Sonntag, 30. März 2008

Geburtstage

Im ersten Traumfragment, dessen Handlung sich nicht mehr rekonstruieren läßt, erfahre ich, daß unsere zweite Chefin Frau B. die Abteilung verlassen will. In diesem Traum, wie auch im nächsten kommt die Kollegin M.M. vor, welche rothaarig ist. (Das wäre ja ein Ding, wenn Frau B. tatsächlich gehen würde.)

Der zweite Traum beginnt mit dem Geburtstag einer Bekannten, welchen ich vergessen habe und deshalb auch kein Geschenk besorgt habe. Aber da sehr viele Leute eingeladen sind, denke ich mir, fällt das vielleicht nicht weiter auf und ich kann ihr ja im Nachhinein immer noch etwas schenken. Der Geburtstag findet in einem riesigen Komplex von Sälen und Zimmern statt. Die Säle und Zimmer gruppieren sich alle um ein Kirchenschiff in der Mitte, welches der größte Raum ist. Dieser ganze Komplex scheint mein Zuhause, bzw. das meiner Eltern zu sein, und auf einmal haben noch andere Leute Geburtstag, einschließlich mir. Allerdings beachtet mich niemand und weiß wohl auch nicht, daß ich Geburtstag habe. Sogar meine Mutter ist ausschließlich mit der Bewirtung der vielen, vielen Gäste, die sich im Kirchenschiff und den anderen Räumen verteilen, beschäftigt. Ich helfe ihr ein wenig dabei und wandere dann wieder von Raum zu Raum. Irgendwie fühle ich mich fremd und nirgendwo dazu gehörig. Die Menschen sind mir zum größten Teil unbekannt, hier und da versuche ich ein Gespräch mit jemandem anzufangen, doch es hat keiner Lust, sich mit mir zu unterhalten und die begonnenen Gespräche verlaufen mißverständlich oder zäh.
Da bekomme ich auf einmal mit, daß mein Kollege K.F. ebenfalls gekommen ist. Nanu, wundere ich mich, was macht der denn hier? Ich erfahre, daß er wohl zu irgendeiner Nichte gehört. Anscheinend ist er mit ihr zusammen. Ich merke, wie ich mich freue, daß er da ist, denn ich glaube, mich gut mit ihm zu verstehen und denke, daß es jetzt vielleicht sogar lustig wird. Ich stelle mir schon vor, wie ich mit ihm zusammen jede Menge Streiche aushecke und die Geburtstagsgesellschaft Geburtstagsgesellschaft sein lasse. Ein bißchen fühle ich mich wie ein Kind, denn es ist ein ähnliches freudiges Gefühl, wie früher, wenn ich meinen Cousin bei langweiligen Familientreffen, auf denen ich mich ebenfalls meist außenstehend fühlte, traf und wir zusammen spielten und allen möglichen Unsinn anstellten. Endlich habe ich einen Verbündeten!
Doch leider ist er nirgendwo zu finden, allerdings kann man sich in den Unmengen von großen Räumlichkeiten ziemlich schnell verlaufen. Dann erfahre ich, daß K.F. auch Geburtstag hat und diesen in einer kleinen Extra-Gesellschaft in einem separaten Raum feiert. Zum einen wundert mich dies, da ich im August Geburtstag habe und weiß, daß sein Geburtstag im Mai liegt (was aber real nicht stimmt, in Wirklichkeit ist sein Geburtstag im April), wie kann es also sein, daß wir beide an einem Tag Geburtstag haben? Zum anderen enttäuscht es mich ein wenig, denn jetzt hat er als Geburtstagskind bestimmt keine Zeit mehr für mich, sondern muß bei seinen Gästen bleiben. Es kristallisiert sich nun immer mehr heraus, daß es um genau sechs Geburtstage und sechs verschiedene Geburtstagsgesellschaften geht. Dabei ist mir allerdings nicht klar, ob mein Geburtstag mitgerechnet wurde oder nicht. Vielleicht wurde ja mein Geburtstag sogar beim Zählen vergessen.
Einiges, was dann geschah, liegt im Vergessen, doch nun erfahre ich, daß K.F. gestorben ist. Wie denn das? Er war doch gerade noch hier, gesund und munter? Ich höre nichts weiter darüber, doch meine Trauer ist groß. Ihm zu Ehren lege ich ein paar linierte Schreibseiten an, auf denen ich irgendetwas notiere. Teils sind es nur einzelne Stichpunkte mit Doppelpunkt, hinter dem die halbe Seite leer bleibt. Da taucht K.F. plötzlich vor mir auf. Ich bestürme ihn sofort damit, daß ich dachte, er sei tot, aber er schüttelt den Kopf und sagt, das sei Quatsch, er sei nicht tot. Wir setzen uns nun nebeneinander und ich zeige ihm die Seiten, die ich geschrieben habe. Er schaut sie sich interessiert an und scheint teilweise sichtlich verblüfft. Ich weiß zwar selbst nicht mehr, was da stand, aber anscheinend sind es Dinge, die ich von ihm erraten habe, von denen er nicht glaubte, daß ich sie weiß.

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~Warum willst du mit ihm hadern, weil er auf Menschenworte nicht Antwort gibt? Denn auf eine Weise redet Gott und auf eine zweite; nur beachtet man's nicht. Im Traum, im Nachtgesicht, wenn der Schlaf auf die Menschen fällt, wenn sie schlafen auf dem Bett, da öffnet er das Ohr der Menschen...~ (Hiob 33,13-16)

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~Ich träumte, ich sei ein Schmetterling, hin und her flatternd, mit allen Absichten uns Zielen eines Schmetterlings. Plötzlich erwachte ich, und lag da wieder ich selbst. Nun weiß ich nicht, war ich ein Mensch, der träumte, er sei ein Schmetterling, oder bin ich ein Schmetterling, der jetzt träumt, er sei ein Mensch?~ (Tschuangtse, chinesischer Philosoph)

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