabe, die sauberzuhalten. Zweitens stört es wahrscheinlich kaum jemanden, wenn die Wände des Treppenflurs ein wenig vergilbt und verstaubt sind. Ist ja schließlich keine Wohnung. Und drittens bringt das Rumgeschrubbe kaum etwas, weil der Dreck nur verteilt wird und die Wände nicht viel besser aussehen. Sie sollte ihre Kraft lieber sparen und stattdessen, wenn sie es denn unbedingt tun will, gleich die Farbrolle nehmen, um die Wände neu zu streichen. Der Kraftaufwand wäre nicht größer, aber viel effektiver. Sagen tue ich ihr das allerdings nicht, denn ich weiß ja, wenn sie sich was in den Kopf gesetzt hat....
Hypnagog: Der Schatten einer riesigen Eule fliegt in die Wahrnehmung und löscht alle Bilder, bis nur noch ein tiefes, reines Schwarz bleibt.
Auf einer Straßeninsel. Es wird mir erklärt, ich habe völlig vergessen, wer oder was erklärt, daß sich etwas außerhalb von dieser Insel ein ganz besonderer Punkt befindet. Ich werde aufgefordert, mich auf diesen Punkt zu stellen. Erst zögere ich, aber da der Verkehr nicht sehr stark ist, tue ich es doch. Auf einmal, direkt auf dieser Stelle stehend, höre ich von allen vier Himmelsrichtungen seltsame, sonst nicht wahrzunehmende Klänge an mein Ohr dringen. Diese Töne sind nicht nur mit dem Ohr wahrzunehmen, sondern auch mit dem Körper, da ihre Schwingungen so stark sind. Es ist, als würde das Universum mich umströmen, beängstigend und aufregend zugleich, aber nicht lange zu ertragen. Deshalb verlasse ich den Punkt wieder, als ich es nicht mehr aushalte. Ich bin begeistert und mir wird klar, daß es überall auf der Erde solche Punkte gibt und daß diese aus uralten Zeiten überliefert sind. Allerdings frage ich mich, warum man sich beim Bau der Straße nicht danach gerichtet und direkt die Fahrbahn darüber gebaut hat. Hätte man nur die Straßeninsel ein wenig weiter bis zu diesem Punkt verschoben, könnte man einfach auf diese Insel gehen und wann immer man möchte dem Universum lauschen.
Weiterhin erreicht mich im Traum eine Botschaft, ein klarer Satz, dessen genauen Wortlaut ich aber vergessen habe. Es geht um den Sinn und daß es diesen gibt. Ich glaube, er lautete: "Die Dinge wären nicht das, was sie sind, gäbe es keinen Sinn."
Bemerkung:
Interessant, daß mir ausgerechnet jetzt die Eule durch das Bild fliegt, denn eine Eule kam auch in meinem allerersten Kindheitstraum vor, an den ich mich in meinem Leben erinnere. Damals träumte ich, daß ich nachts auf die Toilette in unserer Wohnung gehen will und daß genau auf dem Toilettendeckel eine fast menschengroße Eule saß. Sie starrte mich an und sagte etwas zu mir, das ich vergessen habe. Später im Traum konnte sie sogar durch Wände gehen oder fliegen. Ich fand das sehr beängstigend, aber meine Eltern amüsierten sich gut.
