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Mittwoch, 18. März 2009

Giftgasanschlag im Büro

Ich befinde mich zufällig für einen Tag in meinem Büro, obwohl ich krank geschrieben bin. Was ich da mache, weiß ich selbst nicht genau - wahrscheinlich einfach vorbeischauen. Beide Schreibtische sind seltsamerweise absolut leer. Nicht einmal die Schreibunterlage liegt noch darauf. Wo sind die Sachen und die Akten geblieben? Nur auf dem Praktikantentisch liegen zwei bis drei Dinge, unter anderem ein Stapel Papiere, die mit Aquarellfarben bemalt sind. Mit den Aquarellfarben wurde über die Schrift drüber gemalt und das teilweise sehr kunstvoll. Den Papieren sieht man jedoch eine Steigerung an: erst wurden einfache Vierecke in Aquarell gemalt und dann steigert sich dies Blatt für Blatt in ornamentale und figürliche Darstellungen. Da war die Praktikantin aber wirklich fleißig. Jemand von der Büroleitung kommt ins Zimmer, um uns mitzuteilen, daß es im Gebäude mehrere Tote gibt, da ein Anschlag stattfand. Das ganze Haus steht unter Quarantäne und wir sollen uns alle in einem bestimmten Raum für weitere Anweisungen einfinden. In den nächsten Tagen wird kein Dienst stattfinden. Daß ich auch in diesen Raum muß und nicht einfach gehen kann, das nervt mich. Schließlich bin ich nur durch Zufall hier und die nächsten Tage eh krankgeschrieben. Ich überlege, mich zu drücken, aber gehen kann ich ja nicht, da wir unter Quarantäne stehen. Ich frage mich, ob das wohl ein Anschlag mit Krankheitserregern ist. Dann ist die Chance, sich in diesem Raum bei den anderen damit anzustecken, noch größer. Ich gehe zwar in den Raum, setze mich aber so weit wie möglich von den anderen weg. Durch das Gerede im Raum erfahre ich, daß man sich vor einem bestimmten Geruch in acht nehmen soll, weil der ein giftiges Gas anzeigt. Es ist der Geruch einer speziellen Straße. Ja, ich habe ihn gerochen und sofort diese Straße erkannt. Die Versammlung wird aufgelöst, ich gehe aber noch nicht, sondern bleibe so lange im Gebäude, bis ich die letzte bin. Es ist schon dunkel draußen und Licht brennt im Zimmer. Ein Pförtner schaut vorbei und fragt, weil ich noch da bin, wie es mir geht. Als ich gehe, verlasse ich meine frühere Fachhochschule. Ich versuche, einen Weg hinaus zu finden, wo ich nicht auf das Gas treffe. Bei der Tür treffe ich auf einen jungen Mann aus meiner Gruppe, der ziemlich ruhig ist und mit dem ich noch nicht viel gesprochen habe. Jetzt kommen wir durch das Ereignis ins Gespräch, während wir die Straße hinuntergehen. Ich müßte mich nun verabschieden, um zur U-Bahn zu gehen, möchte aber ungern allein nach Hause fahren. Deshalb frage ich, wo er hin muß. Er erklärt mir, daß er mit der Straßenbahn Nr. 13 fährt. Hm, wo fährt die denn hin, möchte ich wissen. Hält die vielleicht irgendwo, wo ich umsteigen kann. Oh ja, er nickt eifrig. Die fährt zu den Wiesen und von da könne ich mit dem Bus fahren. Zu den Wiesen? Ach herrje, das ist ja schon fast außerhalb von Berlin. Das ist mir dann doch ein zu langer Umweg.

Bemerkung: Die Szene, in welcher der Pförtner ins Zimmer kommt, erinnert mich an die Szene im Film "Zeit des Erwachens", den ich gestern abend sah, in welcher ein Reinigungsmann den Patienten am Fenster fragt, ob es ihm gut geht.

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~Ich träumte, ich sei ein Schmetterling, hin und her flatternd, mit allen Absichten uns Zielen eines Schmetterlings. Plötzlich erwachte ich, und lag da wieder ich selbst. Nun weiß ich nicht, war ich ein Mensch, der träumte, er sei ein Schmetterling, oder bin ich ein Schmetterling, der jetzt träumt, er sei ein Mensch?~ (Tschuangtse, chinesischer Philosoph)

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