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Das Haltestellensitzbankgrab und der coole Onkel

Wieder ein Familienausflug, diesmal, so meine ich mich dunkel zu erinnern, nach Königs-Wusterhausen. Auch jetzt sehe ich die Stadt von oben, als würde ich darüber schweben. Die Häuser sehen wie Puppenhäuser aus, auffällig klein, aber groß genug, um auf den Dächern mit den Füßen herumzuspringen, von Haus zu Haus. Dies tue ich jetzt mit meiner Mutter und meiner Schwägerin. Wir springen über die Dächer hinweg wie Kinder über Kissen und trotzdem ist es, als würden wir die Stadt von viel weiter oben sehen, da sie so klein wirkt. Aber vielleicht haben wir ja auch so lange Beine? Schließlich landen wir auf einem Bahnsteig, der nun wieder normal groß ist. Auf einer Sitzbank sitzen nebeneinander Menschen und irgendwoher weiß ich, daß diese Sitzbank gleichzeitig ein Grab darstellt. Jemand ist darin begraben. Da die Bank aber sehr flach ist, wie ich feststelle, kombiniere ich logisch, daß wohl nicht die Gebeine darin begraben sind, sondern die Asche des Toten. Außerdem wirkt diese Szenerie auf mich sehr ägyptisch, obwohl ich mir nicht erklären kann, woran das liegt. Später befinde ich mich in einer Halle, wo Bilder aus den 50iger oder 60iger Jahren wie in einem Film vor mir ablaufen. Zwei Männer laufen hintereinander die Straße hinunter. Der erste hat rötlich-blonde Haare, trägt eine Brille und eine schwarze Lederjacke. Ich erkenne in ihm einen Onkel von mir in jungen Jahren. Er wirkt jugendlich recht attraktiv. Stolz sage ich deshalb zu jemandem neben mir: "Mein Onkel sieht richtig cool aus!"

Bemerkung: Da der Cousin meines Vaters in Königs-Wusterhausen lebt und am ehesten in seiner Jugend so ausgesehen haben könnte, nehme ich einmal an, daß er gemeint war und nicht einer meiner Onkel.

Nach dem Aufwachen fiel mir sofort ein, daß das Bild der Sitzbank mit den Menschen darauf genau das Gegenstück dieses Bildes von Gauguin war:

we-shall-not-go-to-the-market-today-by-paul-gauguin

Deshalb kam mir die Szenerie wahrscheinlich ägyptisch vor, da die Körperhaltungen in dem Bild den ägyptischen Wandmalereien nachempfunden sind. Außerdem hätte mir schon heute morgen einfallen sollen, daß ein Haltestellengrab nur bedeuten kann, daß ich mir eine halbe Stunde an der Haltestelle den A.... abfrieren werde.

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~Ich träumte, ich sei ein Schmetterling, hin und her flatternd, mit allen Absichten uns Zielen eines Schmetterlings. Plötzlich erwachte ich, und lag da wieder ich selbst. Nun weiß ich nicht, war ich ein Mensch, der träumte, er sei ein Schmetterling, oder bin ich ein Schmetterling, der jetzt träumt, er sei ein Mensch?~ (Tschuangtse, chinesischer Philosoph)

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