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Dienstag, 21. Oktober 2008

Flucht aus der Lindwurmburg oder die Frage "Können Lindwürmer klopfen?"

Ein leeres Gebäude (Dienstgebäude?), in dem sich nur noch ich und meine Chefin befinden. Einer von uns muß die Tür abschließen und das Licht ausmachen. Meine Chefin stellt sich seltsam hilflos an, fragt nach dem Schlüssel, wo sie ihn lassen soll usw. Ich biete ihr an, das Haus zu verschließen, aber dazu müßte sie es verlassen. Dies ist ihr anscheinend nicht klar, denn sie steht völlig orientierungslos im Flur herum und macht keine Anstalten zu gehen. Dann wieder in einem Gebäude (dasselbe?), dessen Flure, dunkel und schummrig, niedrig und mit runden Wänden, denn Gängen ähneln, die ein Wurm irgendwo hineingebohrt hat. Ein Lindwurm haust in diesen Fluren. Es ist derselbe, der den Schatz bewacht und von dem die alten Sagen berichten. Diese Tatsache finde ich sehr aufregend, trotzdem habe ich keine Lust, ihm zu begegnen. Blitzschnell gleitet er durch die Gänge heran, schmutzig-gelb geschuppt und mit drachenartigen Stacheln auf dem Rücken bewehrt. Ich muß mich sputen und sprinte seitlich zu einer robusten Tür aus rohem Holz. Diese läßt sich leicht öffnen und ich schließe sie sofort hinter mir, für den Fall, daß der Lindwurm mich bemerkt hat und mir folgt. Mich gegen die Holztür lehnend, schaue ich mich flüchtig im leeren Zimmer um. Immer mehr Menschen kommen vor dem Lindwurm flüchtend herbei und klopfen an die Türe. Ich lasse jeden herein, obwohl natürlich die Gefahr besteht, daß der Lindwurm mit hereinschlüpft oder sogar selbst anklopft (Können Lindwürmer klopfen? Diese Frage beschäftigt mich über die gesamte Türsteherei hinweg.) Aber ich werde ihnen nicht die Hilfe verweigern, auch wenn es für mich sicherer wäre. Wenigstens schließe ich die Tür sekundenschnell wieder hinter den Flüchtlingen, um das Risiko zu vermindern.
Jemand anderes übernimmt nun meine Stellung an der Tür und ich schaue mich genauer um, auf der Suche nach einem Fluchtweg. Es gibt ein Fenster und zuerst bemerke ich ein niedriges Vordach, das sich gut für eine Flucht eignet. Dann sehe ich allerdings, daß das Fenster nicht nach draußen führt, sondern in ein anderes hohes Zimmer, welches tiefer nach unten in die Lindwurmburg führt, als jenes, in welchem ich mich jetzt befinde. Alle Räume scheinen irgendwie ineinander verschachtelt und von größeren Räumen umgeben zu sein. Das tiefer gelegene Zimmer ist wie eine altertümliche Bibliothek eingerichtet. Eigentlich hätte ich Lust, darin herumzustöbern, aber jetzt ist erst einmal die Frage vorrangig zu klären, ob von diesem Zimmer irgendeine Gefahr ausgeht oder es sich vielleicht als eine Falle erweist.

Das verborgene Buch der Träume

...und andere gesammelte Schätze aus den Tiefen des Seelenmeeres

Träume

~Warum willst du mit ihm hadern, weil er auf Menschenworte nicht Antwort gibt? Denn auf eine Weise redet Gott und auf eine zweite; nur beachtet man's nicht. Im Traum, im Nachtgesicht, wenn der Schlaf auf die Menschen fällt, wenn sie schlafen auf dem Bett, da öffnet er das Ohr der Menschen...~ (Hiob 33,13-16)

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~Ich träumte, ich sei ein Schmetterling, hin und her flatternd, mit allen Absichten uns Zielen eines Schmetterlings. Plötzlich erwachte ich, und lag da wieder ich selbst. Nun weiß ich nicht, war ich ein Mensch, der träumte, er sei ein Schmetterling, oder bin ich ein Schmetterling, der jetzt träumt, er sei ein Mensch?~ (Tschuangtse, chinesischer Philosoph)

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Zuletzt aktualisiert: 30. Dez, 23:05

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