[>>]

Montag, 2. Februar 2009

Die verlorene Zeit

Handlungsort ist das alte Elternhaus. Wie jeden Sonntag schaue ich mir spät am Abend die Sendung "Zimmer frei" im Fernsehen an. Doch auf einmal fällt mir auf, daß draußen strahlend heller Tag ist. Ich würde sogar sagen, ein unnatürlich heller Tag, denn das Licht, welches durch das Fenster fällt, ist so weiß, daß es blendet. Nanu, das kann doch gar nicht sein! Um diese Zeit ist es draußen normalerweise dunkel. Zuerst denke ich an eine Katastrophe, eine Atomexplosion oder ähnliches, aber dann hätte ich sicher ein wenig mehr davon mitbekommen. Wahrscheinlicher ist wohl, daß es gar nicht Sonntagabend ist und im Fernsehen nur eine Wiederholung läuft. Ich schaue jetzt auf jede Uhr, die ich finden kann. Eine, auf die ich immer schaue, zeigt gegen 22 Uhr an, aber alle anderen gegen 17 Uhr. Aha, dann geht diese Uhr also falsch und ich dachte, es wäre bereits so spät. Die Wiederholungen der Sendung laufen ja im TV zu jeder Tageszeit, so daß es mir nicht aufgefallen ist. Merkwürdig ist es aber trotzdem, denn wo ist die Zeit zwischen 17 und 22 Uhr abgeblieben? Die muß dagewesen sein, sonst hätte ich mich in meinem Zeitgefühl nicht so geirrt. Und nun ist sie spurlos verschwunden. Dunkel entsinne ich mich an einen Moment in der Vergangenheit (oder in der Zukunft?), in dem ich das Empfinden hatte, einen Zeitsprung gemacht zu haben und jede Erinnerung an die Zukunft verlor. Ob das damit zusammenhängt? Vermutlich. Im vergangenen, bzw. zukünftigen Zeitraum muß etwas geschehen sein, das aus dem Filmstreifen der Zeit wieder herausgeschnitten wurde. Und die Erinnerungen daran, an das Zukünftige oder Vergangene, sind scheinbar unwiederbringlich verloren. Es ist, als hätte jemand genau von Minute zu Minute, Stunde zu Stunde, mein Gedächtnis ausgelöscht. Und jetzt ist es erneut 17 Uhr.

Im nächsten Traumfragment sehe ich meine Mutter im Treppenflur vor den Gemeindesälen die Wände schrubben. Sie ist total fertig, geschafft, erschöpft und genervt, deshalb ist es mir unverständlich, warum sie sich diese Arbeit aufhalst. Erstens hat sie mit den Treppenfluren nicht wirklich was zu schaffen. Es ist nicht ihre Aufgabe, die sauberzuhalten. Zweitens stört es wahrscheinlich kaum jemanden, wenn die Wände des Treppenflurs ein wenig vergilbt und verstaubt sind. Ist ja schließlich keine Wohnung. Und drittens bringt das Rumgeschrubbe kaum etwas, weil der Dreck nur verteilt wird und die Wände nicht viel besser aussehen. Sie sollte ihre Kraft lieber sparen und stattdessen, wenn sie es denn unbedingt tun will, gleich die Farbrolle nehmen, um die Wände neu zu streichen. Der Kraftaufwand wäre nicht größer, aber viel effektiver. Sagen tue ich ihr das allerdings nicht, denn ich weiß ja, wenn sie sich was in den Kopf gesetzt hat....

Trackback URL:
http://meeresgrotte.twoday.net/stories/die-verlorene-zeit/modTrackback

Das verborgene Buch der Träume

...und andere gesammelte Schätze aus den Tiefen des Seelenmeeres

Träume

~Warum willst du mit ihm hadern, weil er auf Menschenworte nicht Antwort gibt? Denn auf eine Weise redet Gott und auf eine zweite; nur beachtet man's nicht. Im Traum, im Nachtgesicht, wenn der Schlaf auf die Menschen fällt, wenn sie schlafen auf dem Bett, da öffnet er das Ohr der Menschen...~ (Hiob 33,13-16)

Suche

 

Aktuelle Beiträge

Danke sehr,
wünsche ich ebenso.
zuckerwattewolkenmond - 26. Dez, 23:02
ich wünsche ein...
ich wünsche ein schönes weihnachtsfest und...
bibliothek (Gast) - 26. Dez, 21:41
Wußte nicht, dass...
Wußte nicht, dass es eine Steigerung vom "authentischen...
einfach Leserin (Gast) - 15. Okt, 14:16

Buch-Schätze für befreites Denken

Musik-Schätze


Eine Reise entlang der Seidenstraße
A.R. Rahman: Between Heaven and Earth

Weltentanz-News

Weltentänzerischer Jahresrückblick in Traum-Sepia
Ich denke bereits seit einem halben Jahr an meinen...
zuckerwattewolkenmond - 31. Dez, 13:04
Es gibt triviale Wahrheiten und große Wahrheiten. Das Gegenteil...
Es gibt triviale Wahrheiten und große Wahrheiten....
zuckerwattewolkenmond - 30. Dez, 23:45
Getarnter Roland Kaiser (Mai)
Ein schöner warmer Sommertag. Viele Menschen in...
zuckerwattewolkenmond - 30. Dez, 22:40
Ich glaube,
ich habe meinen Physiotherapeuten ziemlich genervt...
zuckerwattewolkenmond - 30. Dez, 16:30
Radiotip
Morgen, am 28.12.2009, läuft von 21:00 - 22:00...
zuckerwattewolkenmond - 27. Dez, 14:06
Es ist doch immer dasselbe -
wenn ich Fotobücher von gemeinsamen Unternehmungen...
zuckerwattewolkenmond - 26. Dez, 23:11

Dimensionen

~Ich träumte, ich sei ein Schmetterling, hin und her flatternd, mit allen Absichten uns Zielen eines Schmetterlings. Plötzlich erwachte ich, und lag da wieder ich selbst. Nun weiß ich nicht, war ich ein Mensch, der träumte, er sei ein Schmetterling, oder bin ich ein Schmetterling, der jetzt träumt, er sei ein Mensch?~ (Tschuangtse, chinesischer Philosoph)

Status

Online seit 1473 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 30. Dez, 23:05

Traum-Feed

Alle Links in Popups öffnen

alle Links auf der aktuellen Seite in einem neuen Fenster öffnen 

Stats by Net-Counter