Mit einem leeren Einkaufswagen suche ich den Eingang zu einem Haus. Ich fahre eine kleine Rampe hinunter und lande auf einer großzügigen Treppe, wo die Rampe allerdings endet. Da es etwas schwierig sein dürfte, mit dem Einkaufswagen die Treppe hinunterzukommen, suche ich einen anderen Weg und finde im Haus neben der Treppe eine Fahrstuhltür. Oh prima! Dann stell ich mich jetzt mit dem Wagen in den Fahrstuhl, auch wenn ich noch nicht weiß, wo ich damit lande. Statt nach unten fährt der Fahrstuhl nach oben und ich steige in einem Flur aus. Anscheinend bin ich in einem Verlagshaus gelandet. Ich schlendere den mit Teppich ausgelegten Flur entlang (den Einkaufswagen habe ich wohl irgendwo stehen gelassen, denn der ist nicht mehr dabei) und mir fällt auf, daß überall auf dem Flur stehend oder sitzend Araber herumlungern. Der Flur macht eine Biegung nach links und auch hier steht eine dunkelhaarige, wahrscheinlich palästinensische Frau herum. Sie trägt vor sich auf der Brust das Foto von irgendjemanden angeheftet. Es scheint so, als würde sie für oder gegen etwas protestieren. Mir kommt es auch so vor, als würde sie einen Sprengstoffgürtel tragen, aber ich wage nicht, genauer hinzusehen, sondern mache, daß ich weiterkomme. Hauptsache, sie sprengt die Bombe nicht gerade jetzt. Der Flur macht erneut eine Biegung nach links und hier findet sich so eine Art Wartezimmer, welches ebenfalls voller Araber mit Turbanen auf dem Kopf ist. So langsam dämmert es mir, daß sie das Verlagshaus besetzt haben, wenn ich auch nicht weiß, was sie weiter planen. Eine Bombe? Friedliche Demonstration? Geiselnahme? Ich sollte machen, daß ich weg komme. Der Flur macht wieder eine Biegung nach links und mir wird klar, daß das gesamte Haus quadratisch ist und man, wenn man einmal durch den Flur gelaufen ist, an derselben Stelle herauskommt, wo man den Flur betreten hat. Inzwischen muß ich das Haus verlassen haben, da unterhalte ich mich mit jemanden. Eigentlich wollte ich von dem Verlag ein bestimmtes Buch oder Manuskript haben, das fällt mir aber jetzt erst ein. Die Stimme des Gesprächspartners, den ich nicht sehe, sondern der irgendwie nur in meinem Kopf ist, fragt mich, was ich mache, wenn man mir das Buch oder Manuskript nicht gibt. Ganz einfach, sage ich, ich werde über meine Mutter gehen, die in dem Verlag arbeitet, bzw. gearbeitet hat. Für mich ist es in diesem Moment so sicher wie das Amen in der Kirche, daß ich dann zu dem Buch oder Manuskript kommen werde. Also absolut kein Grund, sich über irgendwelche Eventualitäten den Kopf zu zerbrechen.
Ich muß mal wieder früh aufstehen, was mich etwas nervt, allerdings wird mir während des Aufstehens und Anziehens bewußt, daß ich nicht wegen der Arbeit früh aufstehen muß, sondern mich jemand dazu verpflichtet hat, an meinen eigenen Projekten zu arbeiten. Dazu muß ich nicht ins Büro, aber darf auch nicht zu Hause bleiben, sondern bin gezwungen den Tag lang in einer Bibliothek oder einem Studienraum zu verweilen. Die Aussicht, mich mehrere Stunden lang mit meinen eigenen Projekten und Interessen befassen zu dürfen, läßt das Aufstehen sofort leichter fallen. Es kommt sogar eine gewisse Vorfreude auf und dadurch, daß ich früh aufstehen mußte, habe ich sogar noch viel mehr Zeit zur Verfügung. Schön ist außerdem, daß es mir erlaubt ist, vorher ausgedehnt zu frühstücken, so lange mir beliebt. Na also, wenn ich das machen darf, wozu ich Lust habe, ist doch alles gar nicht mehr so schlimm. So ein "freier" Tag, der ja eigentlich nicht ganz frei ist, da irgendjemand aufpasst, daß ich auch meine Zeit in der Bibliothek absitze, ist doch richtig super, denn er ist wenigstens so frei, daß ich selbst entscheide, was ich während dieser Zeit mache. Genau die richtige Gelegenheit, um an meinen Schreibprojekten weiterzuarbeiten! Ein paar Getränke mitgenommen und schon läßt es sich den ganzen Tag an einem Bibliothekstisch aushalten. Kein Problem. Ich fühle mich durch diese zusätzliche Zeit, die mir für meine eigenen Dinge zur Verfügung steht, reich beschenkt.
