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Freitag, 16. Februar 2007

Auf Fototour

In Prag gehe ich allein eine kurze, dunkle Straße entlang. Auf die Straße wurden in regelmäßigen Abständen schwere hohe Betonblöcke aufgestellt, welche den Stelen im Holocaust-Mahnmal ähneln. Irgendwoher weiß ich, dass hier ein Tunnel gebaut wird, allerdings ist mir unbekannt zu welchem Zweck. Vielleicht eine U-Bahn? Die Straße endet in einem großen alten Bahnhofsgebäude. Eigentlich würde ich gerne fotografieren, aber ich traue mich nicht, meine teure Fotoausrüstung hervorzuholen, weil ich fürchte, dass ich vielleicht überfallen werde.

Später bin ich mit meinem Ex K. unterwegs, aber nicht mehr in Prag, sondern irgendwo anders. Vielleicht Leipzig bei seiner Großmutter? Und wiederum biegen wir in eine kurze, dunkle Straße ein, in die von beiden Seiten romantische Balkone ragen. Auf einem der Balkons ranken Blumen in wahrem Überfluss heraus und herunter, es ist eine herrliche Blumenpracht, deshalb bitte ich K. zu warten, da ich gerne fotografieren möchte. Als ich die Kamera in der Hand halte, bemerke ich, dass das Objektiv fehlt. Ich fürchte deshalb, dass das Foto wohl nichts werden wird, probiere es aber trotzdem. Leider bekomme ich ohne das Objektiv immer nur einen kleinen Teil des Balkons ins Bild. Nicht wirklich das,was ich wollte, aber besser als gar nichts.

Bemerkung: Mir fällt gerade die Doppeldeutigkeit von "Objektiv" auf. Zum einen kann es ein Kameraobjektiv sein, zum anderen aber auch eine distanzierte Betrachtungsweise. Ohne "Objektiv" scheint man weniger auf ein "Bild" zu bekommen als mit, eine subjektive Betrachtungsweise würde also den Blick verengen. Fragt sich bloß, was dieser blumenübersäte Balkon bedeutet, den ich so subjektiv aufnehme.

Das verborgene Buch der Träume

...und andere gesammelte Schätze aus den Tiefen des Seelenmeeres

Träume

~Warum willst du mit ihm hadern, weil er auf Menschenworte nicht Antwort gibt? Denn auf eine Weise redet Gott und auf eine zweite; nur beachtet man's nicht. Im Traum, im Nachtgesicht, wenn der Schlaf auf die Menschen fällt, wenn sie schlafen auf dem Bett, da öffnet er das Ohr der Menschen...~ (Hiob 33,13-16)

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~Ich träumte, ich sei ein Schmetterling, hin und her flatternd, mit allen Absichten uns Zielen eines Schmetterlings. Plötzlich erwachte ich, und lag da wieder ich selbst. Nun weiß ich nicht, war ich ein Mensch, der träumte, er sei ein Schmetterling, oder bin ich ein Schmetterling, der jetzt träumt, er sei ein Mensch?~ (Tschuangtse, chinesischer Philosoph)

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Zuletzt aktualisiert: 30. Dez, 23:05

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