Später sitze ich mit meinem Cousin und anderen in einem Zimmer. Das Zimmer wirkt seltsam zweigeteilt. In der einen Hälfte des Quaders sind die Wände weiß und sauber, in der anderen Hälfte grau und verschmutzt. Außerdem hängen hier überall Spinnweben herum. Merkwürdig. Für irgendjemanden (meinen Cousin?) will ich jetzt ein Geschenk vorbereiten, dessen Anlaß ich jedoch vergessen habe. Dazu nehme ich eine CD, auf die ich kleine Symbole klebe. Da ist ein kleines, aus Drähten oder Fäden selbst gebasteltes Pferdchen, doch bevor ich es auf die CD klebe, reicht mir jemand ein anderes, welches viel schöner ist. Es ist aus perlmutt schimmerndem Plastik und erinnert an ein Fabeltier, ein Einhorn. Eine Nachbarin aus meinem Haus reicht mir außerdem noch eine bunte Münze. Erst scheint sie nur aus zierlichen Ornamenten zu bestehen, vielleicht chinesisch, doch bei genauerer Betrachtung erkenne ich auf einer Seite das äußerst fein eingravierte Bild eines sich frontal anschleichenden Tigers und auf der anderen Seite ebenfalls ein Tier, das ich jedoch nicht identifizieren kann. Ich vermute nun, daß es sich um die chinesischen Tierkreiszeichen handelt und ich die Seite nach oben kleben muß, die meinem Cousin entspricht. Doch leider will mir sein chinesisches Tierkreiszeichen nicht mehr einfallen, jedenfalls scheint es keines von dieser Münze zu sein.
Bemerkung: Mein Cousin ist ein Hahn und ich finde es seltsam, daß ich in letzter Zeit dauernd Träume habe, in denen ich mit Zeit beschenkt werde. Das können eigentlich nur Wunschträume sein.
Elegant und lässig sitze ich auf einem Fahrradlenker und blättere völlig ohne Festhalten in einem Buch, während meine ehemalige Schulfreundin A. in die Pedale tritt. Ich finde es ziemlich erstaunlich, wie gut sie Fahrradfahren gelernt hat, obwohl sie das früher überhaupt nicht konnte. Nicht mal in den Kurven mache ich mir Sorgen, stattdessen bin ich stolz auf unser "Gespann" und möchte gerne, daß jeder mitbekommt, wie cool wir auf diese Weise unterwegs sind. Es dürfte schließlich nicht so einfach sein, zu fahren, während ich mit dem Rücken zu ihr auf dem Lenker sitze, aber sie macht das völlig souverän. Deshalb sage ich dann auch anerkennend zu ihr: "Du hast ja richtig gut Fahrradfahren gelernt."
Noch immer bin ich mit A. unterwegs, diesmal ohne Fahrrad, aber mit einer anderen Mitschülerin. Wir machen einen Abstecher in ein Geschäft, welches eigenartig anders ist als andere Geschäfte, obwohl ich nicht benennen könnte, woran das liegt. Fest steht nur, daß dort alles anders ist. Erst sind meine Begleiterinnen mehr interessiert als ich, doch nachdem ich beginne, mich genauer umzuschauen, ändert sich das und ich finde alle möglichen Sachen, die ich gerne kaufen möchte, zum Beispiel ein bestimmtes Buch. Inzwischen müssen die beiden auf mich warten, wobei sie leicht genervt in der Gegend herumstehen und meine Kaufaktivitäten beobachten. Jetzt geht es schon an das Bezahlen, da winkt mich die Verkäuferin mit einem geheimnisvollen Lächeln unauffällig in die hinteren Räume des Ladens. Anscheinend gibt es dort Ware, die nicht offiziell im Laden zu erwerben ist. Sie führt mich in mehrere Kammern, in einer befinden sich einige Kabinen mit Frauen, in der zweiten einige Kabinen mit Männern und in der dritten ein riesiger herzförmiger Berg aus rosa Bisquitschaum oder Zuckerwatte. Die Verkäuferin fragt mich, ob ich einen Diener oder eine Dienerin kaufen möchte und ich winke schnell ab, ich will mit dem ganzen nichts zu tun habe, weder eine Dienerin, noch einen Diener kaufen und auch kein Zimmer voll rosa Zuckerherz. Schnell kehre ich wieder in die offiziellen Ladenräume zurück.
Weiter bin ich mit A. und einer Mitschülerin unterwegs, diesmal mit einer anderen. Wir kommen am Volkspark Prenzlauer Berg vorbei und vor uns öffnet sich eine gigantische Aussicht auf den Abendhimmel und die wildromantischen Wiesen und Abhänge. Die beiden scheinen dies nicht zu bemerken oder sich nicht davon beeindrucken zu lassen, denn sie sind schon weit vor mir, haben den Park hinter sich gelassen. Ich muß mich beeilen, um sie nicht aus den Augen zu verlieren. Dazu wähle ich einen schmalen, ansteigenden Weg, der eine Abkürzung über einen kleinen Berg zu sein scheint, da er schräg dorthin läuft, wo die beiden sich jetzt befinden. Außerdem finde ich ihn auch schöner, obwohl er durch die Steigung anstrengender ist, weil er näher an den duftenden Wiesen ist und direkt durch das Grün führt. Doch schon nach einigen Schritten entpuppt sich der Weg als eine Sackgasse. Ich suche zwar noch nach einem möglichen Durchgang, doch dann kehre ich um und setze meinen Weg nun auf dem Pflaster der Straße fort, wo ich meine beiden Begleiterinnen bald einhole.
Im ersten Traumfragment, dessen Handlung sich nicht mehr rekonstruieren läßt, erfahre ich, daß unsere zweite Chefin Frau B. die Abteilung verlassen will. In diesem Traum, wie auch im nächsten kommt die Kollegin M.M. vor, welche rothaarig ist. (Das wäre ja ein Ding, wenn Frau B. tatsächlich gehen würde.)
Der zweite Traum beginnt mit dem Geburtstag einer Bekannten, welchen ich vergessen habe und deshalb auch kein Geschenk besorgt habe. Aber da sehr viele Leute eingeladen sind, denke ich mir, fällt das vielleicht nicht weiter auf und ich kann ihr ja im Nachhinein immer noch etwas schenken. Der Geburtstag findet in einem riesigen Komplex von Sälen und Zimmern statt. Die Säle und Zimmer gruppieren sich alle um ein Kirchenschiff in der Mitte, welches der größte Raum ist. Dieser ganze Komplex scheint mein Zuhause, bzw. das meiner Eltern zu sein, und auf einmal haben noch andere Leute Geburtstag, einschließlich mir. Allerdings beachtet mich niemand und weiß wohl auch nicht, daß ich Geburtstag habe. Sogar meine Mutter ist ausschließlich mit der Bewirtung der vielen, vielen Gäste, die sich im Kirchenschiff und den anderen Räumen verteilen, beschäftigt. Ich helfe ihr ein wenig dabei und wandere dann wieder von Raum zu Raum. Irgendwie fühle ich mich fremd und nirgendwo dazu gehörig. Die Menschen sind mir zum größten Teil unbekannt, hier und da versuche ich ein Gespräch mit jemandem anzufangen, doch es hat keiner Lust, sich mit mir zu unterhalten und die begonnenen Gespräche verlaufen mißverständlich oder zäh.
Da bekomme ich auf einmal mit, daß mein Kollege K.F. ebenfalls gekommen ist. Nanu, wundere ich mich, was macht der denn hier? Ich erfahre, daß er wohl zu irgendeiner Nichte gehört. Anscheinend ist er mit ihr zusammen. Ich merke, wie ich mich freue, daß er da ist, denn ich glaube, mich gut mit ihm zu verstehen und denke, daß es jetzt vielleicht sogar lustig wird. Ich stelle mir schon vor, wie ich mit ihm zusammen jede Menge Streiche aushecke und die Geburtstagsgesellschaft Geburtstagsgesellschaft sein lasse. Ein bißchen fühle ich mich wie ein Kind, denn es ist ein ähnliches freudiges Gefühl, wie früher, wenn ich meinen Cousin bei langweiligen Familientreffen, auf denen ich mich ebenfalls meist außenstehend fühlte, traf und wir zusammen spielten und allen möglichen Unsinn anstellten. Endlich habe ich einen Verbündeten!
Doch leider ist er nirgendwo zu finden, allerdings kann man sich in den Unmengen von großen Räumlichkeiten ziemlich schnell verlaufen. Dann erfahre ich, daß K.F. auch Geburtstag hat und diesen in einer kleinen Extra-Gesellschaft in einem separaten Raum feiert. Zum einen wundert mich dies, da ich im August Geburtstag habe und weiß, daß sein Geburtstag im Mai liegt (was aber real nicht stimmt, in Wirklichkeit ist sein Geburtstag im April), wie kann es also sein, daß wir beide an einem Tag Geburtstag haben? Zum anderen enttäuscht es mich ein wenig, denn jetzt hat er als Geburtstagskind bestimmt keine Zeit mehr für mich, sondern muß bei seinen Gästen bleiben. Es kristallisiert sich nun immer mehr heraus, daß es um genau sechs Geburtstage und sechs verschiedene Geburtstagsgesellschaften geht. Dabei ist mir allerdings nicht klar, ob mein Geburtstag mitgerechnet wurde oder nicht. Vielleicht wurde ja mein Geburtstag sogar beim Zählen vergessen.
Einiges, was dann geschah, liegt im Vergessen, doch nun erfahre ich, daß K.F. gestorben ist. Wie denn das? Er war doch gerade noch hier, gesund und munter? Ich höre nichts weiter darüber, doch meine Trauer ist groß. Ihm zu Ehren lege ich ein paar linierte Schreibseiten an, auf denen ich irgendetwas notiere. Teils sind es nur einzelne Stichpunkte mit Doppelpunkt, hinter dem die halbe Seite leer bleibt. Da taucht K.F. plötzlich vor mir auf. Ich bestürme ihn sofort damit, daß ich dachte, er sei tot, aber er schüttelt den Kopf und sagt, das sei Quatsch, er sei nicht tot. Wir setzen uns nun nebeneinander und ich zeige ihm die Seiten, die ich geschrieben habe. Er schaut sie sich interessiert an und scheint teilweise sichtlich verblüfft. Ich weiß zwar selbst nicht mehr, was da stand, aber anscheinend sind es Dinge, die ich von ihm erraten habe, von denen er nicht glaubte, daß ich sie weiß.
Vor einer hohen Wand, welche ich mit dickflüssigem weißem Putz glätte. In der Wand befinden sich kleinere und größere Löcher, welche eine seltsame Wirkung auf mich ausüben. Mein männliches Ich denkt plötzlich nur noch daran, seinen Schwanz irgendwo hineinzustecken. Doch die Löcher in der Wand reichen mir nicht, ich denke mehr an warme und weiche Öffnungen und ich verliere die Kontrolle. Von Lust überwältigt fällt mir ein, daß sich gleich in der Nähe ein Kinderkrankenhaus oder Kinderheim befindet. Ich beschließe, mir dort ein Kind zu suchen. Um mich zu tarnen krieche ich lautlos auf allen Vieren den Boden entlang. Die ganze Örtlichkeit schein ein riesiges U zu sein und während sich an einer Strebe des Us meine Wand befindet, liegt das Kinderheim auf der anderen Seite. Ich muß also um die Kurve des Us kriechen, wo sich überhaupt nichts befindet. Der Boden ist nachgiebig, aber nicht weich, so als würde irgendwas mit Stoff bespannt sein. Auf einmal sehe ich den Boden nicht mehr waagerecht, sondern senkrecht vor mir. Ich muß nun also senkrecht diese Wand hinaufkriechen. Zuerst habe ich Zweifel, ob das funktioniert, aber ich klemme mich irgendwie an die Wand und hieve mich hoch. Geht doch! Ich bin nicht gewillt aufzugeben, wenn ich meiner Befriedigung so nahe bin. Im Traum denkt mein beobachtendes Ich an einen Zeck, so wie Grenouille in "Das Parfum" genannt wird. Auch ich bin ein Zeck und klettere mühsam, aber zäh auf allen Vieren die Wand hinauf, um mein nächstes Opfer zu finden. Die ganze Perspektive dreht wieder in das Waagerechte und unauffällig, immer bemüht, mich der Umgebung anzupassen und mit ihr zu verschmelzen, krieche ich weiter. Jetzt kauere ich zwischen mehreren Reihen Kinderbetten, doch leider kommt dauernd eine Kinderschwester vorbei, so daß ich still liegen bleiben muß und mich nicht rühren kann. Dabei suche ich mit den Augen die Kinderbetten ab, um ein erreichbares Kind zu finden. Ich sehe auch eines, doch leider reißt die Patroullie der Kinderkrankenschwestern nicht ab, so daß ich an meinem Vorhaben gehindert werde. Mir bleibt nichts anderes übrig, als mich selbst zu befriedigen, und ich stelle mir in meiner Phantasie warme Münder und enge Löcher vor, in welche ich meinen Schwanz versenke, bis ich zum Höhepunkt komme. Meine Lust ist dabei vollkommen objektfixiert, die Kinder haben weder Namen noch Gesichter. Schließlich befinde ich mich wieder auf der anderen Seite des Us und will an der Wand weiterarbeiten. Da fällt mein Blick auf einige Löcher und sofort hat mich die Lust erneut fest im Griff. "Nicht schon wieder!" denke ich. Unbewußt bemerke ich wohl, daß die Lust meine Selbstbestimmung zerrüttet und mich zu einem unermüdlich kriechendem Zeckbock macht.
Bemerkung: Der Traum hinterläßt einen schalen Geschmack. Ich frage mich, was wohl aus meinem männlichen Ich geworden wäre, wenn ich mir für dieses Leben einen männlichen Körper ausgesucht hätte.